Rothenburger Schüler zeigen Beitrag am Jugendfilm-Festival | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 19.04.2024 09:00

Rothenburger Schüler zeigen Beitrag am Jugendfilm-Festival

Das Videoteam der Realschule hat mit einigen Mitschülerinnen und Mitschülern den Film kreiert. Insgesamt haben sich 16 Jugendliche daran beteiligt. (Foto: Luca Paul)
Das Videoteam der Realschule hat mit einigen Mitschülerinnen und Mitschülern den Film kreiert. Insgesamt haben sich 16 Jugendliche daran beteiligt. (Foto: Luca Paul)
Das Videoteam der Realschule hat mit einigen Mitschülerinnen und Mitschülern den Film kreiert. Insgesamt haben sich 16 Jugendliche daran beteiligt. (Foto: Luca Paul)

Ungarn, Polen, Türkei und Italien: 28 Nationen sind an der Oskar-von-Miller-Realschule vertreten. Mit dem Titel „Unsere Schule ist bunt“ hat das Videoteam die Vielfalt dargestellt. Den Film haben die Schülerinnen und Schüler beim 36. Mittelfränkischen Jugendfilm Festival eingereicht. Am Freitagabend wird er in Nürnberg gezeigt.

In Deutschland oder in einem anderen Land geboren, zweisprachig oder einsprachig aufgewachsen? Mithilfe eines Fragebogens, der unter anderem diese Punkte beinhaltete, hat das Videoteam die Anzahl der Nationen an der Realschule herausgefunden.

Bücher auf Russisch, rumänische Gerichte und das mexikanische oder italienische Restaurant der Familie präsentieren die Schülerinnen und Schüler in die Kamera. Auch ukrainische Mädchen aus der Brückenklasse haben sich beteiligt: Den Ausklang des Films macht ein traditioneller Tanz in ukrainischer Tracht.

Niemand muss sich für seine Herkunft schämen

Mit ihrem Beitrag möchten die Jugendlichen Transparenz untereinander schaffen, darauf hinweisen, dass auch andere Mitschülerinnen und Mitschüler einen kulturellen Hintergrund haben und sich niemand dafür schämen müsse. „Sie sollen stolz darauf sein“, betont eine Schülerin, die bei dem Kurzfilm mitgewirkt hat.

Die Beiträge der Schule zur Internationalen Woche gegen Rassismus und eine Ausstellung zum Thema Toleranz haben die entscheidende Idee für den Film geliefert, erzählen die Lehrkräfte Melanie Nowarra-Ley und Simone Lindner. Sie haben das Projekt geleitet. Jedoch sei es nicht einfach gewesen, den Film zu strukturieren, erzählt Lindner.

Nicht nur Schönes aus der Kultur wird präsentiert. Die Einwanderung nach Deutschland habe einige der Schülerinnen und Schüler vor Hürden gestellt. Eine Schülerin aus Polen vermisst zum Beispiel ihre Familie sehr, andere hatten Schwierigkeiten damit, zu Beginn kein Wort zu verstehen oder haben Schlimmes in ihrem Heimatland und auf dem Weg nach Deutschland erlebt. Zwei Jungen erinnern sich noch genau an einen Ausflug in der fünften Klasse in einen Klettergarten. Sie sollten nach Hilfe rufen – auf Deutsch –, wenn sie Unterstützung benötigen. Doch das sei nicht möglich gewesen, erzählen sie. Heute können sie darüber lachen.

Vorführung im Nürnberger Cinecittà

Mit viel Engagement haben insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler an dem Kurzfilm mitgewirkt. Sie haben geschauspielert, moderiert, geschnitten, gefilmt, das Mikrofon gehalten und vieles mehr. Was das Schwierigste dabei war? Eindeutig der Ton, sind sich die Jugendlichen einig.

An dem Kurzfilm haben sie bereits im Frühjahr 2023 angefangen zu arbeiten. Im Januar haben sie ihn beim 36. Mittelfränkischen Jugendfilm Festival eingereicht. An diesem Wochenende werden alle Filme, die eingereicht wurden, im Cinecittà in Nürnberg präsentiert – mit anschließender Preisverleihung.

Insgesamt 48 Kurzfilmproduktionen zwischen einer und 30 Minuten würden „einen interessanten Einblick in das kreative Schaffen der jungen Filmszene Mittelfrankens“ bieten, heißt es von Seiten der Veranstalter.

Gemeinsam wird das Videoteam der Oskar-von-Miller-Realschule per Zug nach Nürnberg fahren, wie Melanie Nowarra-Ley erzählt. Ihr Film läuft um 18 Uhr – als erster Beitrag des Abends.


Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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