Waldkindergarten in Bad Windsheim beliebt: Wichtelglück wächst | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 03.05.2023 08:58

Waldkindergarten in Bad Windsheim beliebt: Wichtelglück wächst

Platz ist genug vorhanden: Auf dem Grundstück des Waldkindergartens im Norden von Bad Windsheim werden bald zwei weitere Gruppen eröffnet. (Foto: Anna Franck)
Platz ist genug vorhanden: Auf dem Grundstück des Waldkindergartens im Norden von Bad Windsheim werden bald zwei weitere Gruppen eröffnet. (Foto: Anna Franck)
Platz ist genug vorhanden: Auf dem Grundstück des Waldkindergartens im Norden von Bad Windsheim werden bald zwei weitere Gruppen eröffnet. (Foto: Anna Franck)

Mehr Kinder spielen und lernen bald in die Bad Windsheimer Gräf. Für die Erweiterung müssen rund 200.000 Euro investiert werden.

„Wir sind sehr innovativ unterwegs mit unserem Waldkindergarten und können stolz sein.“ Bürgermeister Jürgen Heckel betonte, dass eine Erweiterung dieser Einrichtung doch vielen Eltern entgegen komme, das zeige die Warteliste. Stadtkämmerin Melanie Greifenstein erläuterte im Anschluss wiederholt, dass, trotz Neubau der Kindertageseinrichtung am Bauhofwall mit Start im September dringend Bedarf an Kitaplätzen bestehe.

Derzeit sind in der Stadt und ihren Ortsteilen alle 375 Kindergarten- und 96 Krippenplätze sowie die 22 übergangsweise genehmigten Betreuungsplätze belegt. Diese sind auf die Kindertagesstätten der Evangelischen Kirchen, St. Markus, St. Lukas, St. Matthäus und Hand in Hand, sowie die Kita St. Elisabeth der katholischen Kirche, die Kita „Netz für Kinder“ des Arbeiter Samariter Bunds und den Waldkindergarten Wichtelglück verteilt. 41 Kinder werden außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Stadt betreut.

Notgruppe maximal bis August 2024 genehmigt

Eine Befragung der Eltern hatte ergeben, dass Plätze fehlen, das hatte Greifenstein bereits in einer Sitzung des Stadtrats im März erläutert. Dazu komme, dass in Ickelheim eine komplette Notgruppe mit 16 Plätzen nur bis August genehmigt sei, man sei an einer Verlängerung dran, „spätestens im August 2024 ist da aber Schluss“, erklärte Melanie Greifenstein.

Die Träger und die Leiterin des Kindergartens Wichtelglück seien auf die Stadt zugekommen und hätten den Vorschlag gemacht in der Gräf weitere Bauwagen aufzustellen und die Einrichtung zu vergrößern. Mit der Erweiterung des Waldkindergartens im Norden der Stadt könne man nun „schnell und kostengünstig“ für Entlastung sorgen, betonte Heckel.

Mehr Platz schon ab September

Würden alle Faktoren passen und alles schnell klappen, so können 20 weitere Kindergartenkinder und zehn zusätzliche Krippenkinder bereits im September aufgenommen werden, erklärt Heckel. Dazu müsse die Stadt zwei weitere Bauwagen anschaffen, die auf dem Gelände des Waldkindergartens laut Greifenstein noch gut untergebracht werden können. Eine Erweiterung des Parkstreifens für Erzieherautos und die Fahrzeuge der Eltern sei damit aber zwangsweise auch verbunden. Der notwendige Platz sei vorhanden.

Seitens der Bauaufsicht hat Heckel sich im Landratsamt schon „Grünes Licht“ geholt. Auch die Untere Naturschutzbehörde habe keine Bedenken, die Kindergartenaufsicht und die Regierung von Mittelfranken begrüßen den Vorschlag, so Heckel. Weiterhin können Kinder aber erst ab 23 Monaten betreut werden. Um eine Anfrage des Waldkindergartens, Kinder bereits ab 20 Monaten betreuen zu dürfen, habe Heckel sich gekümmert, allerdings musste er hierzu eine Absage mitteilen. Der Freistaat Bayern habe 23 Monate festgesetzt, das Landratsamt leiste dem Folge, so Heckel.

Stellplätze für die Fahrt der Eltern mit dem Auto

Stadtrat Matthias Oberth (SPD) betonte, dass man stolz sei, dass der Waldkindergarten so schnell umgesetzt worden sei und so schnell erweitert werden könne, dennoch habe er „kritische Punkte“ anzumerken. Bei der Planung vor zwei Jahren habe es geheißen, Eltern würden dort nur wenig mit Autos vorfahren, bei schlechtem Wetter maximal, sonst würde ein Bringen und Holen der Kinder mit dem Fahrrad erfolgen. Was seiner Ansicht nach auch dem Modell Waldkindergarten entsprechen würde. „Stellplätze schaffen und Waldkindergarten. Da sträuben sich mir schon die Nackenhaare.“ Das Thema werde Heckel mit den Verantwortlichen noch einmal besprechen, sagte er.

Martin Branz (Liste Land) empfand die von Kämmerin Greifenstein vorgestellten Kosten von 200.000 Euro für zwei Bauwagen als zu niedrig, hätten die letzten doch schon 110.000 pro Stück gekostet. „Das wird doch sicherlich nicht billiger?“ Greifenstein erläuterte, dass man von der Regierung eine Förderung erwarten könne und man wohl sogar noch unter der Schätzung bleiben werde.

Branz fordert kürzeren Transportweg

Bei der Vergabe forderte Branz, doch bitte regional zu denken und nicht „wieder einer Firma in Buxtehude“ den Zuschlag zu geben, dann müsse man die Wagen erst hunderte Kilometer „herkarren“. Heckel erklärte, dass die Kommune bei der Vergabe gebunden sei, den „wirtschaftlichsten Anbieter“ zu wählen. „Daran gibt es nichts zu rütteln.“

Johannes Gerhäuser gab zu bedenken, dass für 30 zusätzliche Kinder auch ein Schutzraum bestehen müsse. Laut Greifenstein müssen noch Absprachen getroffen werden, sie sehe aber kein Problem, dass die Kinder bei Sturm wie bisher ins Kletterzentrum ausweichen können. Einstimmig beschloss der Stadtrat die Erweiterung des Waldkindergartens.


Von Katrin Merklein
north