Nach dem Messerangriff auf einen 40-Jährigen in Heilsbronn hat die Polizei den Hauptverdächtigen im März festgenommen. Der 25-Jährige wurde nach internationaler Fahndung wegen versuchten Mordes im englischen Manchester gefasst. Zügig gestand er die lebensgefährlichen Stiche und verriet, wo sich die Tatwaffe und die weggeworfenen Mobiltelefone befanden. Doch wo steckt der zweite Tatverdächtige?
Denn mutmaßlich war der 25-Jährige nicht alleine bei der Tat. Er wurde nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Ansbach von einem Mann begleitet. Beide seien extra für die Tat nach Heilsbronn angereist. Nahe einem Weiher in Heilsbronn, in dem das Messer gefunden wurde, hatte das Duo das Auto geparkt. Von dort aus flohen sie nach der Tat über die A6 in Richtung Westen.
Über Frankreich seien sie dann nach Großbritannien eingereist, teilte Oberstaatsanwalt Jonas Heinzlmeier auf Nachfrage mit. „Nach unseren Erkenntnissen gemeinsam.” In Großbritannien angekommen, trennten sich die Wege der beiden Männer. Während sich der 25-Jährige in Manchester aufhielt, machte sich sein flüchtiger Begleiter vermutlich auf dem Weg in die Türkei, mutmaßen die Ermittler.
Dort scheint er erst einmal vor der deutschen Justiz sicher zu sein. Denn die Türkei liefert keine türkischen Staatsbürger aus, wie Heinzlmeier erklärt – der Flüchtige ist türkischstämmig. Die deutschen Behörden haben hierbei nur wenig Handlungsspielraum. Eine Option wäre, die Türkei um Unterstützung bei der Strafverfolgung zu bitten. Hierfür müsste ein förmlicher Antrag – ein Rechtshilfeersuchen – an eine türkische Behörde gestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Ansbach werde prüfen, ob ein derartiger Antrag sinnvoll ist, sagte Heinzlmeier.
Derzeit schließt die Polizei die Ermittlungen zu dem gefassten 25-jährigen Hauptverdächtigen zeitnah ab. Es ist beabsichtigt, demnächst Anklage zu erheben, informiert der Oberstaatsanwalt. Unabhängig davon, ob der flüchtige Begleiter aufgefunden wird oder nicht.