Freude bei Emily und ihren Eltern. Dank der Spenden der FLZ-Leserinnen und Leser kann sich die Familie ein rollstuhlgerechtes Auto leisten. Ausflüge zum Supermarkt und in die Region, die zuvor kaum umzusetzen waren, sind nun möglich. Die Summe von 23.560 Euro ist die höchste, die in der Geschichte der FLZ je an Einzelspenden zusammenkam.
Die FLZ war ein Strohhalm, an den sich Bernd Danniger in seiner Not geklammert hat. Seine Tochter leidet von Geburt an an Muskelschwäche, der Fachbegriff dafür lautet „Spinale Muskelatrophie (SMA) Typ 1”. Bei der Krankheit sterben nach und nach die Nervenzellen im Rückenmark ab. Bei Emily hat die Krankheit einen besonders schweren Verlauf genommen.
Die mittlerweile Sechsjährige, die im Landkreis Ansbach lebt, sitzt von klein auf im Rollstuhl, ist an ein Beatmungsgerät und eine Ernährungssonde angeschlossen. Aufgrund dieses „Zubehörs“ war das Kind bislang alles andere als mobil. Der 36-jährigen Mutter, die das Kind überwiegend betreut, während der Vater tagsüber seiner Arbeit als Schreiner nachgeht, war es nahezu unmöglich, alleine einen Ausflug mit ihrer Tochter zu unternehmen. Emily wiegt inzwischen 26 Kilogramm, die schmächtige Mutter kann sie nur mit Müh und Not heben.
Damit die Familie mobiler ist, hatten die Danningers vor, ein rollstuhlgerechtes Auto anzuschaffen. Da sie es sich nicht leisten konnten und ihr Antrag auf finanzielle Unterstützung vom Bezirk Mittelfranken abgelehnt wurde, hatte Bernd Danninger versucht, das Geld auf eigene Faust durch Spenden einzutreiben. Nach der Arbeit, oft bis in die Nacht hinein und auch an den Wochenenden, hat der 40-Jährige Stiftungen und Organisationen angeschrieben. Fast 70.000 Euro kostet ein Fahrzeug, das speziell für die Sechsjährige ausgestattet werden muss. Unter anderem braucht es eine spezielle Rampe für den Rollstuhl, einen Assistenzsitz und Anschlussmöglichkeiten für die Hilfsapparaturen.
Bernd Danninger hat gezweifelt, ob er die hohe Summe zusammenbekommt. Über ein halbes Jahr lang hat er um Spenden geworben, teils wochenlang hat er keine Reaktionen auf seine Schreiben bekommen. Um Ostern herum ist die Sache komplett stagniert, „da waren wohl alle im Urlaub”, meint der Vater rückblickend. In seiner Verzweiflung wandte er sich auch an die FLZ. Ein paar hundert Euro würden seiner Familie vielleicht auch die Zeitungsleserinnen und -leser spenden, so hatte er gehofft.
Doch die Spendenbereitschaft der FLZ-Leserinnen und -Leser übertraf alle Erwartungen. Insgesamt gingen 200 Einzelspenden direkt ein, ein Gesamtbetrag von 23.560 Euro kam zusammen. Die höchste Summe davon kam mit 2000 Euro von der Hilterhaus-Stiftung in Ansbach. „Das ist deutlich mehr, als das, womit wir gerechnet haben”, sagt der Vater. Da die Danningers Spenden von weiteren Organisationen erhalten haben – unter anderem 10.000 Euro vom Lions Club Ansbach (er wurde durch den FLZ-Artikel auf Emily aufmerksam) – ist das Auto auf jeden Fall finanziert. Bernd Danniger hat die Spezialanfertigung bereits in Auftrag gegeben. Voraussichtlich Anfang August kann das rollstuhlgerechte Auto für Emily abgeholt werden. „Sie hat wahrgenommen, dass da etwas passiert, und freut sich”, sagt der Vater über seine Tochter.
Auch beim Baden und Duschen wird die Sechsjährige hoffentlich bald mehr Freude haben. Das Geld, das die Danningers über die FLZ-Spendenaktion erhalten haben und nicht mehr für die Finanzierung des Autos benötigen, möchten sie in den Umbau des Bades stecken. Aktuell ist es nicht ebenerdig, eine Zwischenwand erschwert das Manövrieren mit dem Rollstuhl. Und wieder macht der Mutter das Körpergewicht ihrer heranwachsenden Tochter zu schaffen. Nur unter großer Kraftanstrengung kann sie das Kind vom Rollstuhl auf den speziellen Badestuhl, der in der Badewanne steht, hieven. Beim Badumbau sollen unter anderem der Boden begradigt und die Wand entfernt werden. Auch eine Dusche soll es geben, in die Emily auf ihrem Rollstuhl direkt einfahren kann.
Das Geld aus der FLZ-Spendenaktion macht das Leben der Sechsjährigen und ihrer Familie ein Stück besser. Dank des Autos können Eltern und Kind mehr am sozialen Leben teilhaben. Und der Gang ins Bad wird für Mutter und Tochter künftig nicht nur reine Anstrengung, sondern hoffentlich auch Spaß bedeuten. Die FLZ und die Familie Danninger danken den FLZ-Leserinnen und -Lesern für die großartige Unterstützung!