Liya Petrova brilliert als Einspringerin bei den Nürnberger Symphonikern | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 17.10.2025 18:00

Liya Petrova brilliert als Einspringerin bei den Nürnberger Symphonikern

In der Konzertreihe des Theaters waren die Nürnberger Symphoniker unter der Leitung von Martijn Dendievel am Donnerstag im Onoldiasaal zu Gast. Für die erkrankt gemeldete Martina Trumpp war kurzfristig die international gefragte bulgarische Geigerin Liya Petrova als Solistin eingesprungen.

Einen besonderen Dreiklang mit Werken von Giuseppe Verdi, Erich Wolfgang Korngold sowie Ludwig van Beethoven brachten die Nürnberger und ihr Gastdirigenten mit. Sie eröffneten den Abend mit Verdis Nabucco-Ouvertüre, quasi einer musikalischen Vorschau auf die Musik des Opernklassikers. Pralle Opernlust und Orchesterkunst trafen hier aufeinander.

Energischer Gestaltungswillen

Martijn Dendievel, der Belgier ist seit der Saison 2024/25 Chefdirigent der Hofer Symphoniker, führte souverän durch die bekannten Melodien, zündete mit energischem Gestaltungswillen ein dynamisch leuchtendes und packendes Nabucco-Feuerwerk. Die Symphoniker folgten ihm mit derselben Energie, ließen die angespielten Melodien ausdrucksstark strahlen.

Martina Trumpp hatte sich für ihr Debüt mit dem Nürnberger Orchester Korngolds Violinkonzert D-Dur, op. 35, gewünscht. Ihre bulgarische Kollegin Liya Petrova übernahm den Programmteil. Nicht einfach, kurzfristig in so ein Werk einzutauchen, allerdings war die Geigerin ein Glücksfall, da Liya Petrova Korngolds Violinkonzert erst kürzlich eingespielt hatte.

Die Musikerin empfahl sich als ausgezeichnete Geigerin, technisch und spielerisch auf höchstem Niveau. Mit der Stradivari, die sie nach eigener Auskunft von einer Stiftung zur Verfügung gestellt bekommen hatte, machte sie Korngolds Werk zu einem ohrwurmverdächtigen Intensiverlebnis. Korngold hatte für dieses Konzert einige seiner Filmmusik-Themen verarbeitet. Dass die Musik daher stark an opulenten Kinosound erinnerte, war also nicht verwunderlich.

Hinreißende Zugaben

Zwei Zugaben ließ Liya Petrova folgen, die gänzlich andere Wege einschlugen. Ihre Stradivari entwickelte rockig funkige Klänge, der Bogen schien über die Saiten zu kratzen oder rhythmisch zu hüpfen, aber das hatte der Geiger und Komponist Aleksay Igudesman bei seinem virtuosen Solo „Funk The Strings“ (2021) genau so angelegt. Es folgte mit Petar Hristoskovs „Kleine Toccata“ aus dessen „12 Capricchios für Solovioline op. 1“ noch Musik eines bulgarischen Komponisten.

Den Dreiklang vervollständigte Ludwig van Beethovens siebte Sinfonie. Dendievel entlockte auch diesem sehr bekannten Werk opernhafte Züge, ließ die Symphoniker immer wieder dramatisch aufbegehren, kurz in Stille verweilen, um mit revolutionärer Attitüde erneut auszubrechen. Das war große Klasse auf beiden Seiten. Eine Zugabe nach einem solchen Werk, das selbst den Dirigenten glücklich strahlen ließ: ein schwieriges Unterfangen. Dendievel hatte sich für ein Werk des belgischen Komponisten Lodewijk Mortelmans entschieden. Seine zweite Elegie, „Hartverheffing”, „Erhebung des Herzens“, hatte Mortelmans seiner 1917, während des Ersten Weltkriegs verstorbenen Frau gewidmet, ließ aber auch die Hoffnung auf Frieden durchschimmern.

Nürnberer Symphoniker/ Leitung: Martijn Dendievel (u.a. Chefdirigent der Hofer Symphoniker); Solistin/ Geige: Liya Petrova;<br>Konzert im Rahmen Konzert-Reihe am Theater Ansbach; (Foto: Elke Walter)
Nürnberer Symphoniker/ Leitung: Martijn Dendievel (u.a. Chefdirigent der Hofer Symphoniker); Solistin/ Geige: Liya Petrova;
Konzert im Rahmen Konzert-Reihe am Theater Ansbach; (Foto: Elke Walter)
Nürnberer Symphoniker/ Leitung: Martijn Dendievel (u.a. Chefdirigent der Hofer Symphoniker); Solistin/ Geige: Liya Petrova;
Konzert im Rahmen Konzert-Reihe am Theater Ansbach; (Foto: Elke Walter)

Von ELKE WALTER
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