Prozessauftakt in Ansbach: Angeklagter soll brutalen Raubmord verübt haben | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 14.01.2026 17:17

Prozessauftakt in Ansbach: Angeklagter soll brutalen Raubmord verübt haben

Körperverletzung, Raub, Mord: Die Liste an Verbrechen, die die Staatsanwaltschaft einem 48-Jährigen vorwirft, ist lang. Am Mittwoch fand der Prozessauftakt vor dem Ansbacher Schwurgericht statt. Der Angeklagte hüllt sich bislang in Schweigen.

Gemäß den Ausführungen von Oberstaatsanwalt Jonas Heinzlmeier soll der Angeklagte Tomasz T. (Name geändert) in der Nacht des 5. März 2025 in die Erdgeschosswohnung eines 66-Jährigen in der Büttenstraße in Ansbach eingedrungen sein. Hier nahm er demnach unter anderem mehrere Uhren, eine Kette, ein Mobiltelefon, Bargeld und eine EC-Karte an sich und verließ die Wohnung wieder. Das Opfer soll währenddessen geschlafen haben.

Hirnblutung und mehrere Brüche im Gesicht

In der Folge soll der Angeklagte versucht haben, mit der Karte Geld an einem Automaten abzuheben. Weil ihm aber die PIN fehlte, scheiterte der Versuch. Laut der Anklage soll er deshalb in die Wohnung zurückgekehrt sein, und das Opfer mit „massiver Gewalt” malträtiert haben, um an die Geheimnummer zu kommen. Als dies zum Erfolg führte, folgte ein weiterer Gang zum Automaten und die Abhebung von 1400 Euro.

Durch die Schläge auf den Kopf und den Oberkörper erlitt der 66-Jährige beispielsweise „massive Kopf- und Gesichtsverletzungen”, eine Hirnblutung sowie Brüche der Nase, des Kiefers und der Augenhöhlenböden. Durch die Verletzungen war der Mann desorientiert und verwirrt. Dies führte dazu, dass er am 7. März gegen 2 Uhr eigenmächtig das Klinikum Ansbach verließ, in das er zuvor eingeliefert worden war. Die Folge: Da er nur leicht bekleidet war, unterkühlte der Mann schnell und blieb in einem Park auf dem Krankenhausgelände liegen. Hier wurde er Stunden später tot aufgefunden.

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Körperverletzungen und Raubüberfälle

Der Mord ist zweifelsfrei der Hauptanklagepunkt in diesem Prozess vor dem Schwurgericht. Doch am ersten Verhandlungstag ging es zunächst um zwei brutale Überfälle, in die der 48-jährige Tomasz T. ebenfalls verwickelt sein soll. Am 18. Januar 2025 soll er mit einem unbekannten Mittäter einen Mann in der Nähe des Ansbacher Bahnhofes hinterrücks attackiert haben, ihm mehrfach wuchtig mit der Faust auf den Hinterkopf und auf die linke Gesichtshälfte geschlagen haben. Bei der Attacke entwendeten die Täter 35 Euro Bargeld und flüchteten anschließend.

Der Mann leidet auch heute noch unter der Tat, wie er als Zeuge im Prozess aussagte. Er traue sich nicht mehr, alleine nach draußen zu gehen, vor allem dann nicht, wenn es dunkel sei, sagte er. „Ich hatte Todesangst”. Zudem leidet er auch heute noch unter Sehstörungen durch eine damals zugefügte Verletzung am Auge. Ob es sich bei dem Angeklagten um einen der Täter handelte, da ist sich der Mann nicht zu 100 Prozent sicher. „Er kann es gewesen sein, er kann es aber auch nicht gewesen sein.”

Ähnlich erging es einem weiteren Mann am 23. Februar gegen 21.40 Uhr. Er wurde laut der Anklage an diesem Abend auf einem Parkplatz in der Ansbacher Feuerbachstraße von hinten attackiert. Durch die Wucht des ersten Schlages ging er zu Boden. Der Täter habe Geld von ihm verlangt, berichtete er. Als er ihm aber gesagt habe, dass bei ihm nichts zu holen sei, habe der Mann von ihm abgelassen. „Er hat meine Taschen nicht durchsucht”, erinnerte er sich vor Gericht. „Das hat mich gewundert.”

Verteidiger kritisiert die Ermittlungen

Als ihm bei der polizeilichen Vernehmung Lichtbilder von Tatverdächtigen gezeigt wurden, habe er den Angeklagten erkannt, so der Geschädigte weiter. „Heute weiß ich nicht mehr, ob er es war”, sagte er auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Matthias Held.

Was am ersten Verhandlungstag deutlich wurde: Die beiden Zeugen und der Angeklagte kennen sich, zumindest vom Sehen. Sie verkehrten in den gleichen Lokalitäten und liefen sich hier immer wieder über den Weg. Und Tomasz T.? Der äußerte sich am ersten Verhandlungstag nicht. Über seinen Verteidiger Dr. Detlef Justen ließ er mitteilen, dass er die Taten bestreitet.

Der Anwalt ließ in seiner Erklärung zu Beginn der Beweisaufnahme auch Kritik an den bisherigen Ermittlungen durchklingen. So hat er etwa nach eigenen Worten den Eindruck, dass der Fokus schnell auf seinen Mandanten gelegt wurde und andere Möglichkeiten nicht mehr berücksichtigt wurden.

Der Angeklagte (hinten) schweigt zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger Dr. Justen Detlef (rechts vorne) erklärte aber in seinem Namen, dass er die Vorwürfe bestreitet. (Foto: Irmeli Pohl)
Der Angeklagte (hinten) schweigt zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger Dr. Justen Detlef (rechts vorne) erklärte aber in seinem Namen, dass er die Vorwürfe bestreitet. (Foto: Irmeli Pohl)
Der Angeklagte (hinten) schweigt zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger Dr. Justen Detlef (rechts vorne) erklärte aber in seinem Namen, dass er die Vorwürfe bestreitet. (Foto: Irmeli Pohl)

Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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