Ein paar Jahre lang war es pandemiebedingt ruhiger um den Konzertgitarristen, Komponisten und Autor Stefan Sell aus Trautskirchen. Jetzt möchte er wieder durchstarten und plant derzeit Auftritte zwischen der Elbe und dem Bodensee.
Auch in der Region wird er wieder zu hören und zu sehen sein. Unter dem Motto „Bestseller für Gitarre“ spielt er am Sonntag, 25. Juni, um 18 Uhr in McNeills Scheune in Scheinfeld-Unterlaimbach bekannte klassische Stücke der Musikgeschichte, die er selbst für die Konzertgitarre umgeschrieben und arrangiert hat.
Dazu trägt er Anekdoten, Geschichten und Gedichte vor, die auf unterhaltsame Weise den Hintergrund der musikalischen Werke beleuchten und viele Querverbindungen aufzeigen. „Ich habe unter anderem in meiner beruflichen Laufbahn Schulbücher für den Musikunterricht in Deutschland und Österreich herausgegeben und dafür sehr viel recherchiert“, berichtet der 63-Jährige. Dabei habe er entdeckt, welche spannenden Geschichten sich hinter den Stücken verbergen und welche tief gehenden Zusammenhänge bestehen – über die Epochengrenzen hinweg. „Zu allen Zeiten schon haben die Komponisten nämlich voneinander abgeschrieben und sich gegenseitig beeinflusst.“
Stefan Sells Kreationen treten in diese Fußstapfen und setzen Motive des Barocks, der Klassik und der geistlichen Musik mit Einflüssen anderer Musikrichtungen und Stile zu einer unverwechselbaren Mischung zusammen. Auch die Grenzen der Kulturen und Nationen sind fließend in diesem Programm. Erst kürzlich kam Sell von einem Aufenthalt in Sevilla zurück und hat viele spanische Einflüsse und Elemente im Gepäck. Das Publikum wird viel Bekanntes in neuem Gewand wiederfinden. Werke von Johann Sebastian Bach, Christoph Willibald Gluck oder Franz Schubert zeigen sich arrangiert für Gitarre sowie aufbereitet und dargeboten à la Stefan Sell. „Die Überschrift für den Gitarrenabend könnte damit auch ‚Bach goes Flamenco‘ lauten.“
Seinem Publikum will Sell unter anderem zeigen, was die Konzertgitarre alles kann. „Das Instrument leidet bis heute darunter, dass die berühmten europäischen Komponisten der vergangenen Jahrhunderte keinerlei Stücke eigens für die Gitarre geschrieben haben“, erläutert Sell, der sich damit nicht abfinden wollte. Über ein Jahrzehnt widmete er der Transkription und präsentiert die Ergebnisse nun unter anderem in McNeills Scheune.
„Ich freue mich auf diesen Spielort, den ich einfach sensationell finde, und auf ein liebenswürdiges Publikum.“ Mit seiner Musik möchte Sell Menschen aller Altersgruppen ansprechen, die bereit sind, sich auf den Klang der Konzertgitarre einzulassen – und darauf, was Sell alles aus ihr herausholt.
Der im Rheinland geborene Künstler, der seit über 20 Jahren in Trautskirchen lebt, will sich bald auch wieder vor heimischem Publikum in der Zenngemeinde präsentieren. Bei seinem aktuellen Projekt „Zeitenwende“ hat er die Grenzen seines Instruments einmal mehr neu definiert. Eingespielt mit der Gitarre wurden die Töne und Klänge digital zu einer Sinfonie zusammengesetzt. „Aktuell arbeite ich mit mehreren Kollegen an einer Live-Version.“
Karten für den Gitarrenabend am Sonntag, 25. Juni, ab 18 Uhr in McNeills Scheune in Scheinfeld-Unterlaimbach kann man per E-Mail an killen.mcneill@t-online.de oder telefonisch unter 09162/1647 vorbestellen. Erleben kann man Stefan Sell außerdem am Samstag, 24. Juni, von 11 bis 14 Uhr im Rahmen der Stadtmusik der Stadtfreunde Ansbach im Gemeindezentrum St. Gumbertus, Beringershof.