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Veröffentlicht am 05.01.2025 07:00

Photovoltaik-Projekt in Eyb: Die Stellungnahme einer Behörde lässt aufhorchen

Photovoltaik-Anlagen sind bei der Stromerzeugung in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Im Stadtteil Eyb soll jetzt ein neues, rund sechs Hektar umfassendes Freiflächen-PV-Projekt entstehen. Der Stadtrat hat es auf den Weg gebracht, doch von Behördenseite mehren sich die Bedenken wegen der Belastung mit Zink.

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes wird gerade Baurecht geschaffen für das Areal, das südöstlich von Eyb liegt. Dort soll auf insgesamt rund 6,4 Hektar eine Freiflächen-PV-Anlage mit einer Leistung von 9 Megawattpeak (MWP) entstehen. Sie soll eine jährliche Strommenge von neun Millionen Kilowattstunden erzeugen. Zum Vergleich: Ein Vierpersonenhaushalt verbraucht zwischen 2900 und 4200 Kilowattstunden per annum – demnach könnten mit der Leistung etwa 3000 Familien versorgt werden.


Wir sehen keine Verdachtsmomente.

Andrea Heinlein

Im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange ging eine Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) bei der Stadt zu der geplanten Anlage ein, die noch für größere Wellen sorgen könnte. Immerhin waren Ende 2023 laut Auskunft des Öko-Instituts in Deutschland 81,9 Gigawatt Photovoltaik installiert. Bei rund einem Drittel davon handelt es sich um Freiflächenanlagen.

Angelehnt an ein Papier der „Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Boden“ formulierte die zuständige WWA-Abteilungsleiterin für die Anlage in Eyb Bedenken wegen der Bodenbelastung, die von verzinktem Stahl in den Spieß-Fundamenten ausgehen könnte. „Das ist ein Themenfeld, das in der Wasserwirtschaft gerade erst aufkommt.“

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Auch die zuständigen Stellen der Stadt zeigten sich in der Stadtratssitzung reichlich überrascht von dem Hinweis auf eine mögliche Zinkbelastung. „Das hat sich uns schwer erschlossen“, erklärte Baureferent Jochen Büschl zu dem Einwand des Wasserwirtschaftsamtes. Auch Stadtentwicklerin Andrea Heinlein gab sich zurückhaltend: „Wir sehen keine Verdachtsmomente.“

Allerdings wird in dem 108 Seiten dicken Werk der „Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Boden“ sehr explizit darauf hingewiesen, dass beim Bau von Solarparks eine Belastung des Untergrunds grundsätzlich zu vermeiden ist und deshalb einige Parameter zu beachten sind.

Das Landesamt für Umweltschutz nimmt Gründungselemente in den Blick

Das lässt sich auch ganz konkret festmachen: Neben dem üblichen Alterungsprozess von verzinktem Stahl und dem damit einhergehenden Abtrag soll nun auch die Beschaffenheit des Bodens sowie die Höhe des Grundwasserpegels zunächst geprüft werden. Die Behörde nennt in diesem Zusammenhang ein Beispiel für eine mögliche Zinkbelastung: Ist der Untergrund vermehrt mit Steinen durchsetzt, würde das durch die Reibung beim Einsetzen der Erdspieße ebenfalls zu einem Abtrag der verzinkten Elemente und damit zu einer Belastung des Bodens führen.

„Wir bauen jetzt seit 18 Jahren Solarparks, und ich höre zum ersten Mal davon“, zeigte sich Michael Kreiselmeyer, der mit seiner „mk-Gruppe“ die Anlage in Eyb verantwortet, reichlich überrascht von dem vorsorglichen Hinweis der Behörde. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da etwas passiert. Ist das überhaupt messbar?“

Aufklärung verspricht das Studium des dazugehörigen Merkblattes 1.2/9 des Landesamtes für Umweltschutz (LfU). Darin werden die Gründungselemente der in der Regel großflächigen Freiflächenphotovoltaikanlagen in den Fokus genommen. „Ein nicht nur unerheblicher Stoffeintrag ins Grundwasser mit Gefährdung seiner natürlichen Organismen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht auszuschließen.“

Wie das LfU weiter darlegt, ist aus Gründen des Allgemeinen Grundwasserschutzes die Verwendung von „verzinkten Stahlprofilen, -rohren oder Schraubankern nicht zulässig, wenn diese bis in die gesättigte Zone oder den Grundwasserschwankungsbereich reichen müssten“. In diesem Fall müssen andere Materialien wie unverzinkter Stahl oder Edelstahl verwendet werden.

Bodenkundliche Baubegleitung

Diese Frage stellt sich in Eyb aufgrund der Hanglage des Areals nicht, meint der Investor. Eine bodenkundliche Baubegleitung durch ein Ingenieurbüro ist nach Mitteilung des Wasserwirtschaftsamtes jedoch angeraten. „Wir haben uns entschieden, den Bau begleiten zu lassen. Wir wollen uns nicht aus der Verantwortung stehlen“, sagt Kreiselmeyer.

Im Grundsatz geht es darum, dass die bestehende Qualität des Bodens erhalten bleibt und er nicht nach dem Ende der Laufzeiten der Freiflächenanlagen mit Schadstoffen angereichert ist, erklärt das Wasserwirtschaftsamt. Dabei ist eine Frage aber erlaubt, findet Kreiselmeyer: „Wer sagt denn, dass wir die Anlage in 30 Jahren wieder abbauen? Wir brauchen diesen grünen Strom, und der Bedarf in der Zukunft wird deutlich steigen.“

Der Fokus bei der Genehmigung von Freiflächen-PV-Anlagen soll auf den Schutz des Bodens gelenkt werden. Dabei muss vor allem die Beschaffenheit des Untergrunds beleuchtet werden. (Archivfoto: Andreas Reum)
Der Fokus bei der Genehmigung von Freiflächen-PV-Anlagen soll auf den Schutz des Bodens gelenkt werden. Dabei muss vor allem die Beschaffenheit des Untergrunds beleuchtet werden. (Archivfoto: Andreas Reum)
Der Fokus bei der Genehmigung von Freiflächen-PV-Anlagen soll auf den Schutz des Bodens gelenkt werden. Dabei muss vor allem die Beschaffenheit des Untergrunds beleuchtet werden. (Archivfoto: Andreas Reum)

Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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