Robert Schmelcher, der Neffe des berühmten Cartoon-Zeichners Uli Stein, konnte sich in den letzten Jahren als Sänger, Schauspieler und Tänzer einen Namen machen. Aktuell gehört er zum Ensemble des Landestheaters Dinkelsbühl und spielt dort in zwei Musikstücken eine Hauptrolle.
Robert Schmelcher ist in Eberbach in der Nähe von Heidelberg geboren und aufgewachsen. Mit 18 ging er nach München, um an der Abraxas Musical Akademie Gesang, Tanz und Schauspiel zu studieren. „Ich wollte eigentlich noch gar nicht so früh anfangen. Ich wollte in München nur einen Workshop besuchen, der dann ausgefallen ist. Dann haben sie zu mir gesagt, ich soll doch zur Aufnahmeprüfung kommen. Ich musste es dann einfach probieren“, erzählt der Musical-Darsteller. Obwohl er keinerlei Erfahrung mitbrachte, konnte er sich gegen hunderte Mitbewerber durchsetzen und einen der begehrten Ausbildungsplätze ergattern. Drei Jahre später hatte er sein Diplom in der Tasche.
Das Theater, insbesondere Musicals, fand Schmelcher bereits als Kind spannend. Außer dem Schultheater gab es allerdings in seinem eher ländlich geprägten Heimatort keine Möglichkeiten, dem Hobby nachzugehen. „Es gab auch gar keine Chance, sich irgendwo darüber zu informieren. Ich wusste, dass ich es unbedingt machen will, wusste damals aber gar nicht, wie ich da hinkomme“, erklärt der Schauspieler. Mit 16 hat er bei einem Casting für Jesus Christ Superstar in Mannheim mitgemacht, was nach seiner eigenen Aussage „zu Recht“ nicht geklappt hat. „Ich hatte damals so wirklich gar keine Ahnung von all dem“, erzählt er schmunzelnd. Aber nur wenige Jahre später war ausgerechnet Jesus Christ Superstar das Musical, das ihm nach seinem Abschluss sein erstes Engagement am Opernhaus in Passau einbrachte. „Es war sehr spannend, in der Realität angekommen zu sein“, beschreibt er seinen ersten Auftritt.
Viele weitere Engagements folgten. So stand Schmelcher beispielsweise in den Staatstheatern in Nürnberg, Mainz oder Darmstadt auf der Bühne und spielte für das Theater Kiel, die Oper Chemnitz sowie das Theater St. Gallen. Er war unter anderem in Hair, Kiss me Kate, Bibi Blocksberg, West Side Story oder Phantom der Oper zu sehen.
Mit dem Welterfolg Evita ging es für ihn sogar auf Europatournee. Seine Mutter war bei jeder Premiere live dabei. „Das rechne ich ihr hoch an, weil das war nicht immer um die Ecke. Egal ob es in der Schweiz war oder in Kiel oder sonst wo. Meine Mama war immer mit am Start.“
Zuletzt spielte Schmelcher über 200 Mal die Rolle des Anastasius im Musical „Die Päpstin“ bei den Burgspielen Lahnstein. Seine bisherige Lieblingsrolle wie er selbst sagt. „Aber wer weiß, vielleicht ändert sich das ja mit meinen Rollen, die ich hier in Dinkelsbühl spiele“, fügt er hinzu. Bei den Sommerfestspielen des Landestheaters steht er für die beiden Musicals „ABBA klaro!“ und „Komm, gib mir deine Hand“ auf der Bühne. „Das schöne an Sommerfestspielen ist ja, dass man dort arbeiten kann, wo andere Urlaub machen. Man kann sich hier also nicht beschweren“, freut sich der Schauspieler.
Schmelcher ist aber nicht nur auf der Bühne aktiv, sondern hat auch für verschiedene Produktionen bereits die Regie übernommen. In Zukunft will er sich diesem Bereich noch mehr widmen.
Ein alternativer Beruf kam für den Musical-Darsteller nie in Frage. „Und ich glaube, das ist auch gut so. Denn viele meiner Kollegen, die einen Plan B hatten, haben früher oder später dann auch diesen Plan B gemacht.“ Seine Arbeit bezeichnet er selbst als sehr fordernd. Man müsse viele Abstriche machen. Zu der Zeit während der Corona-Pandemie sagt er selbst: „Ich kam da verhältnismäßig gut durch. Um ehrlich zu sein, hat mir diese kleine Auszeit auch sehr gut getan. Ich hab damals gemerkt, dass ich ganz schön müde war nach so vielen Jahren.“
Wenn der Schauspieler nicht für seine Rollen in ganz Deutschland unterwegs ist, wohnt er heute in Weinheim in der Nähe seines Heimatortes.