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Veröffentlicht am 21.12.2025 15:02

Nach dem Verkehrsgutachten: Ansbachs Montessori-Verein sucht einen neuen Standort

Lange hat der Montessori-Verein Ansbach seinen Standort in der Grenzstraße zum Zentrum entwickeln wollen. Damit ist jetzt Schluss. Einstimmig sprach sich eine außerordentliche Mitgliederversammlung am Dienstag dagegen aus. Dies teilt die hauptamtliche Vorständin Anette Haupt mit. Vorher hatte sich der Stadtrat mit einem Gutachten befasst.

Im Vordergrund dieses Verkehrsgutachtensstanden der in diesem Fall noch stärker belastete Knoten Hohenzollernring/Waldheimweg sowie Stellplätze für den Hol- und Bringverkehr. Nun sagt Anette Haupt: „Wir werden den Standort Grenzstraße als Montessori-Zentrum aufgeben.” Das Wort „Zentrum” betont sie.

Die aktuellen Standorte des Montessori-Vereins nämlich seien bis mindestens 2030 und darüber hinaus vertraglich gesichert. Sie liegen neben der Grenzstraße, also am Bocksberg (Sekundarstufe, sprich weiterführende Schule), in der Brauhausstraße (Grundschule und Kinderhaus-Gruppe) sowie in der Karolinenstraße und in der Stahlstraße (weitere Kinderhaus-Gruppen).

Unterstützende sind zugleich gefragt

Jetzt will der Montessori-Verein einen neuen Standort für ein Zentrum finden. „Wir suchen parallel weiter”, legt Anette Haupt dar. „Wir sind in Gesprächen”, aber der Verein möchte gern Grundstücke als Alternativen haben. Gleichzeitig suche er Partnerinnen und Partner, die ihn unterstützen, um das Projekt zu stemmen.

Aus dem Kontakt mit ihrem Verband berichtet sie, „dass die anderen Vereine in Bayern in der Regel von den Kommunen ein günstiges Grundstück gestellt und mit einem einfachen Bebauungsplanverfahren Baurecht bekommen”. In Ansbach will die Vorständin den Montessori-Verein mit seiner Pädagogik als „Zukunftsbereiter” wahrgenommen wissen. Bei Menschen in der Stadt wirbt sie um Mitgliedschaften und Spenden.

„Anforderungen faktisch unerfüllbar”

Die Stimmung im Stadtrat fasst sie so zusammen: „Ja, wir wollen ein Montessori-Zentrum, aber nicht am Standort Grenzstraße.” Diese Botschaft habe sie anschließend noch mit dem einen oder anderen Ratsmitglied verifiziert.

Was ein Zentrum am Standort Grenzstraße betrifft, stellt sie fest: „Die Anforderungen, die das Verkehrsgutachten an uns stellt, sind für uns faktisch nicht erfüllbar.” Die Kosten für eine Ampelanlage am Knoten nennt sie noch klar kalkulierbar. Dies gelte aber nicht dafür, Parkplätze am Grundstück und im Umfeld zu nicht bezifferbaren Kosten zu schaffen.

Blick auf ökologische Gesichtspunkte

Bei einem Teil der Stellflächen sei auch nicht sicher, ob sie überhaupt genehmigungsfähig wären. „Wir müssten darüber hinaus noch einen Fußgängerweg sicherstellen”, und ein kleiner Kreisverkehr wäre nötig. Mit Blick aufs Gutachten klagt sie allerdings: „Es gibt keine Schule, keine Einrichtung, die diese Anforderungen hat oder je erfüllen würde.”

Dankbar zeigt sie sich für Vorschläge von Ratsmitgliedern: zum Beispiel zu Bring- und Holflächen am Aquella-Parkplatz, einem Pendelbus oder einer Dienstanweisung für Beschäftigte, nicht in bestimmten Straßen zu parken. Aber „das wird organisatorisch nicht funktionieren”.

Ökologische Gesichtspunkte spielen für den Verein ebenso eine Rolle. „Wir würden diese kompletten Flächen dafür versiegeln, dass diese Plätze zwei Stunden am Tag an fünf Tagen in der Woche belegt sind”, bemerkt Anette Haupt, die seit Juli im Verein wirkt.

Schon im Februar zunächst Projektstopp

Seit Mitte 2022 schon sei der Verein wegen des Projekts in einem intensiven Austausch mit dem städtischen Amt für Stadtentwicklung und Klimaschutz. Zuletzt habe sich das Verkehrsgutachten gut ein Jahr hingezogen. Von der Kommune gewünscht hätte sich Anette Haupt die klare Aussage von Anfang an, dass sie zwar das Montessori-Zentrum wolle, aber an einem anderen Standort.

Dann hätte der Verein nicht so lange an der Fläche festgehalten. Die Planung für diese habe ihn bis dato „schon ein paar hunderttausend Euro” gekostet, was er nicht refinanziert bekomme. Einen Teil der Planung jedoch könne er für einen neuen Standort wiederverwenden.

Im Februar bereits legten ihre Vorgängerinnen zunächst einen Projektstopp ein, wie die Vorständin schildert. Der nächste Planungsschritt hätte richtig hohe Kosten verursacht. Ein Standort für das Zentrum in Ansbach hat nun für den Verein „erste Priorität”. Und wenn es im Stadtgebiet nicht funktioniert? Anette Haupt betont: „Ausschließen würde ich es jetzt nicht”, dass das Zentrum außerhalb der Kommune entsteht.

Der Montessori-Standort in der Grenzstraße wird nicht zum großen Montessori-Zentrum ausgebaut. Die Sekundarstufe bleibt aber dort. (Foto: Oliver Herbst)
Der Montessori-Standort in der Grenzstraße wird nicht zum großen Montessori-Zentrum ausgebaut. Die Sekundarstufe bleibt aber dort. (Foto: Oliver Herbst)
Der Montessori-Standort in der Grenzstraße wird nicht zum großen Montessori-Zentrum ausgebaut. Die Sekundarstufe bleibt aber dort. (Foto: Oliver Herbst)
Die hauptamtliche Montessori-Vorständin Anette Haupt wirbt um Unterstützerinnen und Unterstützer. (Foto: Oliver Herbst)
Die hauptamtliche Montessori-Vorständin Anette Haupt wirbt um Unterstützerinnen und Unterstützer. (Foto: Oliver Herbst)
Die hauptamtliche Montessori-Vorständin Anette Haupt wirbt um Unterstützerinnen und Unterstützer. (Foto: Oliver Herbst)
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