Ratten in Norma-Zentrallager - Behörden greifen ein | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 24.09.2026 17:01

Ratten in Norma-Zentrallager - Behörden greifen ein

Im Norma-Zentrallager in Regenstauf sind Ratten festgestellt worden. (Symbolbild) (Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa)
Im Norma-Zentrallager in Regenstauf sind Ratten festgestellt worden. (Symbolbild) (Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa)
Im Norma-Zentrallager in Regenstauf sind Ratten festgestellt worden. (Symbolbild) (Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa)

Rattenbefall und Hygienemängel sind nach Angaben des Landratsamtes Regensburg im Zentrallager der Discounter-Kette Norma in Regenstauf festgestellt und inzwischen teilweise beseitigt worden. Die Behörde verhängte gegen das Unternehmen Auflagen und kündigte weitere Kontrollen an. Zudem seien zwei Bußgeldverfahren eingeleitet und Zwangsgelder verhängt worden, teilte ein Sprecher des Landratsamtes mit.

Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk über den Rattenbefall in dem Norma-Zentrallager berichtet. Norma räumte nach BR-Angaben dem Sender gegenüber in einer schriftlichen Stellungnahme den Rattenbefall ein und gab an, dass keine kontaminierte Ware in den freien Verkauf gegangen und die Gesundheit von Mitarbeitern nicht gefährdet worden sei.

Auf mehrere Anfragen der Deutschen Presse-Agentur hin äußerte sich Norma zunächst nicht. Inzwischen hat sich auch die Landtags-SPD zu dem Fall geäußert und Aufklärung gefordert. 

Weitere Auflagen

Eine Verbraucherbeschwerde habe den Anstoß für eine Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung am 4. August in dem Zentrallager gegeben, teilte der Sprecher des Landratsamtes mit. Dabei seien in Teilbereichen des Trockenlagers Hygienemängel wie Staub und Schmutz sowie ein Rattenbefall festgestellt worden. Weil bei einer Nachkontrolle am 1. September die Mängel nicht vollständig behoben gewesen seien, seien eine weitere Kontrolle und die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens angekündigt worden.

Bei einer Kontrolle am 9. September seien die Mängel erneut nicht vollständig beseitigt gewesen, woraufhin die Behörde dem Betreiber 17 zu erledigende Einzelmaßnahmen auferlegt habe. Die Behebung der Hygienemängel sei bis 16. September verlangt worden, die Frist für die Behebung baulicher Mängel unter anderem an Rolltoren und Fußboden ende am 12. Oktober. 

Mängel behoben

Bei der mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durchgeführten Kontrolle am 16. September seien die Hygienemängel behoben gewesen. „Der Hygienestatus im Zentrallager war aufgrund der zum Großteil umgesetzten Maßnahmen wieder in einem insgesamt akzeptablem Zustand“, teilte der Sprecher mit.

Der Schädlingsbefall sei zwar weiterhin vorhanden gewesen, „jedoch bereits in geringerem Umfang“. Vorbeugende Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Außenbereich müssten überdies noch „dringend verbessert werden“. Das Landratsamt kündigte an: „Es ist geplant, wöchentlich mindestens eine Kontrolle durchzuführen, bis der Rattenbefall erledigt ist.“

Die baulichen Mängel seien bereits zum großen Teil behoben worden, für die restlichen Maßnahmen gelte weiter die Frist bis 12. Oktober. 

Kein Hinweis auf Kontaminierung von Waren

Das Landratsamt verwies darauf, dass es keine Erkenntnisse habe, dass kontaminierte Waren an Filialen ausgeliefert worden seien. Durch Kotspuren betroffene Ware sei vollständig vor Ort vom Betreiber entsorgt worden. 

„Anhand der Protokolle unserer Entsorgungsfirma ist nachvollziehbar, dass die Waren korrekt entsorgt wurden. Zudem sind unsere Mitarbeitenden sensibilisiert und geschult, um zu jeder Zeit die notwendigen Hygienestandards einzuhalten. Darüber hinaus findet eine tägliche Unterhaltsreinigung durch eine Fachfirma statt“, heißt es laut BR in der Stellungnahme von Norma.

„Ernstes Problem“: SPD stellt Fragen

Die Landtags-SPD fordert unterdessen Aufklärung darüber, weshalb die Behörden nicht früher eingeschritten sind. Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Anna Rasehorn sagte: „Rattenkot und Urin zwischen Lebensmitteln sind nicht nur eklig, sondern ein ernstes Problem für den Verbraucherschutz. Wir wollen jetzt konkrete Antworten: Warum ist die Behörde erst im September eingeschritten, wenn das Problem seit einem Jahr bekannt war, wie oft wurde kontrolliert und warum wurde die Öffentlichkeit nicht früher informiert?“

Es sei seit Monaten bekannt, dass bei der Lebensmittelüberwachung in Bayern vielerorts Personal fehle, so Rasehorn. Umso wichtiger sei jetzt die Frage, ob die Kontrollen in diesem Fall ausreichend waren. „Verbraucherschutz darf nicht davon abhängen, ob gerade genug Kontrolleure da sind.“

Nach Angaben des Landratsamtes gab es vor der Kontrolle am 4. August zuletzt am 19. Mai 2026 und am 19. November 2025 Kontrollen in dem Norma-Zentrallager in Regenstauf.

© dpa-infocom, dpa:260924-930-739193/1


Von dpa
north