Rothenburg: Künstler Takeyama kehrt nach Japan zurück | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.02.2023 14:31

Rothenburg: Künstler Takeyama kehrt nach Japan zurück

Ein kleines Bild, das noch in den Koffer passt: Mit diesem Geschenk verabschiedeten sich Dr. Jörg Christöphler, Dieter Kölle (von links) sowie Kurt Förster und Dr. Markus Naser (von rechts) von dem Künstler Eiichi Takeyama. (Foto: Simone Hedler)
Ein kleines Bild, das noch in den Koffer passt: Mit diesem Geschenk verabschiedeten sich Dr. Jörg Christöphler, Dieter Kölle (von links) sowie Kurt Förster und Dr. Markus Naser (von rechts) von dem Künstler Eiichi Takeyama. (Foto: Simone Hedler)
Ein kleines Bild, das noch in den Koffer passt: Mit diesem Geschenk verabschiedeten sich Dr. Jörg Christöphler, Dieter Kölle (von links) sowie Kurt Förster und Dr. Markus Naser (von rechts) von dem Künstler Eiichi Takeyama. (Foto: Simone Hedler)

Was schenkt man einem Künstler, der nach jahrzehntelangem erfolgreichen Schaffen zurück in seine Heimat geht? Oberbürgermeister Dr. Markus Naser hat sich für „etwas Kleines“ entschieden, immerhin muss es in Eiichi Takeyamas Koffer passen, wenn er am Samstag nach Japan fliegt.

Ein kleines gerahmtes Bild der Stadtsilhouette soll den Maler, der in Tokyo geboren ist, an seine Zeit in Rothenburg erinnern. Im Gegenzug hat Eiichi Takeyama in den 28 Jahren, die er hier gelebt hat, zahlreiche Spuren hinterlassen.


Viele Rothenburger Motive haben durch seine Augen eine neue Bedeutung gewonnen.

Dr. Jörg Christöphler

„Sie werden immer einen Platz in Rothenburg haben“, versicherte der OB. Und auch für die zahlreichen Gemälde, die Eiichi Takeyama der Stadt geschenkt hat, versprach er einen Ehrenplatz. Gemeinsam mit den beiden Bürgermeistern Kurt Förster und Dieter Kölle sowie dem Tourismusdirektor Dr. Jörg Christöphler verabschiedete er den japanischen Künstler.

Dem 87-Jährigen machten zuletzt längere Krankheitsphasen zu schaffen. Außerdem leben seine zwei Kinder und sein Enkelsohn in Japan. Mit der Familie will er jetzt mehr Zeit verbringen.

Künstler Takeyama schuf Traumbilder

„Viele Rothenburger Motive haben durch seine Augen eine neue Bedeutung bekommen“, würdigte Christöphler das Werk des Malers. „Es sind Traumbilder entstanden, die es so vorher nicht gab und auch nicht mehr geben wird.“

Die Realität nicht einfach zu kopieren, sondern sie zu interpretieren: Das ist für Eiichi Takeyama der entscheidende Unterschied zwischen einem Profi und einem Hobbykünstler. Der Maler, der 1937 in Tokyo geboren wurde und dort nach dem Kunststudium als Professor an der Universität lehrte, zog 1994 nach Rothenburg. Bei einer Studienreise hatte er die Stadt erstmals besucht und sei von ihr sofort fasziniert gewesen, erinnert er sich. Sein Atelier wurde zum festen Bestandteil der Herrngasse.

In zahlreichen Ausstellungen hat er sie seinem Publikum präsentiert – in Deutschland genauso wie in Japan. Zuletzt waren Eiichi Takeyamas Bilder in einer Sonderausstellung im Rahmen von „Pittoresk! Fremdbild – Selbstbild – Wiederaneignung“ im RothenburgMuseum zu sehen. „Dafür bin ich sehr dankbar“, betonte er bei seiner Verabschiedung. Seinen Wunsch, einige der Plakate – „die waren sehr gelungen“ – der Ausstellung mit nach Japan nehmen zu dürfen, erfüllte ihm Tourismusdirektor Christöphler gerne.

Mit dem Flieger zurück nach Japan

Mit Kurt Förster verbindet Eiichi Takeyama die Liebe zum Tennis. „Mit Eiichi als Partner im Doppel war der Sieg immer sicher“, meinte er schmunzelnd. Allerdings: „In Deutschland steht dabei immer der Spaß im Vordergrund“, so Eiichi Takeyama. In Japan hingegen werde sehr viel mehr Disziplin verlangt. „Das ist auch bei der Malerei so.“

Ausgangspunkt für Eiichi Takeyamas Flug nach Japan ist heute der Nürnberger Flughafen. Von dort geht es dann nach einem Zwischenstopp in Istanbul weiter nach Tokyo.

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