Last-Minute in den Sommerurlaub: Was Urlauber wissen müssen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 17.06.2026 00:06

Last-Minute in den Sommerurlaub: Was Urlauber wissen müssen

Ab ins Warme: Viele buchen ihren Sommerurlaub kurzfristig. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
Ab ins Warme: Viele buchen ihren Sommerurlaub kurzfristig. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
Ab ins Warme: Viele buchen ihren Sommerurlaub kurzfristig. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Die Reiselust ist groß, doch viele Menschen haben den Urlaub noch nicht gebucht. Sie entscheiden lieber auf den letzten Drücker, wohin es geht. Gehören Sie auch dazu? Dann sind hier die wichtigen Tipps für Last-Minute-Buchungen.

Darf man noch auf ein breites Angebot an Reisen hoffen?

Das kommt darauf an. Der Last-Minute-Markt ist deutlich kleiner als früher, weil Reiseveranstalter ihre Kapazitäten inzwischen sehr präzise steuern, beobachtet Marija Linnhoff vom Verband unabhängiger selbstständiger Reiseunternehmen.

Wer flexibel bei Reiseziel, Reisezeitraum oder Abflughafen sei, finde aber noch attraktive Angebote und eine gute Auswahl, so die Branchenexpertin.

Das bestätigt auch Sven Schikarsky vom Veranstalter Dertour. Ein Flughafen in einem anderen Bundesland oder leichte Verschiebungen bei der Urlaubsdauer – wer nicht festgelegt ist, kann beim Preis einiges herausholen.

Sind Last-Minute-Deals wirklich immer Schnäppchen?

Aus Sicht der Verbraucherschützerin Tiana Schönbohm ist das ein bisschen Glückssache. „Flüge oder Hotelzimmer werden günstig angeboten, wenn sie kurzfristig nicht ausgelastet sind, aber ob Reisewillige dann auch ein zu ihren Bedürfnissen passendes Angebot finden, lässt sich kaum vorhersagen.“

Anders als bei Frühbucherangeboten lässt es sich das Einsparpotenzial schwerer beziffern. Im Einzelfall können laut Branchenangaben durchaus 50 Prozent Nachlass drin sein. Aber fest davon ausgehen, dass man einen Super-Deal macht - das sollte man nicht.

Laut Veranstalter Coral Travel befinden sich in zahlreichen Zielgebieten viele Angebote schon unter dem Vorjahres-Preisniveau: „Größere zusätzliche Preisnachlässe erwarten wir aktuell eher nicht.“ Grund: Die Kostenstrukturen blieben angespannt, insbesondere bei Energie, Rohöl und Kerosin. Dadurch seien die Spielräume für deutliche weitere Preisreduzierungen begrenzt. 

Besonders gute Chancen auf Preisvorteile sieht Dertour-Manager Schikarsky außerhalb der klassischen Ferien-Spitzenzeiten, also vor allem an Randterminen im späten August oder im September. Auch bei Coral Travel sieht man vor Beginn der Sommerferien und in Randzeiten außerhalb der absoluten Hochsaison das größte Einsparpotenzial.

In welchen Reiseländern sind die Aussichten auf Last-Minute gut?

Die beiden Veranstalter nennen vor allem mediterrane Urlaubsziele: In der Türkei, Ägypten und Griechenland sieht man bei Coral Travel aktuell attraktive Last-Minute-Angebote. Das sind Ziele mit einer großen Kapazität an Hotels und Flügen. Dertour zählt neben diesen drei Ländern noch Bulgarien, Tunesien und Italien sowie auf der Fernstrecke Thailand und Ziele im Indischen Ozean auf.

Gilt noch die Regel: je knapper, desto günstiger?

Keine Airline möchte leere Plätze im Flieger und kein Hotel leere Zimmer. Doch auf Restkontingente, die kurzfristig und günstig auf den Markt kommen, können nur ganz flexible Urlauber wirklich abzielen, denen es mehr oder weniger egal ist, wohin die Reise am Ende geht. 

Wer zu lange wartet, riskiert laut Verbandsvertreterin Marija Linnhoff gerade in den Schulferien eher steigende Preise oder ausgebuchte Angebote.

Wie stelle ich sicher, dass ich nicht zu viel bezahle?

Auch wenn es nicht mehr lange hin ist bis zum gewünschten Urlaubsstart: Man sollte sich klarmachen, was einem wichtig ist, und dann über einen gewissen Zeitraum Angebote mehrerer Anbieter vergleichen, rät Tiana Schönbohm.

Die Juristin von der Verbraucherzentrale Niedersachsen kennt die Tricks, mit denen etwa Onlineportale arbeiten: Zum Beispiel, indem sie mit Einblendungen wie „9 andere schauen sich dieses Hotel auch gerade an“ ein knappes Angebot und Dringlichkeit suggerieren. Davon sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen, rät Schönbohm. Gleiches gilt für angeblich befristete Aktionen.

Wichtiger ist, genau auf den Inhalt von Reisepaketen zu achten: Ob der Transfer zum Hotel dabei ist, ob das Zimmer den gewünschten Meerblick bietet oder das All-inclusive-Paket auch den Vorstellungen entspricht. Also in Ruhe vergleichen und dann das passende Angebot auswählen.

Was sollten Urlauber noch bedenken?

Für manche Länder muss man eine Einreisegenehmigung oder ein Visum beantragen und auch bestimmte Reiseimpfungen können ratsam sein. Reicht dafür der Verlauf noch aus? Und sind Personalausweis oder Reisepass überhaupt noch gültig? Solche Dinge muss man bei kurzfristigen Reiseentscheidungen bedenken, bevor man bucht.

© dpa-infocom, dpa:260616-930-234240/1


Von dpa
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