Viele haben vor Ansbachs OB-Wahl zwei Fragen gestellt: Wie schneidet der amtierende Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) ab, und wer bestreitet mit ihm eine Stichwahl? Jetzt ist klar: Deffner vereinigte 38,2 Prozent auf sich. Mit ihm geht nach einem echten Krimi Hans-Jürgen Eff (Die Ansbacher) mit 14,3 in die Stichwahl.
Andreas Mohamed Abs (AfD) hatte, je nach Zahl der ausgezählten Stimmbezirke, zeitweise vor Hans-Jürgen Eff gelegen. Am Ende erreichte der Kandidat der Partei am rechten Rand im Parteiensystem 12,9 Prozent.
Thomas Deffner indes liegt etwas über seinem Ergebnis im ersten Wahlgang 2020, als er 36,1 Prozent gegen die damals amtierende parteilose Rathauschefin Carda Seidel, holte. Unterstützt von BAP und ÖDP, erhielt sie damals nur 31,4 Prozent. Als jetzt amtierender Oberbürgermeister nach sechs Jahren bedeutet sein jetziger Wählerinnen- und Wähleranteil nur einen zarten Amtsbonus.
In einem zunächst scheinbar wenig spannenden OB-Wahlkampf hatte sich in den vergangenen Wochen etwas verdichtet und bewegt: vor allem mit Haustürwahlkampf und Ständen in der City, digitalen Werbeinstrumenten in den sozialen Medien und dem Radio-8-Wahlduell. Letzteres fiel etwa hitziger aus als einige Podiumsdiskussionen vorher, und Thomas Deffner geriet etwas in die Defensive.
Nun bleiben bei der Stichwahl in zwei Wochen, am Sonntag, 22. März, neben Andreas Abs, für den es knapp war, vier OB-Kandidierende außen vor, die wesentlich schwächer abschnitten. Elke Homm-Vogel (Freie Wähler) erhielt 10,5 Prozent, Oliver Rühl (Grüne) 8,8 Prozent und Boris-André Meyer (Offene Linke Ansbach) 8,6 Prozent. Für Michael Jakob (SPD) reichte es lediglich für 6,7 Prozent.
Vor sechs Jahren hatte sich, anders als jetzt, eine deutliche Wechselstimmung gezeigt. Herausforderer und Bürgermeister Thomas Deffner schob sich im ersten Wahlgang eben mit 36,1 Prozent vor die Oberbürgermeisterin Carda Seidel (31,4), unterstützt von BAP und ÖDP. Sieger in der Stichwahl wurde Thomas Deffner (62,3 Prozent). Carda Seidel blieben nach zwölf Jahren und zwei Wahlperioden im Amt 37,7 Prozent.
Zwar war jetzt 2026 keine starke Wechselstimmung in der Bevölkerung spürbar, aber ein deutlicher Veränderungswille. Der kann einen Wechsel im OB-Amt bringen, muss es aber nicht zwingend. Interessant sind hier auch die Ergebnisse der Stadtratswahl, „doch das ist”, so würde Dschungelbuch-Autor Rudyard Kipling schreiben, „eine andere Geschichte”.
Die bislang letzte OB-Wahl ohne Stichwahl war übrigens die von 2002: Der damals schon zwölf Jahre amtierende Oberbürgermeister Ralf Felber obsiegte damals in der ersten Runde mit 56,3 Prozent relativ knapp gegen seinen einzigen Gegenkandidaten, den parteifreien Bernd Rösch, den mehrere Gruppierungen unterstützten.
Im zweiten Anlauf ist Favoritinnen oder Favoriten der Sieg nicht immer sicher. Der damalige Bürgermeister Klaus Dieter Breitschwert (CSU) schrammte 1990 im ersten Wahlgang nur knapp am Sieg vorbei – doch in der Stichwahl hatte plötzlich der Zweitplatzierte Ralf Felber (SPD) die Nase vorn und wurde Oberbürgermeister.
Die Kommunalwahl 2026 verlief ruhig, sehr strukturiert und ohne besondere Vorkommnisse. Dies berichtete der städtische Wahlleiter Georg Meinicke am Sonntagabend. Er ist Leiter des Amtes für Ordnung, Straßenverkehr und Bürgerservice. Von rund 31.600 Wahlberechtigten hätten etwa 10.500 Briefwahlunterlagen beantragt, stellte er fest. Die Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl sind 58,0 Prozent (2020: 50,2).
Update vom 16. März: Es geht um die Stadtrats- und die Oberbürgermeisterwahl in Ansbach. Die Stadt korrigierte im Endergebnis ihre Angaben zur Zahl der Wahlberechtigten am 8. März. Gemäß den jetzt im Internet veröffentlichten Werten handelt es sich jeweils um 31.356 Menschen. Für die Stadtratswahl teilte die Kommune ursprünglich, also gemäß dem vorläufigen Ergebnis, 27.259 mit, für die OB-Wahl 30.394. Die Differenz erklärte sie mit einem Fehler. Damit liegt die tatsächliche Beteiligung bei der Stadtratswahl bei 55,8 Prozent (ursprünglich gab die Stadt 64,2 an), bei der OB-Wahl bei 56,2 (58,0).