Null Tore, zwölf Gegentore, Tabellenletzter: Nach dem kapitalen Fehlstart in die Fußball-Bundesliga klammert man sich beim Hamburger SV schon an Durchhalteparolen. „Ich werde es nicht schönreden, trotzdem werden wir die positiven Dinge mitnehmen“, sagte Kapitän Nicolai Remberg und folgte damit inhaltlich der verbalen Marschroute von Trainer Merlin Polzin.
Allein, es dürfte auch nach dem 0:5 bei RB Leipzig keine leichte Übung sein, ebendiese positiven Dinge zu finden. Nachdem der HSV in der ersten Halbzeit keinen Schuss auf das RB-Tor zustande gebracht hatte, folgte nach dem Seitenwechsel immerhin eine Druckphase mit zwei bis drei guten Chancen. „Da musst du hier definitiv mehr herausholen, weil es sonst schwierig wird“, sagte Polzin zur Chancenverwertung.
Was der HSV defensiv zeigte, war allerdings phasenweise abenteuerlich. Da war dieser Leipziger Konter nach etwa einer Stunde, als vier RB-Profis auf einen Hamburger Verteidiger zustürmten. Nur durch Leipziger Nachlässigkeiten folgte aus dem Angriff kein Tor. Das gab es wenige Minuten später nach einem Standard - und der HSV fiel in sich zusammen.
„Das 3:0 hat uns den Stecker gezogen“, sagte Torwart Daniel Heuer-Fernandes. „Es darf uns einfach nicht passieren, dass wir wieder fünf Tore kriegen. Man muss kompakt stehen und die Ruhe nicht verlieren.“ Binnen fünf Minuten kassierte der HSV drei Gegentore. Das dürfe, betonte Sportdirektor Claus Costa, nicht passieren.
Diverse individuelle Fehler führten zur nächsten heftigen Pleite. Doch darauf wollte beim HSV niemand direkt eingehen. „Du kommst aus dieser Phase nur heraus, wenn du zusammen stehst und wenn du nicht versuchst, die Schuld beim Nebenmann zu suchen“, sagte Polzin. Der Trainer sah eine bessere Mannschaft als noch beim 0:5 gegen Mainz. Man habe versucht, die Dinge deutlich besser zu machen als noch vor einer Woche.
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