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Veröffentlicht am 10.07.2026 04:06

Negativität überwinden: Dieses Wort macht den Unterschied

Herausforderungen positiv begegnen - das kann man üben. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
Herausforderungen positiv begegnen - das kann man üben. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
Herausforderungen positiv begegnen - das kann man üben. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)

Der verpasste Zug, das geplatzte Projekt, das schlechte Kundengespräch: Manchmal läuft es einfach nicht. Und jetzt?

Der Umgang mit Negativem ist von Person zu Person unterschiedlich. Während den einen die Laune nur schwer zu vermiesen ist, schleppen die anderen tagelang eine Aura der Negativität mit sich herum. Warum ist das so? Und warum kann und sollte man dagegen etwas tun? Evelyn Wurster, Beraterin mit Schwerpunkt Teamentwicklung und Motivation, erklärt im Interview, woher unsere Grundeinstellung kommt und was Sie jetzt tun können. 

Warum sind wir so gerne negativ?

Evelyn Wurster: Das ist ganz einfach. Negativität hat eine biologische Funktion. Unser Gehirn will uns von Gefahren fernhalten, um uns zu schützen. Es bewertet Risiken stärker. Aus der eigenen Erfahrung weiß vermutlich jeder: Meistens erinnern wir uns sehr gut an negative Erlebnisse, die positiven bleiben weniger hängen - daran kann man erkennen, worauf unser Gehirn Wert legt.

Wieso sollten wir uns denn dann bemühen, der Negativität zu entfliehen? 

Wurster: Es lähmt uns in unserer Handlungsfähigkeit, wir zaudern und resignieren. Dabei brauchen wir heutzutage dringend das Gegenteil. Man könnte sogar sagen: Wer es schafft, Negativität zu überwinden, hat größere Chancen auf Erfolg. Denn: Wer optimistisch ist, der stellt sich eher Herausforderungen. Wer Herausforderungen meistert, macht wertvolle Erfahrungen. 

Wie geht das mit der positiven Grundeinstellung? 

Wurster: Wir müssen erst einmal weg vom Dogma „So bin ich halt“. Denn das Gehirn ist trainierbar und formbar. Lenken Sie also die Aufmerksamkeit bewusst darauf, was gut gelungen ist. Was war positiv zuletzt? Oder auch: Was hat die negative Nachricht für eine positive Nebenwirkung? Bricht ein Projekt weg, ist das schade. Aber es werden auch neue Kapazitäten frei - das ist zum Beispiel positiv.

Machen Sie sich außerdem Fortschritte und Erfolge bewusst. Dabei geht es nicht darum, der oder die Beste gewesen zu sein. Wichtig ist: Was haben Sie dabei gelernt?

Welchen Einfluss hat Sprache auf unsere Haltung?

Wurster: Einen riesigen. Sie werden es kaum glauben, aber das Wörtchen „noch“ macht einen großen Unterschied, wenn ich über etwas spreche, was nicht gut gelaufen ist. Sagen Sie sich: „Das habe ich noch nicht geschafft“ statt „Das habe ich nicht geschafft“. Damit signalisieren Sie sich und anderen: Es gibt eine spätere Lösung. Das sorgt für Optimismus.

Apropos Optimismus, was mache ich, wenn eine Situation aussichtslos scheint?

Wurster: Fokussieren Sie sich auf das, was Sie beeinflussen können. Kommen Sie ins Tun. Hadern Sie nicht mit Dingen, für die Sie nichts können und an denen sich auch nichts ändern lässt. Am besten sortieren Sie die Lage ganz bewusst. Es gibt fast immer etwas, was man beeinflussen kann. Auch wenn es etwas Kleines ist.

Mein Tipp: Gehen Sie regelmäßig spazieren und lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf. Die Bewegung tut dem Kopf gut, Einfälle und Problemlösungen kommen so viel einfacher.

© dpa-infocom, dpa:260710-930-362187/1


Von dpa
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