Klassische Mobilitätsclubs bieten Autofahrern viele Services, auch weit über den klassischen Pannendienst hinaus. Das hat seinen Preis. Wer aber vor allem die Pannenhilfe für sein Auto nutzen will, kann vielleicht mit einem Kfz-Schutzbrief eines Versicherers sparen. So hat das Verbraucherportal „Finanztip“ 18 solcher Schutzbrief-Angebote unter die Lupe genommen.
Die Hälfte davon erfüllt die Mindestkriterien, die das Verbraucherportal auch für die Pannenhilfe bei klassischen Auto- und Verkehrsclubs ansetzt: Das sind eine europaweite und unbegrenzte Kostenübernahme für organisierte Pannenhilfe und Abschleppdienste, mindestens drei Hotelübernachtungen zu je 75 Euro, ein Mietwagen für mindestens drei Tage und 50 Euro pro Tag sowie mindestens 50 Euro für Taxifahrten.
Alle 18 bewerteten Angebote gelten europaweit und sehen außerdem einen Mietwagen für mindestens drei Tage zu mindestens 50 Euro pro Tag vor. Bei 14 Schutzbriefen sind organisierte Pannenhilfe und Abschleppen ohne Kostenbegrenzung vorgesehen. Auch übernehmen 14 Angebote mindestens drei Hotelübernachtungen zu je 75 Euro.
Schutzbrief-Produkte dieser neun Anbieter erfüllen alle Mindestkriterien:
Info: Diese Anbieter haben sieben Schutzbrief-Produkte im Angebot, da HUK-Coburg, HUK24 und VRK - ebenso wie Barmenia/Gothaer ein jeweils gemeinsames Produkt nutzen, erläutert „Finanztip“.
Die übrigen neun Schutzbrief-Angebote verfehlen den Angaben zufolge mindestens eines der Finanztip-Mindestkriterien für die Pannenhilfe bei Automobil- und Verkehrsclubs. Die Kosten der genannten Tarife kosten von 8 bis 30 Euro.
Zum Vergleich: Der günstigste von „Finanztip“ empfohlene Einzeltarif für Pannenhilfe bei einem Autoclub kostet für Singles 68 Euro im Jahr. „Gegenüber dem günstigsten von Finanztip empfohlenen Clubtarif für Singles sind so bis zu 60 Euro Ersparnis möglich“, teilt das Verbraucherportal mit. Insgesamt besteht eine mögliche Ersparnis von etwa 38 bis 60 Euro im Jahr. Bei einigen Kfz-Versicherungen ist der Schutzbrief den Angaben zufolge schon inkludiert, so dass in solchen Fällen gar keine weiteren Kosten anfallen.
Allerdings: Ganz gleich sind beide Varianten allerdings nicht, erläutert das Verbraucherportal. „Ein Schutzbrief gilt für das versicherte Fahrzeug - unabhängig davon, wer es fährt.“ Die Mitgliedschaft in einem Verkehrsclub wie etwa ADAC, AvD oder ACE sei dagegen an die versicherte Person gebunden und gilt damit auch, wenn sie mit einem anderen Fahrzeug unterwegs ist.
Und, wie eingangs erwähnt, bietet eine Clubmitgliedschaft oft noch weitere Leistungen wie Fahrrad-Pannenhilfe sowie weitere Reise- und Mobilitätsservices. Wer diese braucht, kann auch bei einem Club gut aufgehoben sein. Wer darauf aber verzichten mag, könnte über einen Schutzbrief nachdenken - oder hat diesen unter Umständen in seiner Kfz-Police schon inkludiert. Das ist individuell zu klären.
Im Zweifel ist man aber ungewollt doppelt abgesichert. Eine repräsentative Innofact-Umfrage im Auftrag von „Finanztip“ hat ergeben, dass 16 Prozent der Autofahrenden mindestens zwei Absicherungen für den Pannenfall haben.
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