Schutzprojekt für die Kreuzkröte in Wilburgstetten | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 05.03.2023 16:51

Schutzprojekt für die Kreuzkröte in Wilburgstetten

Der Bagger im Hintergrund schafft Freiflächen und Tümpel für die Kreuzkröte, die beim Pressetermin mit (von links) Eva Klein und Stefanie Schwarz (beide Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Ansbach), Josef Zech (Dritter Bürgermeister von Wilburgstetten), Andrea Kerskes (Höhere Naturschutzbehörde an der Regierung von Mittelfranken), Biologe Ulrich Meßlinger, Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Bürgermeister Michael Sommer im Mittelpunkt stand. (Foto: Peter Tippl)
Der Bagger im Hintergrund schafft Freiflächen und Tümpel für die Kreuzkröte, die beim Pressetermin mit (von links) Eva Klein und Stefanie Schwarz (beide Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Ansbach), Josef Zech (Dritter Bürgermeister von Wilburgstetten), Andrea Kerskes (Höhere Naturschutzbehörde an der Regierung von Mittelfranken), Biologe Ulrich Meßlinger, Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Bürgermeister Michael Sommer im Mittelpunkt stand. (Foto: Peter Tippl)
Der Bagger im Hintergrund schafft Freiflächen und Tümpel für die Kreuzkröte, die beim Pressetermin mit (von links) Eva Klein und Stefanie Schwarz (beide Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Ansbach), Josef Zech (Dritter Bürgermeister von Wilburgstetten), Andrea Kerskes (Höhere Naturschutzbehörde an der Regierung von Mittelfranken), Biologe Ulrich Meßlinger, Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Bürgermeister Michael Sommer im Mittelpunkt stand. (Foto: Peter Tippl)

Tümpel, die auch einmal trockenfallen können, und offene Flächen mit lockeren, sandigen Böden liebt die Kreuzkröte. Genau das wird ihr in einer vor zwölf Jahren sanierten und rekultivierten ehemaligen Mülldeponie der Gemeinde Wilburgstetten geboten.

Damit der Lebensraum für die seltene und stark bedrohte Kreuzkröte noch attraktiver wird und sich die Population festigt, wurde in Kooperation der Unteren Naturschutzbehörde des Ansbacher Landratsamts, der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Mittelfranken, der Gemeinde Wilburgstetten, dem angrenzenden Sandabbauunternehmen und dem Biologen Ulrich Meßlinger aus Flachslanden ein Projekt gestartet.

„Wir wollen gemeinsam gute Lösungen finden“, sagte der Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig bezüglich der Initiative bei einem Pressetermin auf der rund 5000 Quadratmeter großen Fläche zwischen den Wilburgstettener Gemeindeteilen Limburg und Welchenholz.

Ökologische Aufwertung

Neben einer ökologischen Aufwertung des Areals durch das Anlegen von Tümpeln, Freiflächen und Sandböschungen für die Kreuzkröte kann die Gemeinde die Fläche in das kommunale Ökokonto verbuchen. Laut Bürgermeister Michael Sommer werden satte 35.000 Punkte gutgeschrieben, was bei einem Waldumbau nur schwerlich erreichbar ist. Sommer weiß um die Hürden, denn beim Gemeindeteil Brennhof wurde ein Waldstück als Öko-Fläche ausgewiesen. Bei Bauland- oder Gewerbeflächenerschließungen komme dies der Gemeinde zugute, wenn Ausgleichsflächen nötig seien.

Mit dem Projekttitel „ehemalige Abbaustellen in Westmittelfranken“ wurde laut Andrea Kerskes von der Höheren Naturschutzbehörde die Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie begonnen. Der Biologe Ulrich Meßlinger wurde mit der Feststellung des Kreuzkrötenvorkommens beauftragt. 20 Tiere wurden bei der Erstaufnahme gezählt. Bereits im Jahr darauf wurden junge Kreuzkröten festgestellt.

Deshalb wurde in diesem Winter vor der Laichzeit, die von April bis Juli stattfindet, mit der Optimierung der Fläche nach Anleitung des Biologen begonnen.

Das mit Weiden und Schilfgräsern wild bewachsene Areal wurde von einem Baggerfahrer für den Lebensraum der Kröten hergerichtet. Begleitet und koordiniert wurden die Maßnahmen von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts.

Für Meßlinger ist die Kreuzkröte in diesem Gebiet das „Flaggschiff“ einer vielfältigen Pflanzen- und Tierpopulation.

Denn auch der Laubfrosch wurde gesichtet, die Knoblauchkröte und sogar ein Pärchen Flussregenpfeifer. Im Landkreis Ansbach ist die Kreuzkröte selten geworden, berichtete Ulrich Meßlinger.

Trillernder Ruf einen Kilometer weit hörbar

Bei Cadolzhofen (Gemeinde Windelsbach) und bei Dennenlohe (Gemeinde Unterschwaningen) kennt der Biologe einige Vorkommen. Umso wichtiger ist für Meßlinger das Areal bei Wilburgstetten zur Sicherung der Kreuzkröte. Sie ist selten sichtbar, aber zwischen April und Juli bis zu einem Kilometer weit laut mit trillerndem Ruf hörbar.

Der Aufwand für die Gemeinde hält sich laut dem Bürgermeister mit etwa 1000 Euro jährlich in Grenzen. Mitunter stellte die Firma Brenner und Haas Bagger und Fahrer sogar kostenlos zur Verfügung.

„Ein vorbildliches und innovatives Kooperationsprojekt“, fasste Ludwig zusammen. Die Initiative habe eine „Win-Win-Situation“ für den Artenschutz, für die Gemeinde sowie für mehr Bewusstsein für die Natur geschaffen.


Von Peter Tippl
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