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Veröffentlicht am 04.03.2025 07:00

Rolle rückwärts: In Scheinfeld entsteht nun doch eine neue große Salzhalle

Aus dem Jahr 1961 stammt diese Halle, die auf dem Gelände des Scheinfelder Bauhofs bisher für die Lagerung von Streusalz verwendet wurde. Jetzt soll ein Neubau her. (Archivfoto: Andreas Reum)
Aus dem Jahr 1961 stammt diese Halle, die auf dem Gelände des Scheinfelder Bauhofs bisher für die Lagerung von Streusalz verwendet wurde. Jetzt soll ein Neubau her. (Archivfoto: Andreas Reum)
Aus dem Jahr 1961 stammt diese Halle, die auf dem Gelände des Scheinfelder Bauhofs bisher für die Lagerung von Streusalz verwendet wurde. Jetzt soll ein Neubau her. (Archivfoto: Andreas Reum)

Und wieder die Rolle rückwärts: Nachdem der Kreistag im Dezember dem eigentlich schon beschlossenen Neubau einer Salzhalle auf dem Gelände des Kreisbauhofs in Scheinfeld aus Kostengründen zunächst eine vorläufige Absage erteilt hatte, stimmte das Gremium diesmal zu. Der Grund: Keine der Alternativen überzeugt.

Auf rund 1,65 Millionen Euro hatte der Planer die Halle im Dezember veranschlagt – ein Betrag, der im Gremium angesichts der problematischen Haushaltslage des Landkreises eine Art Schnappatmung ausgelöst hatte. Vor allem Walter Prechtel (UWG) und Jürgen Riedel (CSU) hatten sich eindeutig gegen den Neubau positioniert: „Unsere Haushaltssituation lässt so eine Investitionssumme eigentlich nicht zu“ (Riedel). Während Riedel seinerzeit die alternative Aufstellung von drei Salzsilos – strategisch günstig über den Landkreis verteilt – ins Spiel gebracht hatte, waren die Grünen in Person von Manfred Müller der Ansicht, es solle genügen, die alte Halle mit größeren Toren aus- und damit aufzurüsten.

Folgerichtig wurde der Bauantrag noch einmal zurückgestellt und die Verwaltung beauftragt, sämtliche möglichen Alternativen eingehend zu prüfen. Eine Hausaufgabe, der Timo Schütz, Leiter des Kreisbauhofs, sowie Niko Schwarz und Stefan Hahn von der Kreisverwaltung erschöpfend nachkamen.

Untersucht wurden nicht nur die Option, die bisherige Halle – Baujahr 1961 – einfach weiter zu benutzen, sondern auch der Bau von einem großen (rund eine Million Euro) oder mehrerer kleinerer dezentraler Salzsilos (ca. 1,16 Millionen), die Anmietung solcher Silos, der Neubau einer Salzhalle im kleineren Rahmen oder die Errichtung auf einem anderen Grundstück. Das Ergebnis: Keine dieser Alternativen konnte überzeugen – bei einigen war es immerhin knapp.

Klar ist: Die bestehende Halle weist salzbedingte Schäden an den Pfeilern auf und das Dach ist undicht. Zudem ist die Lagerkapazität auf 325 Tonnen beschränkt, was bedeutet, dass im Winter mehrmals Salz nachgekauft werden muss. Das wiederum ist deutlich teurer als die einmalige Bestellung der benötigten Menge zwischen 1650 und 3000 Tonnen. Zwar wäre eine Sanierung preisgünstiger als ein Neubau. Doch aufgrund der „unzureichenden Lagerkapazitäten und den schlechten betrieblichen Abläufen“ plädiere man dafür, das Gebäude künftig nur noch als Lager für Fahrzeuge und Geräte zu nutzen.

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Errichtung von Silos reizvoll, aber schwierig

Die zweite Option waren die Salzsilos. Deren Anmietung wurde schon allein deshalb abgelehnt, weil eine Miete mittelfristig deutlich teurer sei als der eigene Aufbau. Der Bau von drei dezentralen 500-Tonnen-Silos im Landkreis sei zwar reizvoll, weil die jeweiligen Gemeinden diese dann mitnutzen könnten. Doch würde das eine radikale Umorganisierung der Räum- und Streustrecken erfordern, die alle auf den Standort Scheinfeld abgestimmt seien, um Leerfahrten zu vermeiden. Zudem müssten Grundstücke gekauft werden, um die Silos aufstellen zu können.

Der Bau einer kleineren Halle sei zwar etwas günstiger – um rund 300.000 Euro –, aber man hätte wieder eine geringere Ladekapazität und müsste im Winter zusätzliches Salz ordern. Auch der Neubau auf einem anderen Grundstück – auf dem Scheinfelder Bauhof-Gelände erfordert der nicht ideale Untergrund eine spezielle Gründung, was wiederum die Kosten anhebt – scheitere an den auf Scheinfeld ausgerichteten Fahrtrouten der Streufahrzeuge sowie am Preis für ein solches Grundstück und der Erschließung. Hinzu kommt: In Scheinfeld liegt das für den Salzhallenbau erforderliche Bodengutachten schon vor – anderswo müsse es erst noch erstellt werden.

Hohe Lebensdauer und größere Lagerfläche

Wenig überraschend plädierten die Fachleute also weiterhin für den Neubau einer größeren Salzhalle auf dem Gelände des Scheinfelder Kreisbauhofareals. Stefan Hahn stellte diese Planung noch einmal vor und verwies dabei zunächst auf die „hohe Lebensdauer“ von 50 bis 60 Jahren. Zudem sei dank der großzügigen Abmessungen die Belieferung mittels Sattelzug möglich, was deutlich günstiger komme und es werde durch die größere Lagerkapazität die Versorgungssicherheit erhöht. Teure Salz-Nachkäufe blieben aus, der Wartungsaufwand an der Halle selbst sei durch die Variante mit Stahlbetonstützen vergleichsweise gering.

Alles beim Alten also? Der gleiche Vorschlag wie im Dezember? Nicht ganz, denn Hahn und Niko Schwarz hatten Erfreuliches zu vermelden. Dank einer Markterkundung bei Fertighallenherstellern und neuen Erleichterungen bei Vergabemodalitäten könne deutlich eingespart werden. Das Resultat: Statt der 1,65 Millionen Euro aus dem Dezember, rechne man nun mit „nur“ noch knapp 1,2 Millionen – also unwesentlich über dem Preis eines großen Silos und mehr als 400.000 Euro unter den vor drei Monaten ermittelten Kosten.

Grüne verweisen auf die steigenden Temperaturen

Die Grünen im Gremium blieben allerdings skeptisch. Martin Bauer hält angesichts von immer weniger Schnee- und Eistagen in den Wintermonaten und der enormen finanziellen Herausforderungen für den Landkreis die Sanierung der alten Halle nach wie vor für zielführender. Er und sein Fraktionskollege David Muck blieben bei ihrem Nein.

Alle anderen Kreistagsmitglieder stimmten jetzt mit Ja. Jürgen Dierauff (CSU) zeigte sich vor allem vom „billigeren Rohstoffeinkauf im Sommer“ überzeugt – das kenne er aus der Landwirtschaft. Heike Gareis (SPD) sprach davon, es sei sinnvoll „etwas Vernünftiges und Nachhaltiges“ zu bauen, Claudia Wust (CSU) erinnerte an die Wünsche der Mitarbeiter, denen man sich nicht verschließen soll: „Die Leute sollten schon gut arbeiten können.“

Die neue Halle wird also geplant – der Baubeginn dürfte allerdings erst 2026 erfolgen.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
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