Bei strahlendem Frühlingswetter ist das Brunnenhaus-Museum in Schillingsfürst in die neue Saison gestartet. Eine Spendenübergabe und eine Impulsausstellung standen neben der kulinarischen Bewirtung im Mittelpunkt.
Unter dem Titel „Schillingsfürster Wassertürme“ widmet sich die neue Schau einem Thema, das auf den ersten Blick vertraut erscheint und dennoch überraschende Einblicke sowie eine aktive Beteiligung der Besucher und Besucherinnen ermöglicht. Die Ausstellung erstreckt sich auf großen Infotafeln über mehrere Etagen im Turm des Brunnenhauses.
Während im unteren Bereich das Brunnenhaus selbst als historischer Wasserturm beleuchtet wird, widmet sich eine weitere Ebene dem weithin bekannten Schillingsfürster Wasserturm am Sportheim. Besonders spannend ist der dritte Teil, denn hier rückt der „Gärtnersturm” in den Fokus, ein Bauwerk, das viele bislang kaum mit der Wasserversorgung der Stadt in Verbindung gebracht haben.
Die Idee zur Ausstellung stammt von Gerald Bär und wurde gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Sven Guttropf, weiterentwickelt. Ihr Ansatz: Geschichte nicht nur darzustellen, sondern gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter zu erforschen. Es gebe sicher viel Wissen in der Stadt, das bisher nicht zusammengetragen worden sei, so die Überlegung hinter dem Projekt.
Genau hier setzt die Mitmachaktion an: Besuchende sind eingeladen, eigene Erinnerungen, Dokumente, Fotos oder persönliche Geschichten zum Thema einzubringen. Die Beiträge können sowohl emotionaler Natur sein, etwa Kindheitserinnerungen oder Anekdoten, als auch historische Aspekte wie Bilder oder Unterlagen umfassen. Viele Bürger und Bürgerinnen hätten vermutlich Infos zu den Bauwerken, doch die Plattform dafür fehle einfach, so Gerald Bär zum Hintergrund.
Ziel ist es, die Ausstellung im Laufe der Saison wachsen zu lassen. Neue Erkenntnisse sollen ergänzt, zusätzliche Tafeln erstellt und bislang unbekannte Aspekte erschlossen werden. Auch Themenabende, bei denen Bürger und Bürgerinnen ihre Beiträge vorstellen und diskutieren könnten, seien denkbar, hieß es. Der Heimatverein sehe darin eine große Chance, lokales Wissen dauerhaft zu sichern und zugänglich zu machen.
Bislang hätten sich einzelne Gruppen meist nur mit einem bestimmten Objekt befasst, etwa ausschließlich mit dem Brunnenhaus oder dem Wasserhaus. Die aktuelle Ausstellung bringe diese Themen nun erstmals unter einem gemeinsamen Dach zusammen.
Für Sven Guttropf spiegelt sich darin der grundlegende Gedanke des Vereins wider, Heimatwissen zu transportieren und zu erarbeiten. Gerade beim Gärtnersturm zeige sich, wie viel noch im Dunkeln liege. Zwar sei bekannt, dass er ursprünglich als „neuer Wasserturm“ errichtet wurde, doch über die konkrete Nutzung des Wassers oder die genaue Funktion existierten unterschiedliche Theorien. Eindeutige Belege fehlten bislang.
Historische Pläne, Archivmaterialien aus dem Zentralarchiv Neuenstein sowie alte Postkarten lieferten erste Hinweise, ließen aber weiterhin Raum für Interpretationen. Langfristig könnte aus dem gesammelten Material sogar mehr entstehen, so der Vereinsvorsitzende, der sich vorstellen könnte, die Ergebnisse möglicherweise am Ende in einem kleinen Buch zusammenzufassen. „Zum Mostfest am Ende der Saison sind wir vielleicht schon schlauer“, blickt er voraus.
Ein weiterer Höhepunkt der Saisoneröffnung war eine Spendenübergabe. Die Gruppe „Derblecken am Schlossberg“ überreichte dem Heimatverein 1000 Euro aus den Einnahmen ihrer Aufführungen. Das Geld soll unter anderem in die Weiterentwicklung der Ausstellung fließen und die Vereinsarbeit unterstützen.
Auch über die Ausstellung hinaus hat der Heimatverein für die Saison 2026 ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Von April bis Oktober sind verschiedene Veranstaltungen, wie die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, eine Lesung des Autors Hans Böller oder ein Muttertags-Konzert geboten. Den Saisonabschluss markiert das Mostfest am 11. Oktober.