Schockierende Inhalte im Netz: So können Eltern begleiten | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 15.07.2026 09:50

Schockierende Inhalte im Netz: So können Eltern begleiten

Bloß keine Vorwürfe: Eltern sollten bei problematischen Inhalten im Netz auf Aufklärung und einen offenen Austausch mit Jugendlichen setzen. (Foto: Elisa Schu/dpa/dpa-tmn)
Bloß keine Vorwürfe: Eltern sollten bei problematischen Inhalten im Netz auf Aufklärung und einen offenen Austausch mit Jugendlichen setzen. (Foto: Elisa Schu/dpa/dpa-tmn)
Bloß keine Vorwürfe: Eltern sollten bei problematischen Inhalten im Netz auf Aufklärung und einen offenen Austausch mit Jugendlichen setzen. (Foto: Elisa Schu/dpa/dpa-tmn)

Ungewollte Nacktbilder, Mobbing und verstörende Gewaltdarstellungen: Werden Jugendliche in sozialen Medien mit solchen Inhalten konfrontiert, kann das belastend sein. Die Gefahr, auf Social-Media-Plattformen ungewollt mit solchen Bildern in Kontakt zu kommen, ist für Jugendliche aber groß. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass viele regelmäßig mit problematischen Inhalten im Netz konfrontiert sind.

Und das, obwohl drastische Gewaltdarstellungen und Schockinhalte auf den meisten großen Plattformen verboten sind und häufig schnell erkannt oder gelöscht werden. Eltern sollte bewusst sein, dass es trotz der Regularien viele Wege gibt, auf denen Kinder und Jugendliche mit problematischen Inhalten in Kontakt kommen können, heißt es von der EU-Initiative Klicksafe. Einen „absoluten Schutz vor Inhalten, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sind“, gebe es nicht. 

Umso wichtiger ist es, dass Eltern und Bezugspersonen im Gespräch mit Jugendlichen auf Aufklärung und einen offenen Austausch setzen. 

Fünf Punkte, die laut Klicksafe dabei wichtig sind:

1. Keine Vorwürfe machen

„Warum guckst du dir so etwas überhaupt an?“ oder „Wieso teilst du so ein Video?“ Solche Sätze sollten Eltern und andere Bezugspersonen nach Möglichkeit vermeiden, andernfalls ziehen sich Jugendliche womöglich schnell zurück oder blockieren den Austausch. Besser: Auf eine offene Haltung achten, Jugendliche nicht vorschnell verurteilen und nicht für ihr Verhalten ausschimpfen oder abwerten.

2. Klare Haltung zeigen

Bezugspersonen dürfen aber vermitteln, dass sie die konsumierten Inhalte nicht gutheißen und eine klare Haltung dazu haben. Etwa, indem sie erklären, dass grausame oder gewalttätige Inhalte hochproblematisch sind und keinesfalls weiterverbreitet werden sollen. Auch nicht mit vermeintlich guten Absichten, wie zum Beispiel als Warnung oder um auf Missstände aufmerksam zu machen.

3. Handlungsmöglichkeiten aufzeigen

Im Gespräch können Eltern und Jugendliche überlegen, welche Strategien es gibt, um sich gegen verstörende Inhalte zu wehren. Etwa, Fotos und Videos zu löschen, falls man sie geschickt bekommen hat. Drastische Inhalte können in den Social-Media-Diensten oder bei „jugendschutz.net“ und „www.internet-beschwerdestelle.de“ gemeldet werden. Daneben gibt es die Möglichkeit, Accounts zu melden und zu blockieren, die diese Inhalte verbreiten.

4. Zu Beratungsangeboten informieren

Nicht über alle Themen möchten Jugendliche mit ihren Eltern sprechen. Eltern und andere Bezugspersonen können aber auf anonyme Beratungsangebote wie „nummergegenkummer.de“, „bke-beratung.de/jugendberatung“ oder „juuuport.de“ hinweisen, die Kinder und Jugendliche etwa bei Cybermobbing und anderen Problemen im Internet beraten.

5. Mut zum Nein stärken

Problematische Websites oder einzelne Inhalte verbreiten sich mitunter, wenn Kinder oder Jugendliche einander im Rahmen von Challenges und Mutproben herausfordern. Eltern sollten ihrem Kind erklären, warum es mutig ist, Nein zu sagen und dem Gruppendruck standzuhalten.

© dpa-infocom, dpa:260715-930-387174/1


Von dpa
north