Die italienische Künstlerin Arianna Moroder hat im Wildbad zwei Kunstwerke errichtet. Eines davon, die Sonnenuhr, fiel Vandalen zum Opfer. Das Wildbad-Team stellte daraufhin Kameras auf.
An der Sonnenuhr fehlen mehrere Steine und ein Schlüssel. Wie Stephan Michels, stellvertretender Leiter und Kulturbeauftragter, sagte, wurden die Gegenstände offensichtlich teilweise mutwillig entfernt. Für das Wildbad sei dies frustrierend, vor allem, weil die Mitarbeitenden nun praktisch dazu gezwungen wurden, Bereiche mit Kameras und entsprechenden Schildern auszustatten und einen Sicherheitsdienst hinzuziehen mussten, so Michels.
Es sei insofern enttäuschend und auch ein wenig frustrierend, weil das Projekt „art residency wildbad“ so angelegt sei: Die Künstlerinnen und Künstler setzen sich drei Monate intensiv mit Rothenburg, der Bevölkerung, dem Wildbad und dem kirchlichen Auftrag auseinander. Am Ende des Projekts steht eine Installation, die nur hier und nur im Wildbad stehen könne und nicht übertragbar sei. „Wenn dann Beschädigungen passieren, ist das doppelt frustrierend, weil damit auch der Gesellschaft ein Schaden entsteht, nicht nur konkret, sondern auch im Übertragenen Sinn“, meinte Michels. Die Wildbad-Leitung werde auch Anzeige erstatten, sagte er.
In einem anderen Fall sei schon ein Täter ermittelt worden. Gemeinsam mit den am Kunstwerk beteiligten Handwerkern und der Künstlerin selbst werde es nun besser gesichert. Arianna Moroder selbst zieht aus dem Vorfall positiven Schlüsse. Sie findet es zwar schade, da das Kunstwerk nun unvollständig sei, freut sich aber über den Beweis, dass die Haptik wohl „sehr einladend“ sein müsse. Denn das war auch ihr Wunsch bei der Erstellung der Sonnenuhr: Die Menschen sollen es anfassen können. Um die angeschraubten Teile zu entfernen, mussten die Täter wohl viel daran gedreht und geschraubt haben, glaubt Moroder.
Trotzdem habe sie nicht erwartet, dass ihre Kunst von Passanten zerstört wird, da sie das Wildbad für einen ruhigen Ort gehalten habe, der „keinen Hang zu Vandalismus“ zeige.
Wirtschaftlich gesehen seien die abmontierten Gegenstände zwar kein Schaden, ein emotionaler Wert hänge aber trotzdem daran.
Gemeinsam mit drei Handwerkern aus Rothenburg hatte Moroder die Sonnenuhr erstellt und ihnen daher auch drei typische Gegenstände gewidmet. Und auch die angebrachten Steine haben ihren Wert: Einen habe sie in der Toskana gesammelt, woher ihre Mutter stammte; einige Steine habe ihr Vater ihr aus seiner Heimat in den Dolomiten gesammelt.