Die Bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften der Klassen U23 und U18 in München hatten mit Regengüssen und Zeitplanchaos zu kämpfen. Für die Sportler aus der Region gab es jedoch durchweg sehr erfreuliche Resultate und viele Podestplätze.
Gold und Bestleistung: Eine optimale Bilanz stand für Stabhochspringerin Carina Kilian in der Ergebnisliste. Einen Tag vor ihren Hochschulprüfungen trat die Sportlerin des TSV Ipsheim zunächst sehr vorsichtig auf. Im U23-Wettkampf begann Kilian fehlerfrei ab 2,75 m, justierte Griffhöhe und Anlaufkonstanz optimal an die angenehmen Bedingungen und sammelte Selbstbewusstsein.
Mit gutem Gefühl und harmonischen Sprüngen ging es bis auf 3,20 m, der Meistertitel stand fest. Dann 3,30 m: zweimal gerissen, jetzt mutig fünf Zentimeter höherer Griff und Saisonbestleistung! Nun alleine im Wettbewerb und mit der sicheren Goldmedaille der perfekte Sprung gleich im ersten Anlauf über 3,35 m: neue Bestleistung für Carina Kilian.
David Kleinschrodt vom TSV 1860 Ansbach dosierte seine Starts in der U18 im Hinblick auf die Belastungssteuerung vor den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften und eroberte bei drei Starts drei Silbermedaillen mit zwei Bestleistungen. Immer wieder veränderte Zeitpläne führten zum Chaos und zu Kleinschrodts Verzicht auf den 100-m-Sprint.
Der 17-Jährige trat zuerst im Weitsprung an und legte eine konstante Serie von vier Sprüngen zwischen 6,25 und 6,39 m in den Sand. Platz zwei und nur sieben Zentimeter hinter Gold. Noch während der letzten Versuche im Weitsprung war der Start zum 400-m-Lauf. Kleinschrodt war mit Chancen auf einen Medaillenplatz im dritten und schnellsten Zeitlauf eingeteilt. Das Vabanquespiel lohnte sich: Neue Bestzeit in 50,53 sec und parallel zum Weitsprung die zweite Silbermedaille.
Am zweiten Wettkampftag ging Kleinschrodt über die 110 m Hürden an den Start. Einen bis zur zehnten Hürde starken Vorlauf rettete er nach einem heftigen Crash in 15,45 sec auf Platz zwei ins Ziel. Im Finale lief es dann für den Ansbacher noch nicht perfekt, aber deutlich flüssiger: neue Bestzeit in 15,04 sec und Rang zwei, das dritte Silber für ihn bei diesen Meisterschaften.
Seine vierte Medaille bei Bayerischen Meisterschaften in dieser Saison gewann U18-Mehrkämpfer Matias Neutzler (TSV Ansbach) in seiner erfolgreichsten Disziplin, dem Stabhochsprung. Der viel zu dicht gedrängte Zeitplan führte zu einer Verzögerung von zwei Stunden und Neutzler musste darüberhinaus mit den anderen Topspringern noch lange warten, bis seine Anfangshöhe von 3,60 m auflag. Ab 3,80 m kam er in seinen Wettkampfmodus, verbesserte immer wieder Details, wechselte zweimal auf härtere Stäbe. Der dritte Versuch über 3,90 m sicherte dem 16-Jährigen einen Podestplatz. Dann noch ein optimaler Sprung bei 4,00 m: Freude auf der Matte, Bestleistung eingestellt und Bronze gewonnen.
Der Dinkelsbühler Leo Trumpp stieg im Stabhochsprung der U18 bei einer Höhe von 3,80 m ein und übersprang diese auf Anhieb. Die 3,90 m ließ er aus. Die 4 m bezwang der 15-Jährige erneut im ersten Anlauf. 4,20 m waren dann zu hoch. Bei Höhengleichheit von 4 m entschied die Fehlversuchsregel im Kampf um die Silbermedaille somit für Trumpp und gegen Neutzler. Leo Trumpp hat jetzt die DM in Koblenz im Auge.
Im Weitsprung und im 110-m-Hürdenlauf rundete Neutzler seine starke Vorstellung ab. Vier Sechs-Metersprünge brachten die Endkampfteilnahme und mit 6,03 m wurde es Platz acht. Über die Hürden touchierte Neutzler sieben der zehn Hürden. Trotzdem gelang eine neue Bestleistung in 16,10 sec, die Rang neun bedeutete.
Nach zwei vergeblichen Anläufen hat es endlich geklappt: Simon Körber (TV Leutershausen) holte sich Gold im Hochsprung. In den beiden Vorjahren war er jeweils der einzige Starter und konnte somit nicht offiziell als Bayerischer Meister gekürt werden. Im Dantestadion waren diesmal drei Springer gemeldet und deren zwei standen dann auch am Anlauf. Die drei Höhen von 1,83 m, 1,88 m und 1,93 m übersprang Körber gleich im ersten Durchgang. Die drei Versuche über 1,96 m, einen Zentimeter über seiner Jahresbestmarke, schauten ebenfalls gut aus, aber die Latte blieb bei diese Höhe nicht liegen.
Im Hochsprung der U18 war noch Marius Metz aus Rothenburg am Start. Die Höhen von 1,65 und 1,70 m übersprang der 17-Jährige auf Anhieb. Bei 1,75 m, seiner aktuellen persönlichen Bestmarke, fiel die Latte dreimal, wobei es gerade im dritten Durchgang sehr knapp war. Hier war Metz beim Absprung etwas zu nah an der Matte. In der Endabrechnung belegte er damit Rang neun.
Janosch Bimüller (LAC Quelle Fürth) machte es in der Stabhochsprungentscheidung der U23 spannend. Erst im dritten Durchgang übersprang der 19-Jährige Neustädter die Höhe von 4,05 m, was Rang vier bedeutete.
Christiane Hecht (TSV Ansbach) konnte sich über 800 m deutlich steigern. Im Finale der U18 kam es zu einem spannenden Dreikampf um die Plätze vier bis sechs, wo sich Hecht nur sehr knapp geschlagen geben musste. Mit ihrer Zeit von 2:23,84 min verbesserte sie ihre persönliche Bestmarke um fast sechs Sekunden und belegte damit Rang sechs.