Motorsägenlehrgang in Neustadt: Im Stadtwald fällen Frauen Bäume | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.04.2025 19:30

Motorsägenlehrgang in Neustadt: Im Stadtwald fällen Frauen Bäume

Regelmäßig werden im Neustadter Stadtwald Motorsägenkurse abgehalten, auch reine Frauenkurse. Dieser Kurs wird von Forstwirt Thomas Herzog abgehalten, zuständig für Stadtwald ist Revierförster Gernot Käßer (l.) (Foto: Astrid Pirner)
Regelmäßig werden im Neustadter Stadtwald Motorsägenkurse abgehalten, auch reine Frauenkurse. Dieser Kurs wird von Forstwirt Thomas Herzog abgehalten, zuständig für Stadtwald ist Revierförster Gernot Käßer (l.) (Foto: Astrid Pirner)
Regelmäßig werden im Neustadter Stadtwald Motorsägenkurse abgehalten, auch reine Frauenkurse. Dieser Kurs wird von Forstwirt Thomas Herzog abgehalten, zuständig für Stadtwald ist Revierförster Gernot Käßer (l.) (Foto: Astrid Pirner)

Ein Tag Theorie liegt schon hinter den Privatwaldbesitzerinnen oder Interessentinnen aus anderen Bereichen. Was die meisten eint, sie haben keine Lust mehr, nur zuzuschauen und Handlanger zu spielen, wenn der Mann zur Säge greift. Deshalb werden schon seit Jahren in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband und dem Forstamt Emskirchen Motorsägenkurse angeboten, speziell auch nur für Frauen.

Es ist 8.30 Uhr im Stadtwald Neustadt. Nach einer kurzen Bestandsbeschreibung, wie sieht mein Umfeld auf, worauf muss ich achten, ist um mich herum genug Platz, um sicher zurückweichen zu können, geht es los. Gut sechs Kilogramm ist die Durchschnittssäge für professionelle Fällarbeiten schwer, die Übungssägen liegen bei drei bis vier Kilogramm, hinzu kommt die Vibration, die Lautstärke und der Mut, Vollgas zu geben. „Da ist man schon etwas nervös, wenn man zur Säge greift”, heißt es einhellig. Kursleiter und Forstwirt Thomas Herzog vom Forstrevier Emskirchen teilt die Frauen in Gruppen auf, mehr als sechs sollten es nicht sein. Die Gruppen verteilen sich mit dem jeweiligen Forstwirten.

Schutzmaßnahmen bei Motorsäge erforderlich

Als Aufwärmübung sollen erst einmal Stammscheiben wie bei der Salami geschnitten werden, um überhaupt ein Gefühl für die Materie zu bekommen. Die ein oder andere Teilnehmerin hatte schon einmal eine Motorsäge in der Hand, manch eine noch nie. Thomas Herzog macht es vor.

Jetzt heißt es, an alles denken, was in der Theorie besprochen wurde. Gesichtsschutz vom Helm heruntergeklappt, Ohrschützer angedrückt und nach Vorschrift die Motorsäge anwerfen. Die erste Hürde. Ein fester Zug und der Zweitakter tuckert. Säge angesetzt und die Scheibe fällt vorschriftsmäßig zu Boden. Weiter geht es. Ganze Scheibe, halbe Scheibe, Dreimeterstück.

Nach der Mittagspause wird es ernst, der erste Baum soll gefällt werden. Damit es nicht zu schwierig wird, kerzengerade und nicht zu dick. Zuvor wurde das Fallkerbschneiden am Baumstock geübt und immer wieder mit dem Metermaß die Fällrichtung kontrolliert. Am stehenden Baum ist es dann doch noch ein anderes Gefühl. Teilnehmerin Monika Feuerstake ermuntert: „Gefühl haben wir Frauen sowieso viel mehr.” Gelächter und weiter geht es im Programm.

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Nächster Kurs des BBV Neustadt/Uffenheim

Leider wird immer wieder unterschätzt, dass eine Motorsäge eine kleine Waffe ist und Verletzungen dieser Art für jeden Gefäßchirurgen ein Albtraum sind. Nicht jeder Unfall lässt sich mit einem Motorsägenkurs vermeiden, da die Waldarbeit mit zu der gefährlichsten überhaupt gehört, aber ein zweitägiger Kurs wie dieser ist auf jeden Fall empfehlenswert und gibt Sicherheit. „Wir haben die Kurse auch bewusst auf den April gelegt, um zu eisige Temperaturen beim ganztägigen Kurs zu vermeiden”, sagt Revierförster Gernot Käßer vom Forstamt Emskirchen, der meist einmal vorbeischaut.

Der nächste Motorsägenkurs findet wieder im Herbst statt, aber melden sich genügend Interessierte, kann auch noch ein extra Termin eingeschoben werden. Weitere Informationen sind auf die Homepage des Bayerischen Bauernverbandes, Kreisverband Neustadt/ Uffenheim unter www.bayerischerbauernverband.de zu finden unter "Motorsägenführerkurs für Waldbesitzerinnen" oder auch beim Forstamt Emskirchen zu erfragen.

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