Sullivan gegen Sullivan: Posse bei Vorwahl in Alaska | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.08.2026 03:01

Sullivan gegen Sullivan: Posse bei Vorwahl in Alaska

Bei der Vorwahl in Alaska traten gleich zwei Republikaner namens Sullivan an. (Archivbild) (Foto: Mark Thiessen/AP/dpa)
Bei der Vorwahl in Alaska traten gleich zwei Republikaner namens Sullivan an. (Archivbild) (Foto: Mark Thiessen/AP/dpa)
Bei der Vorwahl in Alaska traten gleich zwei Republikaner namens Sullivan an. (Archivbild) (Foto: Mark Thiessen/AP/dpa)

Zwei Dan Sullivans, beide republikanische Kandidaten für den US-Senat und viel Wirbel um eine brisante Namensgleichheit: Bei einer parteiübergreifenden Vorwahl im Bundesstaat Alaska für einen Sitz im US-Kongress haben zwei Bewerber aus der Partei von Präsident Donald Trump mit nahezu identischen Namen erfolgreich abgeschnitten. Sowohl der derzeitige Senator Dan S. Sullivan als auch sein Herausforderer Dan J. Sullivan gehören zu den vier Kandidaten, die sich für die Parlamentswahlen im November qualifiziert haben dürften. Das kristallisierte sich nach Auszählung fast aller Wahlzettel heraus.

Dan S. Sullivan geht für eine dritte Amtszeit ins Rennen, sein weniger bekannter Namensvetter will bei den „Midterms“ am 3. November erstmals einen Sitz im Kongress ergattern. Die meisten Stimmen erhielt nach vorläufigem Stand allerdings die demokratische Favoritin Mary Peltola - was eine von den Republikanern verbreitete Verschwörungsthese weiter befeuern könnte.

Finte der Demokraten?

Über Dan J. Sullivan wird unter Republikanern kontrovers diskutiert – sie wittern hinter der Personalie eine Finte der Demokraten. Senator Dan S. Sullivan wirft seinem erst kurz vor der Wahl zugelassenen Parteikollegen vor, ein „Scheinkandidat“ zu sein. Der Amtsinhaber ist sich sicher, dass sein Kontrahent von den Demokraten mit dem alleinigen Ziel ins Rennen geschickt wurde, ihm zu schaden. Seine These: Da beide fast den gleichen Namen haben, könnten unaufmerksame Wählerinnen und Wähler das Kreuz beim falschen Kandidaten setzen - und so Peltola ungewollt zum Sieg zu verhelfen. Die Demokratin holte bei der Vorwahl fast die Hälfte aller Stimmen.

Selbst das Oberste Gericht Alaskas musste sich mit der Angelegenheit befassen. Erst kurz vor der Abstimmung entschied es, dass Dan J. Sullivan bei der Wahl gelistet werden darf. Auf dem Stimmzettel erschien er allerdings ohne Parteizugehörigkeit – während Senator Dan S. Sullivan als Republikaner und Amtsinhaber aufgeführt wurde.

Trump hat Demokraten im Verdacht

Auch US-Präsident Trump vermutet ein abgekartetes Spiel der Demokraten dahinter. Der 80-Jährige sah sich genötigt, noch am Wahltag auf seiner Plattform Truth Social die Bürger Alaskas dazu aufzurufen, „DEN ECHTEN DAN SULLIVAN“ zu wählen. Den namensgleichen Herausforderer stellte Trump als Schwindler und Strohmann der Demokraten dar.

Die Demokratische Partei versichert, keinerlei Verbindung zu Dan J. Sullivan zu haben. Die „New York Times“ berichtete nach einem Gespräch mit ihm aber, er habe bei den vergangenen drei Präsidentschaftswahlen für demokratische Kandidaten gestimmt und sei bei Demonstrationen gegen Trump dabei gewesen.

Demokraten setzen auf indigene Politikerin

Die Demokraten in Alaska hoffen auf einen Sieg ihrer Favoritin Peltola, die als eine von vier Politikern mit den meisten Stimmen in der Vorwahl ebenfalls bei den „Midterms“ zur Wahl stehen wird. Die in Alaska geborene Politikerin vertrat Alaska bis 2025 als erste indigene Frau im Repräsentantenhaus in Washington. Nun strebt sie nach einem Posten im mächtigen Senat und will sich dort für geringere Lebenshaltungskosten, bezahlbaren Wohnraum, niedrigere Steuern und höhere Löhne einsetzen.

Im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten, in denen bei Vorwahlen jeweils ein Kandidat für die Demokraten oder die Republikaner bestimmt wird, werden in Alaska zunächst parteiübergreifend die vier Politiker mit den meisten Stimmen ermittelt. Dieses Prozedere gilt für die Wahl von Senatoren, Kongressabgeordneten, Gouverneuren und Abgeordneten im Parlament von Alaska. Das erklärt, warum nun wahrscheinlich beide Sullivans bei den wichtigen US-Zwischenwahlen im November gegeneinander antreten werden.

Wahlanalytiker des überparteilichen „Cook Political Report“ halten das Rennen bei den „Midterms“ noch nicht für entschieden und räumen sowohl Republikanern als auch Demokraten Chancen dafür ein, sich den Senatsposten im traditionell republikanisch geprägten Alaska zu sichern. Der nördlichste Bundesstaat der USA ist dünn besiedelt, hat nicht einmal 800.000 Einwohner und wurde seit 2002 überwiegend von den Republikanern regiert.

Keine Wahlkampfauftritte, keine Webseite

Der derzeitige Senator Dan S. Sullivan vertritt den Bundesstaat seit 2015 in Washington. Nach eigenen Angaben diente der Republikaner mehr als 30 Jahre lang als Infanterieoffizier im US Marine Corps und bekleidete unter Ex-Präsident George W. Bush Positionen im Außenministerium und im Nationalen Sicherheitsrat. Politisch setzt der 61-Jährige vor allem auf die Erschließung fossiler Rohstoffe wie Öl und Gas sowie auf Stärkung der nationalen Sicherheit.

Über seinen Herausforderer Dan J. Sullivan ist nur wenig zu erfahren. Anders als die anderen Kandidaten hat der 69-Jährige keine Wahlkampfauftritte absolviert und nicht einmal eine eigene Webseite, auf der er für sich und sein Programm wirbt. Medienberichten zufolge lebt der pensionierte Lehrer und Mitarbeiter der US-Forstverwaltung in Petersburg im Südosten Alaskas.

© dpa-infocom, dpa:260820-930-554731/1


Von dpa
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