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Veröffentlicht am 01.04.2026 00:06

Steuererklärung mit nur einem Klick: Revolution oder Risiko?

Steuererklärung mit nur einem Klick? Ab Juli wird das mit der „MeinElster+“-App für manche Menschen möglich sein. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)
Steuererklärung mit nur einem Klick? Ab Juli wird das mit der „MeinElster+“-App für manche Menschen möglich sein. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)
Steuererklärung mit nur einem Klick? Ab Juli wird das mit der „MeinElster+“-App für manche Menschen möglich sein. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)

Ab dem 1. Juli wird sie Realität: die Steuererklärung mit nur einem Klick. Über die App „MeinElster+“ des offiziellen Online-Finanzamts Elster können ausgewählte Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ihre Einkommensteuererklärung erstmals vollständig mobil und stark vereinfacht abgeben.

„Die Finanzverwaltung greift dabei auf Daten zurück, die ihr bereits elektronisch vorliegen, wie Lohnsteuerbescheinigungen der Arbeitgeber, Rentenbezugsmitteilungen oder Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung“, sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. „Aus diesen Informationen wird eine vorausgefüllte Steuererklärung erstellt.“ Nutzerinnen und Nutzer sehen in der App dann eine bereits fertige Berechnung. Stimmt alles, genügt ein Klick zur Übermittlung.

Das Verfahren basiert auf dem bekannten System der vorausgefüllten Steuererklärung, das es auch bislang schon gab - geht aber einen Schritt weiter: Statt Formulare zu öffnen, Daten zu übertragen und Anlagen auszuwählen, reduziert sich der Prozess im Idealfall auf das Prüfen und Bestätigen.

Noch richtet sich das Angebot nicht an jeden

Zum Start richtet sich das Angebot vor allem an ledige, kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Rentnerinnen und Rentner mit überschaubaren steuerlichen Verhältnissen. Komplexere Lebenssituationen - etwa mit Kindern, Vermietungseinkünften oder selbstständiger Tätigkeit - sind zunächst nicht vorgesehen.

Damit wird deutlich: Die Ein-Klick-Erklärung ist kein Ersatz für die vollständige Steuererklärung für alle Steuerzahler, sondern ein vereinfachtes Angebot für Standardfälle.

Vor dem Absenden unbedingt kritisch prüfen

Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Bürokratie, weniger Hemmschwellen, mehr digitale Beteiligung. Gerade Menschen, die bislang aus Unsicherheit oder Bequemlichkeit auf eine freiwillige Steuererklärung verzichtet haben, könnten profitieren.

Daniela Karbe-Geßler mahnt jedoch zur Vorsicht: „Die vorausgefüllten Daten enthalten nur Informationen, die dem Finanzamt ohnehin gemeldet werden.“ Werbungskosten über dem Pauschbetrag, außergewöhnliche Belastungen, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen erscheinen nicht automatisch in der Berechnung. Wer unkritisch bestätigt, verschenkt womöglich Geld. Wer steuerlich abzugsfähige Aufwendungen melden kann, sollte diese darum selbst noch ergänzen.

Die Steuererklärung per Klick ist dem Bund der Steuerzahler zufolge ein bedeutender Schritt in Richtung digitale Verwaltung. Sie vereinfacht Prozesse, ersetzt aber nicht die individuelle Prüfung. Der Klick mag technisch genügen. Steuerlich klug sei er aber nur, wenn man zuvor genau hingesehen hat.

© dpa-infocom, dpa:260331-930-892841/1


Von dpa
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