Mercedes VLE: Viel Raum, viel Luxus – und hohe Preise | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 21.07.2026 03:43

Mercedes VLE: Viel Raum, viel Luxus – und hohe Preise

Futuristisch: Der elektrische Mercedes-Benz VLE fährt zudem mit reichlich Bling-Bing vor. (Foto: Henri Bubeck/Mercedes-Benz AG/dpa-tmn)
Futuristisch: Der elektrische Mercedes-Benz VLE fährt zudem mit reichlich Bling-Bing vor. (Foto: Henri Bubeck/Mercedes-Benz AG/dpa-tmn)
Futuristisch: Der elektrische Mercedes-Benz VLE fährt zudem mit reichlich Bling-Bing vor. (Foto: Henri Bubeck/Mercedes-Benz AG/dpa-tmn)

Kommt Zeit, kommt Raum: Seit über zwei Jahren schon läuft bei Mercedes publikumswirksam der Countdown für die neue Van-Familie und jetzt endlich hebt der Nachfolger der V-Klasse ab. Zwar fährt der VLE weiter auf der Straße, doch mit flüsterleisem E-Antrieb, Assistenz- und Komfortsystemen wie im Pkw und mehr Luxus denn je soll sich das Reisen künftig so leicht und schwerelos anfühlen wie Raumfahrt auf Rädern oder zumindest wie ein Flug auf Höhe Null.

Allerdings heben dabei auch die Preise ab - und beginnen mittelfristig erst bei 64.805 Euro. Zum Start verlangen die Schwaben sogar mindestens 82.260 Euro. Und selbst ohne den abermals längeren VLS oder gar den ersten Maybach-Van sind sechsstellige Preise auf dem Niveau der S-Klasse keine Seltenheit.

Der Blaumann hat ausgedient

Dafür gibt es eine komplett neue Architektur und einen neuen Ansatz: Weil gewerbliche und private Baureihen getrennt entwickelt wurden, bleibt der Blaumann künftig im Schrank und der Van legt den Smoking an.

Es geht im VLE nicht mehr um maximale Effizienz bei der Raumausnutzung, sondern auch um etwas Eleganz. Die Konturen sind deshalb leicht gerundet und mit Lametta wie bei den großen Limousinen verdient sich die V-Klasse schon optisch den Aufstieg zum VLE. Der Grill ist riesig groß und beleuchtet, die Felgen wirken wie polierte Gullydeckel und die Fenster sind in Chrom gefasst.

Mehr Platz gibt's natürlich trotzdem - weil das elektrische Skateboard mehr Raum für einen großen Radstand von 3,34 Meter bietet und weil Mercedes den Van auf insgesamt 5,31 Meter gestreckt hat.

Ein Schweizer Taschenmesser auf Rädern

Es sind aber nicht Prestige und Platz alleine, die den VLE auszeichnen. Sondern es ist die Art, wie sich der Raum nutzen lässt. Nach jetzt dann bald 30 Jahren Erfahrung mit Großraumlimousinen, einer neuen, hochgradig vernetzten Elektronik-Architektur und viel Spielraum im Entwicklungsbudget ist der Raumkreuzer so etwas wie das Schweizer Taschenmesser unter den Mercedes-Modellen geworden.

Nicht nur, dass die Schwaben ein halbes Dutzend Sitzkonfigurationen anbieten mit klimatisierten Captain Chairs samt Schreibtisch in der Armlehne in der zweiten Reihe oder manuellen Klappsesseln zum Ausbauen, so dass der Kofferraum auf bis zu 4.078 Liter wächst.

Es gibt zudem Finessen wie die Gestensteuerung für die elektrischen Schiebetüren und die weiterhin geteilte Heckklappe, ein Regalbrett als Raumteiler mit zwei Geheimfächern hinter der letzten Reihe, zwei unterschiedlich lange Mittelkonsolen für viel Stauraum oder bequemen Durchstieg zum Fond und Seitenfenster, die sich nun erstmals ganz öffnen lassen.

Für individuellen Komfort sorgt eine Drei-Zonen-Klima-Automatik und für Unterhaltung neben dem Hyperscreen mit eigenem Bildschirm für den Beifahrer ein eigener XXL-Monitor, der sich im Fond aus der Decke faltet.

Und damit sich die Insassen nicht nur berieseln lassen müssen, sondern auch selbst etwas beitragen können zum Infotainment, hat Mercedes dazu noch eine Kamera für Chats und Videokonferenzen installiert.

Am Steuer wird der Gigant zum Scheinriesen 

Während die Passagiere im Fond von neuen Platzverhältnissen und den vielen neuen Möglichkeiten schwärmen können, wird der VLE für den Fahrer zum Scheinriesen. Denn so groß und gewichtig der Van auch sein mag, erscheint er am Steuer handlich und klein.

Die schnell mal drei Tonnen Gewicht schrumpfen mit dem starken Antrieb, der schon in der Basisversion VLE 300 auf 200 kW/272 PS kommt und im VLE 4Matic 310 kW/422 PS erreicht. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der VLE damit im besten Fall in respektablen 6,5 Sekunden und in beiden Versionen liegt das Spitzentempo bei 180 km/h.

Space Shuttle statt Enterprise

Die stattliche Größe dagegen schrumpft mit Hilfe der Hinterachslenkung, die den Radstand gefühlt verkürzt auf das Niveau einer C-Klasse. Egal, ob verwinkelte Altstadtgassen, enge Parkhäuser oder kurvige Landstraßen - der VLE fühlt sich mit den mitlenkenden Hinterrädern eher nach Space Shuttle an als nach Raumschiff Enterprise - um bildlich bei der Raumfahrt zu bleiben.

Und wer trotzdem noch hadert mit dem Format, dem helfen ein halbes Dutzend Kameras und viele Assistenten; selbst für das nächste Level des autonomen Fahrens ist der VLE bereits gerüstet und nur ein Over-the-Air-Update vom völlig stressfreien Stadtverkehr entfernt. Dann kann der Wagen das in China bereits erlaubte Level 2++, wo man auch in der Stadt die Hände nur noch pro Forma ans Lenkrad nimmt. 

Liebling der Langstrecke

Dass sich der VLE und seine Insassen auch auf der Langstrecke wohlfühlen, hat zwei andere Gründe:

  • Da ist zum einen das Komfort-Niveau, das sich mit Luftfederung und den flüsterleisen E-Motoren tatsächlich ein wenig nach Fliegen anfühlt. Und da ist zum anderen der Akku, der schon beim späteren Basismodell 80 kWh für rund 600 Normkilometer bietet. In der Ausführung zu Beginn sorgen 115 kWh für mehr als 700 Kilometer Reichweite.
  • Und weil danach mit über 300 kW geladen werden kann, genügen 15 Minuten am Stecker für 355 weitere Kilometer. Da muss sich die Besatzung beim Boxenstopp schon fast beeilen, damit alle wieder am Bord sind, bevor der Akku voll ist.

Fazit: Raum-Fahrt ohne Van und Aber

Er fährt so leichtfüßig und handlich wie eine C-Klasse, kommt dank neuer Elektroarchitektur weiter als ein EQE und lädt schneller als die meisten Mercedes-Modelle. Außerdem bietet er mehr Komfort und Platz als jede S-Klasse und mehr Kofferraum als jeder Kombi.

So hebt Mercedes die Großraumlimousine mit dem VLE auf ein neues Niveau. Allerdings schlägt sich das auch im Preis nieder: Wer lieber „fliegen“ will als fahren, muss tief in die Tasche greifen. Erst recht, wenn er nach den Sternen strebt.

Datenblatt: Mercedes VLE 300 

 

 

 

 

© dpa-infocom, dpa:260721-930-414150/1


Von dpa
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