Warnung vor Klimaphänomen: „El Niño mit Super-Ausmaßen“ | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 03.09.2026 09:12, aktualisiert am 03.09.2026 11:11

Warnung vor Klimaphänomen: „El Niño mit Super-Ausmaßen“

Die außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen im Pazifik können Extremwetter verursachen (Archivbild) (Foto: Jens Büttner/dpa)
Die außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen im Pazifik können Extremwetter verursachen (Archivbild) (Foto: Jens Büttner/dpa)
Die außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen im Pazifik können Extremwetter verursachen (Archivbild) (Foto: Jens Büttner/dpa)

Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einer teils bereits spürbaren und außergewöhnlich starken Ausprägung des Wetterphänomens El Niño. Die Welt müsse sich auf regional extreme Hitze, Dürren und Überschwemmungen in den kommenden Monaten einstellen, sagte WMO-Chefin Celeste Saulo in Genf. 

Die Temperaturen im tropischen Teil des Pazifischen Ozeans, die das Weltwetter stark beeinflussen, seien schon außergewöhnlich hoch. „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der El Niño stärker ausfallen als alles, was wir seit Beginn unserer Beobachtungen verzeichnet haben – und damit buchstäblich außerhalb der Skalen liegen, die wir in den letzten vier Jahrzehnten verwendet haben“, sagte sie. 

Hitze in Europa war keine Folge von El Niño

Der Höhepunkt wird um die Jahreswende erwartet. Vereinzelt seien regional schon Auswirkungen wie stärkere Trockenheit oder heftige Niederschläge zu sehen. Die Hitzewellen in Europa in diesem Sommer hätten aber mit dem El Niño nichts zu tun gehabt, betonte Saulo. 

„Der El Niño nimmt vor unseren Augen Super-Ausmaße an“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. „Die Welt befindet sich in der Gefahrenzone extremer Wetterereignisse.“ Die WMO benutzt den Ausdruck „Super-El-Niño“, den einige Experten verwenden, selbst nicht. 

Extreme Temperaturen im Pazifik

Das Phänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre natürlich auf. Es ist nicht durch den Klimawandel verursacht, kann seine Folgen aber zusätzlich verschärfen.

El Niño beginnt mit der Erwärmung der Meeresoberflächen-Temperaturen im zentral-östlichen äquatorialen Pazifik. Sie liegen nach WMO-Angaben bereits zwischen 2,2 und 2,6 Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Unter der Oberfläche sei das Wasser im Juli und Anfang August teils sogar mehr als 8 Grad wärmer gewesen. 

In der Region steigt dann warme, feuchte Luft auf, was die weltweiten Wind- und Luftströmungen verändert. In Australien, Indonesien und im südlichen Afrika kommt es dadurch oft zu Trockenheit und Dürren, während an der Westküste Südamerikas, in Ostafrika und den südlichen USA oft sehr viel Regen fällt. Europa ist eher wenig betroffen. 

Höhere Temperaturen über Land 

Oft ist die globale Durchschnittstemperatur nach einem El-Niño-Jahr besonders hoch. So folgte das Jahr 2024, das bislang heißeste mit rund 1,6 Grad über dem Niveau vor der industriellen Revolution, auf einen El Niño. 

Schon die bisherigen Monate des Jahres 2026 waren mehrheitlich überdurchschnittlich warm. Der Juli war in Westeuropa nach 2006 der zweitwärmste seit Beginn der Messungen, wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus berichtet hatte. Er lag mit einer Durchschnittstemperatur von 22,48 Grad rund 2,5 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.

Die WMO sagt für September bis November praktisch über allen Landflächen der Erde Temperaturen über dem langjährigen Durchschnitt voraus. Dass auch die Oberflächentemperaturen im nördlichen und südlichen tropischen Atlantik über dem Normalwert liegen, könne die Auswirkungen des El Niño in verschiedenen Regionen verändern, hieß es zudem.

© dpa-infocom, dpa:260903-930-625672/2


Von dpa
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