Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung: Das sind die Ziele des Ornbauer Nahwärmenetzes, mit dessen Leitungsbau bald begonnen wird. Auch die Hausanschlüsse werden saniert und Internetleitungen verlegt.
Den Spatenstich für ihr Netz feiern konnte kürzlich die Genossenschaft Nahwärme Ornbau. Sie war im September 2022 gegründet worden und zählt 160 Mitglieder, heißt es in einer Pressemitteilung der Genossenschaft. Anschlüsse sind es um die 180.
Los geht es Anfang Juni an der Kreuzung Dr.-Heger-Straße/Storchenweg/Stadtfeldstraße mit dem Leitungsbau, es folgen die Gebiete stadteinwärts. Gleichzeitig beginnt auch der Bau des Heizhauses in der Weidenbacher Straße. Im Jahr 2025 folgen dann die übrigen Bereiche im Südwesten von Ornbau.
Die Trasse hat eine Länge von über neun Kilometern. Die Kosten des Gesamtprojektes belaufen sich auf rund 6,1 Millionen Euro. Die Genossenschaft rechnet mit Zuschüssen durch die BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze) und durch den Breitbandausbau von rund 2,6 Millionen Euro. Jeder Kunde erhält auch einen Breitbandanschluss ins Haus. Zwei Drittel der Haushalte in der Stadt erhalten dadurch schnelles Internet, hieß es im Stadtrat.
Alle Grundstückseigentümer, die nicht Mitglied in der Nahwärme-Genossenschaft sind, aber an der Nahwärme-Trasse liegen, erhalten einen Anschluss bis zur Grundstücksgrenze. Im Zuge des Nahwärmenetzes werden auch sämtliche Hausanschlussleitungen vom Wasserversorger Reckenberg-Gruppe saniert.
Den Tiefbau übernimmt die Firma Kirsch aus Sausenhofen, die Leitungstechnik die Firma Knoll aus Merkendorf, die Elektroarbeiten im Heizhaus die Firma Dienst aus Ornbau und den Bau des Heizhauses setzt die Firma Kleemann aus Gerbersdorf um. Bürgermeister Marco Meier, der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, freute sich über den Beginn der Arbeiten: „Die regionale Wertschöpfung vor Ort zu halten, wird wichtiger denn je.“
Für die Stadt und die Genossenschaft entstünden durch die Zusammenarbeit einige Vorteile und Synergieeffekte: Zum Beispiel, dass sich die Kosten für beide reduzieren und es nur eine Baustelle im Ort gibt. Darüber hinaus werde ein wichtiger Beitrag zur Unabhängigkeit der Stadt und zum Klimaschutz vor Ort geleistet.
Geplant ist, dass spätestens zur Heizsaison 2025/2026 alle Anwesen am Nahwärmenetz angeschlossen sind.