Das Pädagogik- und Therapie-Zentrum Larrieden (PTZ) bietet ein breites Angebot im Bereich der therapeutischen, sozial- und heilpädagogischen Arbeit unter Einbeziehung von Tieren. Dieses Engagement hat der Rotary Club Dinkelsbühl-Feuchtwangen am Dienstagabend mit der Verleihung des Rotarischen Meilensteins gewürdigt.
Das PTZ arbeitet verstärkt in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, hierzu gibt es unter anderem eine heilpädagogische Tagesstätte vor Ort und ein Heim für minderjährige Geflüchtete am Standort Wolfsbühl bei Wilburgstetten. Im PTZ Larrieden wird nicht nur das Therapeutische Reiten für Menschen mit Behinderung angeboten, sondern auch Freizeit- und Kursangebote, zum Teil als Inklusionsangebote.
Die Freude war dem Gründer des PTZ im Feuchtwanger Stadtteil Larrieden, Wolfgang Zacharias, anzumerken, als Rotary-Präsident Dr. Frank Hanewinckel neun Mitarbeitende der Einrichtung auf die Bühne des Konzertsaals holte und den Rotarischen Meilenstein überreichte, der mit 5000 Euro datiert ist. Hanewinckel erinnerte daran, dass das Therapiezentrum nach 1989/1990 jetzt bereits zum zweiten Mal von Rotary bedacht werde. Damals habe die Unterstützung im Rahmen eines Gemeindienstprojektes stattgefunden. „Das Pädagogik- und Therapie-Zentrum Larrieden macht großartige Arbeit, die vielen Menschen hilft”, würdigte der Präsident.
Die Laudatio auf das PTZ hielten Ron Geyer und Hannes Scholz, Geschäftsführer der Reha-Südwest Ostwürttemberg-Hohenlohe, unter deren Dach die Konrad-Biesalski-Schule (KBS) geführt wird. Scholz ist deren Leiter. Beide Einrichtungen arbeiten seit langem zusammen, „die Wurzeln reichen mittlerweile 50 Jahre zurück”, so Geyer. Damals habe die Förderung von Kindern mit Behinderung nicht den selben Stellenwert gehabt, den sie heute besitze. Gemeinsam seien „gute und mutige Visionen” entwickelt und dafür eingestanden worden.
Scholz betonte, dass Strukturen erst aufgebaut werden mussten, bei denen Förderung und Bild Hand in Hand gehen sollten. Und so sei es zu der langjährigen Zusammenarbeit beim therapeutischen Reiten gekommen. Inklusion werde in Larrieden in der Praxis gelebt. Für viele Schülerinnen und Schüler der Konrad-Biesalski-Schule sei die Erfahrung dort der Höhepunkt der Woche. „Sie werden in besonderer Weise gesehen”, hieß es. Die Erfahrungen im PTZ seien für die vielen Kinder, deren Lebensweg nachhaltig geprägt worden sei, ein „Meilenstein” gewesen.
Die Laudatoren sprachen von „tiefgreifenden pädagogischen Erfahrungen”, die den Kindern „Selbstwirksamkeit und Gleichwertigkeit” schenken: „Auf dem Pferderücken erlebt man sich stabil und im Gleichgewicht”, beschrieben Scholz und Geyer die Arbeit im PTZ. Dort würden professionelle Fachlichkeit und Ehrenamt verzahnt. Mit dem Rotarischen Meilenstein solle das „stille, beharrliche Wirken” der Einrichtung in Larrieden gewürdigt werden. Außerdem habe die Auszeichnung eine Wirkung in die Zukunft, meinte Geyer, denn das Ehrenamt werde damit gesehen.
Wolfgang Zacharias, der Gründer, erinnerte sich an die Anfänge der Einrichtung. Heute arbeiten dort an die 60 haupt- und ehrenamtliche Kräfte. Er dankte auch dem Landratsamt Ansabch, das das PTZ stets unterstützt habe, so dass die Entwicklung überhaupt möglich wurde.
Landrat Dr. Jürgen Ludwig ging in seinem Grußwort auf die Zusammenarbeit des PTZ mit der Jugendhilfe ein, zum Beispiel bei der Betreuung unbegleiteter Minderjähriger. Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh konnte an der Preisverleihung nicht teilnehmen, am selben Abend stand die Haushaltvorberatung des Stadtrats im Sitzungskalender.
Der Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer weilt im Urlaub. Er beauftragte den CSU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Huber mit einem Grußwort, das dieser für eine Analyse der Kommunalwahl in Dinkelsbühl nutzte. Werte wie „Freundschaft, guten Willen und Gemeinschaft”, für die das Pädagogik- und Therapiezentrum Larrieden stehe, wünschte er sich für die Arbeit des künftigen Stadtrats.