Maria Beine-Hager: Das Vermächtnis der Weihenzeller Kunstpreisträgerin | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 22.07.2026 17:08

Maria Beine-Hager: Das Vermächtnis der Weihenzeller Kunstpreisträgerin

Kirchweih Weihenzell 2026 (Foto: Alexander Biernoth)
Kirchweih Weihenzell 2026 (Foto: Alexander Biernoth)
Kirchweih Weihenzell 2026 (Foto: Alexander Biernoth)

Vor 35 Jahren, am 15. Juni 1991, ist die Weihenzeller Künstlerin Maria Beine-Hager verstorben. In Erinnerung an die Ansbacher Kunstpreisträgerin sind Straßen in Ansbach und Weihenzell nach ihr benannt.

Auch allen Schülern der Eichenberg-Grundschule in Weihenzell ist die Künstlerin bekannt. In der Aula hat sie 1987 die wichtigsten Wegmarken der Weihenzeller Geschichte an die Wand gemalt. Von 1966 bis zu ihrem Tod wohnte Beine-Hager im Weihenzeller Gemeindeteil Beutellohe.

Kunstwerk Weihenzeller Geschichte

Auf dem Bild in der Schulaula ist ganz links das wohl älteste Baudenkmal Weihenzells, die alte Krypta, zu sehen und ein Mönch in seiner Zelle – ein Hinweis auf die Entstehung des Ortsnamens „Weihenzell“, den Sprachwissenschaftler entweder als „die Zelle des Wiho“ oder als beim Heiligen, also bei der Kirche, gelegene Zelle eines Mönches erklären. Die Krypta ist noch heute als Untergeschoss einer Holzlege im Anwesen Ansbacher Straße 9 erhalten. Vermutlich sind es die Überreste einer romanischen Kapelle oder Kirche aus der Zeit zwischen dem Jahr 1000 und 1200 nach Christus.

In der Mitte des Bildes von Maria Beine-Hager ist dann unterhalb der Jakobuskirche der Heilsbrunnen zu erkennen. Von diesem Heilsbrunnen wird berichtet, dass 1680 ein abgedankter Soldat namens Andreas Bergmüller durch Weihenzell zog. Er kam wohl eher zufällig durch Weihenzell, denn vermutlich war er auf dem Weg in seine oberpfälzische Heimat. Er hat aber Weihenzeller Geschichte geschrieben. Der Soldat litt der Überlieferung nach an Krätze und „Engbrüstigkeit“. Als er zum Anwesen Dorer Am Eichenberg kam, wusch er sich in einer Quelle und trank auch davon. Daraufhin ging es ihm Stunde für Stunde besser - und schließlich war er nach nur wenigen Tagen ganz geheilt, so wird berichtet. Nachdem einige Bürger des damaligen Bauerndorfes, die an Asthma, Wassersucht und Lähmungen litten, ebenfalls von dem Wasser tranken, wurden auch sie in kürzester Zeit auf wundersame Weise von ihren Leiden befreit. Der Soldat Bergmüller hatte zufällig eine Heilquelle entdeckt.

Die Kunde von den Wunderheilungen sprach sich schnell herum und schon bald setzte ein Badetourismus ein. Kurgäste kamen nach den Überlieferungen bis von Straßburg, der Pfalz und Sachsen. Schließlich zählte man bis zu 1200 Personen täglich, die sich vom Brunnen Heilung ihrer Leiden versprachen. Die Quelle wurde eingefasst und überbaut, um das Wasser sauber und rein zu erhalten. „Es geschahen Wunderwerke, indem Blinde sehend, Taube hörend, Lahme gehend und viele gebrechliche Leute mehr gesund wurden”, so schreibt der markgräfliche Leibmedicus Joh. Laurentius Laelius in einem Buch. Die Quelle ist heute noch vorhanden, das Wasser aber ungenießbar. Auf dem Bild Beine-Hagers kommt dann ein großer historischer Sprung und es werden mit Flugzeugen, Helmen und Kreuzen die Leiden der Menschen durch den Zweiten Weltkrieg verdeutlicht und ganz zum Schluss sind die Gebäude der Eichenberg-Grundschule zu sehen.

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Geschichte von Maria Beine-Hager

Maria Beine-Hager wurde am 28. Juni 1919 in Augsburg geboren und besuchte eine Klosterschule. Nach dem Schulabschluss studierte sie an der Kunstschule Augsburg und an der Akademie für bildende Künste in Darmstadt. Die vorgezeichnete Künstlerlaufbahn wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Mit knapp 19 Jahren hatte sie den Piloten Josef Beine geheiratet und ging mit ihm nach Ansbach. Er starb bald und kurz nach seinem Tod wurde die erste Tochter geboren, die nach nur drei Monaten starb. Nach diesen Schicksalsschlägen verließ Maria Beine-Hager Ansbach und sie zog als Krankenschwester durch Europa. 1944 kam die zweite Tochter zur Welt und sie entschloss sich zur Rückkehr nach Ansbach. Schnell fand die damals 25-Jährige Kontakt zu dem deutlich älteren Künstler Norbert Hochsieder und sie nahm ihre künstlerische Tätigkeit wieder auf. Am 15. Juni 1991 ist sie verstorben. 1985 wurde ihr im Juli der Kulturpreis der Stadt Ansbach verliehen – sie war die erste Frau, die mit dem Preis bedacht wurde.

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Von Alexander Biernoth
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