Klimamonitoring in Neustadt: Schüler messen Temperaturen | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 11.07.2024 13:04

Klimamonitoring in Neustadt: Schüler messen Temperaturen

Schüler und Schülerinnen der Mittelschule am Turm erfassten die Temperatur am Marktplatz. (Foto: Nicole Gunkel)
Schüler und Schülerinnen der Mittelschule am Turm erfassten die Temperatur am Marktplatz. (Foto: Nicole Gunkel)
Schüler und Schülerinnen der Mittelschule am Turm erfassten die Temperatur am Marktplatz. (Foto: Nicole Gunkel)

29 Grad waren es vor kurzem auf dem 11 Uhr am Neustädter Marktplatz. Am Neptunbrunnen wurden 28,5 Grad registriert. Schülerinnen und Schüler der Mittelschule am Turm erfassten die Werte mit einem mobilen Thermometer. Ihre Aufzeichnungen fließen in ein „Klima-Monitoring“ der Stadt Neustadt.

Angeregt wurde das Zukunftsprojekt von Florian Witzler. Seit einem Jahr ist er Klimaschutzmanager der Stadt und sprüht vor Ideen. Das muss er auch, denn er hat ein ehrgeiziges Ziel. „Bis 2040 soll Neustadt klimaneutral werden“, wünscht sich Witzler.

Stufe eins ist jetzt gestartet: Die Faktensammlung. Mit der Aufgabe ist der Klimaschutzmanager nicht allein. Schülerinnen und Schüler der Mittelschule am Turm, der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule sowie des Friedrich-Alexander-Gymnasiums sind mit im Boot. Ebenso die Feuerwehr und der Rettungsdienst. Technisch begleitet wird das Projekt auch von den NeuStadtWerken.

Die Jugendlichen sind derzeit mit Messgeräten in der Stadt unterwegs. Wie heiß oder wie kalt ist es eigentlich in Neustadt genau? Gemessen wird am Mensaplatz und im Pausenhof der Mittelschule am Schlossplatz, am Fußweg an der Aisch, an der Bleiche, am Festplatz, am Schulzentrum und an beiden Seniorenheimen. Auch im Wald und in Siedlungsgebieten sollen die Werte erfasst werden.

Messungen an unterschiedlichen Orten

Mit den Messungen an möglichst unterschiedlichen Orten im Stadtgebiet sollen Temperaturunterschiede festgestellt werden. Erste Ergebnisse: Auf dem Marktplatz oder im Schlosshof ist es an heißen Tagen zum Beispiel deutlich wärmer als am Bleichweiher oder im Stadtpark.

Mit der einmaligen Erfassung der Werte ist es aber nicht getan. Bis Ende 2025 sollen die Schüler die Resultate mehrmals täglich systematisch erfassen. Die Schulen sollen langfristig in das Zukunftsprojekt eingebunden werden, auch mit Projektseminaren zur Innenstadttemperatur.

Daten als Grundlage für mögliche Begrünungen

Aufgrund der erfassten Daten sollen sinnvolle Maßnahmen und Investitionen beschlossen werden. Solche Klimaanpassungsstrategien sind zum Beispiel Stadtbegrünung oder Flächenentsiegelung. Das müsse aber langfristig durchdacht werden, so Witzler. Wenn etwas angepflanzt wird, muss mehr gegossen werden, dazu sind dann wiederum Zisternen nötig, nannte er als Beispiel.

Im Projektverlauf sollen mehrere Thermometer im Stadtgebiet fest installiert werden. Eine Messstation soll auch der Geißbock, Neustadts Wahrzeichen auf dem Rathaus, bekommen. Das Rathausdach sei nicht gedämmt, so Witzler. Man kann dann live verfolgen, wie heiß es auf dem Dach ist.

Auch der Rettungsdienst soll von diesen Messungen in Neustadt profitieren. Aktuell werden die Temperaturdaten von der Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Markt Erlbach erfasst. Messungen aus Neustadt vervollständigen somit das Bild. Auf diese Weise kann zukünftig rechtzeitig vor Extremhitze gewarnt werden.


Von Nicole Gunkel
north