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Veröffentlicht am 21.10.2026 08:32

Linsen und Co aus der Dose: Viel Protein drin, kaum beworben

Schnell auf dem Tisch, oft reich an Eiweiß: Fertiggerichte mit Linsen, Bohnen oder Erbsen können eine praktische Proteinquelle sein. (Foto: Wolf von Dewitz/dpa/dpa-tmn)
Schnell auf dem Tisch, oft reich an Eiweiß: Fertiggerichte mit Linsen, Bohnen oder Erbsen können eine praktische Proteinquelle sein. (Foto: Wolf von Dewitz/dpa/dpa-tmn)
Schnell auf dem Tisch, oft reich an Eiweiß: Fertiggerichte mit Linsen, Bohnen oder Erbsen können eine praktische Proteinquelle sein. (Foto: Wolf von Dewitz/dpa/dpa-tmn)

Ob Linsensuppe aus der Dose, Erbseneintopf aus dem Glas oder eine Brokkoli-Bowl mit Buchweizen und schwarzen Bohnen aus der Tiefkühlung - wenn es schnell gehen soll, sind Fertiggerichte mit Hülsenfrüchten eine praktische Sache. Doch sind sie auch eine gute Protein- und Ballaststoffquelle? 

Die Verbraucherzentralen sind dieser Frage in einem Marktcheck nachgegangen und haben in einer Stichprobe die Zusammensetzung von 288 Eintöpfen, Suppen und Fertigmahlzeiten mit Hülsenfrüchten angesehen. „Also Produkte, die ohne großen Kochaufwand essfertig sind und eine vollständige Mahlzeit bilden“, erklärt Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen. 

Verglichen wurden Inhaltsstoffe, Werbung auf dem Produkt und Herkunft der Hülsenfrüchte. Am häufigsten waren in den Produkten Bohnen, Erbsen und Linsen enthalten, gefolgt von Kichererbsen und Sojabohnen. Das haben die Verbraucherschützer herausgefunden:

Was steckt drin? - Viel Protein, oft auch ballaststoffreich

  • Wie hoch der Anteil an Bohnen, Linsen und Co ist, schwankt sehr stark - in der Kategorie Fertigmahlzeiten beispielsweise zwischen 0,8 und 64 Prozent.
  • Der Proteingehalt stand fast immer in einem guten Verhältnis zum Energiegehalt. So erfüllten 263 Gerichte (91 Prozent) die Vorgaben der Health-Claims-Verordnung für die Auslobung „Proteinquelle“. Mehr als die Hälfte gelten sogar als „proteinreich“. Hier fielen vor allem untersuchte Eintöpfe auf, von denen drei von vier „proteinreich“ waren. Dafür müssen 20 Prozent des Energiegehaltes aus Proteinen stammen. Für die Auslobung „Proteinquelle“ reichen 12 Prozent aus.
  • Neben den Hülsenfrüchten waren auch Zutaten wie Fleisch für den Proteingehalt verantwortlich. Der Proteingehalt war bei den Fertigmahlzeiten und Suppen mit Fleisch im Schnitt deutlich höher als bei veganen oder vegetarischen Varianten. Bei Eintöpfen konnten die veganen Varianten annähernd mit denselben Proteingehalten wie die fleischhaltigen Produkte punkten.
  • Auch die Ballaststoffgehalte können sich sehen lassen: 125 Produkte erfüllen die Vorgaben für „Ballaststoffquelle“ oder „ballaststoffreich“.

Verschossener Elfmeter: Warum werben Hersteller nicht damit?

  • Die Verbraucherschützer waren überrascht: Während sich Hersteller oft gar nicht einkriegen, auf Etiketten von Protein-Käse oder Snacks fast schon inflationär auf „High Protein“ hinzuweisen, macht die Lebensmittelindustrie bei den Fertiggerichten mit Hülsenfrüchten kaum Gebrauch von der möglichen Werbung mit dem Eiweißgehalt. 
  • Nur knapp jeder sechste Hersteller (44 Produkte) verwendet die erlaubten Nährwert-Claims. „Viele Lebensmittel mit Hülsenfrüchten sind von Natur aus gute Proteinquellen, ohne dass dies auf der Verpackung besonders hervorgehoben wird“, wundert sich Brendel. 
  • Bei speziellen Proteinprodukten dagegen würden Hersteller den Eiweißgehalt zum zentralen Verkaufsargument machen - „obwohl dieser häufig erst durch zugesetzte, hoch verarbeitete Zutaten entsteht“, erklärt Birgit Brendel.

Salzgehalt beachten

Ein Wermutstropfen waren die hohen Salzgehalte der untersuchten Produkte mit durchschnittlich 0,9 Gramm pro 100 Gramm. Der ernährungsphysiologische Wert könnte bei geringerem Salzgehalt noch besser sein, so die Verbraucherschützer.

Kaum freiwillige Angaben zur Herkunft

Zur Herkunft der Hülsenfrüchte gaben die Hersteller nur selten freiwillig Auskunft - verpflichtet dazu seien sie nicht. Lediglich drei Unternehmen informierten über das Herkunftsland, entweder auf dem Etikett oder über QR-Code.

Für mehr Klarheit wurde bei 62 Herstellern nachgehakt, woher die verwendeten Hülsenfrüchte stammen. Das Ergebnis aus sechs Rückmeldungen: Nur vereinzelt stammen die Hülsenfrüchte aus Deutschland. Mehr als die Hälfte kommt aus EU-Ländern. Die Verbraucherschützer klären auf: Zwar werden Hülsenfrüchte hierzulande angebaut, landen aber überwiegend im Tierfutter.

© dpa-infocom, dpa:261021-930-870131/1


Von dpa
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