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Veröffentlicht am 02.03.2024 10:00

VR-Bank-Urgestein Hermann Meckler geht in den Ruhestand

Bank-Urgestein Hermann Meckler sagt, „dass ich in der Tätigkeit mit Menschen meine berufliche Erfüllung gefunden habe“. (Foto: Oliver Herbst)
Bank-Urgestein Hermann Meckler sagt, „dass ich in der Tätigkeit mit Menschen meine berufliche Erfüllung gefunden habe“. (Foto: Oliver Herbst)
Bank-Urgestein Hermann Meckler sagt, „dass ich in der Tätigkeit mit Menschen meine berufliche Erfüllung gefunden habe“. (Foto: Oliver Herbst)

Es ist keine alltägliche Karriere. Einst begann Hermann Meckler als Lehrling bei der Sparkasse Dinkelsbühl. Beinahe ein halbes Jahrhundert später tritt er jetzt in den Ruhestand – als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der großen VR-Bank Mittelfranken Mitte. Was trieb den 65-Jährigen in all den Jahrzehnten an?

„Es ist für mich immer noch unwirklich“, sagt Hermann Meckler zum eigenen Ruhestand. Sich selbst in den Vordergrund zu stellen, ist nicht die Sache des Bank-Urgesteins. Dennoch scheint durch, was für den gebürtigen Dinkelsbühler Gewicht hat in Beruf und Leben.

Nach seinem mittleren Bildungsabschluss an der Wirtschaftsschule fing Hermann Meckler mit gerade einmal 16 Jahren als Auszubildender bei der Sparkasse an.

Familiäre Wurzeln liegen in der Landwirtschaft

„Das war eine andere Zeit“, betont er. Seine familiären Wurzeln liegen in der Landwirtschaft, und der Strukturwandel erfasste auch ihn. „Meine Eltern haben immer gesagt, das hat keine Zukunft“, erinnert er, „du musst etwas lernen.“

Er hätte genauso aufs Gymnasium gehen können, aber das war in der Landbevölkerung zu der Zeit noch nicht in der Weise verbreitet. Warum entschied sich Hermann Meckler für das Bankfach? „Als junger Mensch hat man nicht unbedingt eine klare Vorstellung“, stellt er fest, „aber was ich rückblickend sagen kann, ist, dass ich in der Tätigkeit mit Menschen meine berufliche Erfüllung gefunden habe.“

Sein Fokus sei immer auf den Menschen ausgerichtet gewesen – auf die Mitarbeiter genau wie auf die Kunden. Dies stelle das Wunderbare an diesem Beruf dar.

Nach der Lehrzeit und dem Wehrdienst wollte sich der junge Hermann Meckler beruflich weiterentwickeln. An der Sparkassenakademie in Landshut baute er seinen Sparkassenbetriebswirt und verantwortete in Dinkelsbühl etwa ein Jahr Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. „Marketing war damals das neueste Thema“, schildert er.

„Ich wollte immer ins Kreditgeschäft“

Von der Wörnitz ging es an den Neckar – in Form einer Trainee-Ausbildung bei der Landesgirokasse Stuttgart, heute Landesbank Baden-Württemberg. „Ich wollte immer ins Kreditgeschäft“, begründet dies der heutige Weihenzeller. Nach der Trainee-Zeit war er Firmenkundenbetreuer im Großkundengeschäft.

Am 3. Oktober 1988 folgte für Hermann Meckler die nächste Station. Er wechselte als Leiter der Kreditabteilung zur damaligen Gewerbebank Ansbach. „Alle Flaggen waren in Ansbach auf halbmast“, blickt er zurück. Ministerpräsident Franz Josef Strauß war gestorben.

Für Meckler indes bedeutete der Tag kein schlechtes Omen. „Genau genommen war es der Beginn einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn.“ Um auch theoretisch für den Vorstand gerüstet zu sein, absolvierte er an der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) in Montabaur das nötige Genossenschaftliche Bank-Führungsseminar.

Am 1. März 1994 stieg Meckler zum hauptamtlichen Vorstandsmitglied auf. 1992 war er bereits stellvertretendes Vorstandsmitglied geworden. Die vergangenen zwei Jahrzehnte wirkte der begeisterte Läufer zudem als stellvertretender Vorstandschef. Von der Gewerbebank bis zur VR-Bank Mittelfranken Mitte vergingen in Hermann Mecklers Zeit in Ansbach neun Fusionen.

Die spannende Digitalisierung

Wie hat sich das Bankwesen verändert? „Die spannendste Veränderung ist die Technik, die Digitalisierung.“ In seiner Lehrzeit ging dies mit dem Lochstreifen-System los, und heute ist das Mobiltelefon für viele die Bankfiliale.

Im Zeitalter der Digitalisierung ist aber eine Bank weiter nötig, wie Meckler findet. Er nimmt Blick auf den Mittelstand, „und Geschäfte werden von Mensch zu Mensch gemacht“. Ein Mittelständler, der sich nicht um eine Hausbank bemühe, begehe den größten Fehler seines Lebens. Online allein genüge nicht. Dies gilt für ihn fürs Privatgeschäft ebenso.

Auch ehrenamtlich engagierte und engagiert sich der Familienvater mit zwei Söhnen und drei Enkelkindern vielfach. Für die Zukunft kündigt er an: „Ich habe zu allen Ehrenamts-Anfragen, die momentan kommen, gesagt: zuerst mal ankommen im neuen Lebensabschnitt und dann im Lauf der Zeit entscheiden.“


Oliver Herbst
Oliver Herbst
... schreibt seit seinem 16. Lebensjahr für die Fränkische Landeszeitung. In über 30 Jahren lernte er dabei viele Menschen und ihre Geschichten kennen - von Burghaslach bis Mönchsroth und von Windsbach bis Schnelldorf. Seit 2014 gehört er zum Team der Lokalredaktion Ansbach.
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