Knochen der seit 2007 vermissten Kerstin Lee Langley aus Regensburg sind nach Polizeiangaben „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ bei einer Grabung gefunden worden. Das habe die rechtsmedizinische Untersuchung der menschlichen Überreste ergeben, die am 9. Oktober in Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz ausgegraben wurden, teilten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz in Regensburg mit. Demnach gibt es drei Tatverdächtige.
Ein konkreter Hinweis einer der Tatverdächtigen, einer 56 Jahre alten Frau, führte die Ermittler zum Fundort. Sie habe ein umfassendes Geständnis abgelegt, teilten die Ermittler mit. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die drei Verdächtigen gemeinschaftlich die Tötung der Frau geplant haben. Ein 66 Jahre alter Mann soll die Frau erwürgt haben. Dieser habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der dritte Tatverdächtige war 2024 gestorben.
Der 66-Jährige befinde sich in Untersuchungshaft, der Untersuchungshaftbefehl gegen die 56-Jährige sei außer Vollzug gesetzt worden, teilte Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher mit. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen laufen.
Nach dem Hinweis hatte die Polizei am 8. Oktober mit der Grabung bei Neumarkt in der Oberpfalz begonnen. Später wurde die Suche auf ein Waldstück in Sulzbach-Rosenberg ausgeweitet. Beide Orte sind knapp 50 bis 60 Kilometer nordwestlich von Regensburg entfernt. Letzteres Gebiet sei in dem Hinweis ebenfalls als möglicher Grabungsort genannt worden, teilte die Polizei mit. Weitere Hinweise fanden die Beamten dort allerdings nicht.
Im Sommer 2007 war die damals 39 Jahre alte Kerstin Lee Langley von ihrem Bruder als vermisst gemeldet worden. Der Lebensgefährte der Frau gab laut den Ermittlern damals an, sie habe sich von ihm getrennt und sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen davongefahren. Der Landkreis Deggendorf liegt östlich vom Landkreis Regensburg.
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2024 hatten Polizisten auf der Suche nach sterblichen Überresten schon einmal ein Waldstück nahe Regensburg durchsucht. Grund war ein Hinweis eines Mannes nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz damals sagte. Der Hinweisgeber bezeichnete sich demnach selbst als Seher. Bei der Suche fanden die Ermittler jedoch lediglich Überreste, bei denen es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein totes Tier handelte.
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