Mit den ersten zweistelligen Temperaturen empfiehlt sich für Autofahrer ein gründlicher Frühjahrscheck. Schnee, Eis und Streusalz haben im Winter Material und Technik beansprucht. Wer jetzt auf ein paar Dinge achtet, trägt nicht nur zum Werterhalt seines Fahrzeugs bei, sondern beugt auch möglichen teuren Folgeschäden vor.
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) empfiehlt zunächst einen Blick auf die Reifen, sind sie doch das wichtigste Bindeglied zwischen Auto und Straße. Wer nicht auf Ganzjahresreifen unterwegs ist, der sollte bei Temperaturen dauerhaft über sieben Grad Celsius von Winter- auf Sommerreifen zu wechseln. Sie bieten auf trockener und nasser Fahrbahn bessere Haftung und verkürzen den Bremsweg. Winterreifen verschleißen bei Wärme schneller, zudem kann sich der Bremsweg deutlich verlängern. Ganzjahresreifen sind immer nur ein Kompromiss.
Wichtig ist auch die Profiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben sind zwar nur mindestens 1,6 Millimeter, der AvD rät bei Sommer- und Allwetterreifen jedoch zu mindestens drei Millimetern. Zur einfachen Kontrolle genügt eine Ein-Euro-Münze. Der goldene Rand entspricht der empfohlenen Tiefe. Verschwindet er im Profil, ist alles gut.
Auch der Reifendruck sollte kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden, denn ein zu niedriger Druck erhöht den Verschleiß und treibt den Kraftstoffverbrauch nach oben.
Der Winter ist außerdem Hochsaison für Batterieprobleme. Kälte schwächt die Starterbatterie erheblich. Die Pannenstatistik des AvD zeigt, dass in den Wintermonaten die Batterie mehr als doppelt so oft Probleme bereitet wie im Zeitraum April bis September. Wer beim Starten ein träges Durchdrehen des Motors bemerkt oder eine ältere Batterie im Fahrzeug hat, sollte die Spannung überprüfen lassen. Ein kurzer Batterietest in der Werkstatt schafft Klarheit über den Zustand und verhindert böse Überraschungen.
Ebenfalls wichtig ist die Beleuchtung. Streusalz und Feuchtigkeit können Kontakte angreifen, Temperaturschwankungen setzen den Leuchtmitteln zu. Ein kompletter Lichttest ist schnell erledigt und erhöht die Sicherheit deutlich.
Gleiches gilt für die Scheibenwischer. Hinterlassen sie Schlieren, sollten die Wischerblätter ersetzt werden. Mit einem geeigneten Sommerzusatz im Wischwasser lassen sich Insektenreste besser entfernen als mit reinem Frostschutzmittel.
Eine gründliche Fahrzeugwäsche inklusive Unterbodenreinigung hilft, Salzreste zu entfernen und Korrosion vorzubeugen. Waschstraßen können dabei bedenkenlos genutzt werden, denn die hoch entwickelte Technik schont Blech und Lack. Als Alternative bieten sich Waschparks oder entsprechende Einzelplätze für die Nassreinigung von Hand an.
Alle genannten Anlagen bieten überdies den Vorteil, dass mit Schmutzfiltern und Ölabscheidern die Umwelt geschont wird. Viele Kommunen verbieten das private Waschen auf Grundstücken und der Straße.
Der Innenraum sollte beim Frühjahrsputz des Autos nicht zu kurz kommen. Vor dem Aussaugen sollten die Fußmatten herausgenommen werden. Sind sie feucht sein, sollten sie zunächst getrocknet werden. Der Innenraum kann mit Tüchern und entsprechenden Pflegemitteln gereinigt und der Pollenfilter kontrolliert werden. Die Windschutzscheibe von innen zu putzen kann ebenfalls nicht schaden.
Beim Saubermachen ist auch der Kofferraum nicht zu vergessen. Bei dieser Gelegenheit empfiehlt es sich auch, unnötigen Inhalt zu entfernen. Der Filter der Klimaanlage sollte ebenfalls sauber sein. Das verbessert die Luftqualität und hilft im Frühling und Sommer nicht nur Allergikern.
Abschließend empfiehlt der AvD einen Blick auf Ölstand, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit zu werfen, denn Kurzstrecken im Winter belasten Motor und Technik besonders stark. Ein strukturierter Frühjahrscheck kostet wenig Zeit, erhöht aber die Betriebssicherheit deutlich und erspart im Zweifel die eine oder andere spätere Reparatur.