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Veröffentlicht am 12.10.2026 11:46

Schweitzer geht nach Berlin – Sozialpolitik treibt ihn um

Schweitzer wirbt nach 35 Jahren SPD-Regierung in Rheinland-Pfalz für die erste Koalition mit der CDU im Bundesland. (Archivbild) (Foto: Hannes P Albert/dpa)
Schweitzer wirbt nach 35 Jahren SPD-Regierung in Rheinland-Pfalz für die erste Koalition mit der CDU im Bundesland. (Archivbild) (Foto: Hannes P Albert/dpa)
Schweitzer wirbt nach 35 Jahren SPD-Regierung in Rheinland-Pfalz für die erste Koalition mit der CDU im Bundesland. (Archivbild) (Foto: Hannes P Albert/dpa)

Das Amt eines Arbeits- und Sozialministers kennt Alexander Schweitzer gut – zumindest aus Länderperspektive. In Rheinland-Pfalz stand der Pfälzer dem Ministerium gleich zweimal vor: von 2013 bis 2014 und von 2021 bis 2024. Dazwischen war er SPD-Fraktionschef im Landtag. 

Nach dem Rücktritt von Malu Dreyer (SPD) war Schweitzer knapp zwei Jahre Ministerpräsident. Die explodierenden Kosten in der Sozialpolitik waren zusammen mit Kommunalfinanzen, Wirtschaft und Bildung sein politischer Schwerpunkt. Auch als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz machte er sich für diese Themen stark. „Er ist Arbeits- und Sozialpolitiker aus Leidenschaft“, heißt es in der Landespartei.

Bei der Landtagswahl im März 2026 stellte sich der 2,06 Meter große Mann als Ministerpräsident erstmals dem Votum der Wähler – und verlor. Stattdessen gelang es der CDU mit Gordon Schnieder nach 35 Jahren wieder stärkste Kraft im Bundesland von Helmut Kohl zu werden. 

Schweitzer führte Koalitionsverhandlungen – nicht im Kabinett 

Schweitzer führte für die SPD die Koalitionsverhandlungen der ersten schwarz-roten Landesregierung in Rheinland-Pfalz. In Schnieders Kabinett trat er aber nicht ein. Das hatte er schon im Wahlkampf ausgeschlossen. 

Er wurde erneut Fraktionschef im Landtag und kommissarischer Parteichef – gewählt ist der 53-Jährige in dem Amt bisher nicht. Von seiner angekündigten Aufarbeitung der Wahlniederlage drang bislang wenig nach außen. Für einen dazu bis Jahresende angekündigten Parteitag gibt es bisher keinen Termin.

Als stellvertretender SPD-Bundeschef präsent 

Als stellvertretender SPD-Bundeschef meldet sich Schweitzer immer wieder zur Bundespolitik zu Wort. Ein Grund, weshalb sein Kollege im Landtag, CDU-Fraktionschef Christoph Gensch, kürzlich von „Anpassungsstörungen“ sprach und ergänzte, wenn Schweitzers Fokus etwas mehr auf Mainz als auf Berlin läge, „würde uns (das) auch die eine oder andere Spitze gegen die CDU ersparen, die wir im Moment noch mit staatsmännischer Gelassenheit hinnehmen“. 

Ehrgeiz und politisches Talent attestieren Schweitzer im politischen Mainz viele. Seit der Landtagswahl wurde spekuliert, dass der Ziehsohn von Kurt Beck – langjähriger rheinland-pfälzischer Ministerpräsident (1994 bis 2013) und glückloser SPD-Parteichef (2006 bis 2008) – irgendwann nach Berlin wechseln werde. Als Zeitpunkt war die Zeit nach den drei Landtagswahlen im September im Gespräch. 

Politisches Talent und Ehrgeiz zeichnen Schweitzer aus

Zuletzt wurde Schweitzer entweder als Minister oder als Generalsekretär der SPD im Bund gehandelt. Auch dieses Amt kennt er aus Rheinland-Pfalz. Über eine Partei-Doppelspitze mit Manuela Schwesig wurde ebenfalls spekuliert. 

Sohn eines Binnenschiffers ist Fan von Fußball und Oasis

Der Sohn eines Binnenschiffers wuchs die ersten sechs Jahre auf einem Schiff auf und wollte als Kind Schleusenwärter werden. Seither ist er in der Südpfalz verwurzelt und in der Kleinstadt Bad Bergzabern zu Hause. Er trat mit 16 Jahren in die SPD ein, lebt seit mehr als zehn Jahren vegan und ist großer Fan des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Selbst spielte er früher vor allem Basketball.

Musik gehört zu seinen Hobbys und Entspannungsquellen. Schweitzer ist großer Fan der Britpop-Band Oasis und mag Taylor Swift. Mit seiner Frau Barbara, einer Lehrerin, hat er zwei Söhne. Aus einer früheren Beziehung bringt er eine Tochter mit in die Familie. Auch Hund Mimi gehört dazu.

© dpa-infocom, dpa:261012-930-826913/1


Von dpa
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