Das größte Glück der Welt liegt einem im Arm. Doch statt unbändiger Freude sind da viele Unsicherheiten, Heulattacken und Erschöpfung? Der sogenannte Babyblues – ein typischer Stimmungsabfall wenige Tage nach der Geburt – kommt häufig vor und klingt meist rasch wieder ab, in der Regel innerhalb von zwei Wochen.
Nicht wenige Frauen haben nach der Geburt jedoch auch mit ernsteren, behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen zu kämpfen. „Etwa jede siebte Frau entwickelt nach der Geburt eine Depression“, sagt Petra Beschoner, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.
Eine Wochenbettdepression wird in der Fachsprache auch postpartale Depression genannt. Sie geht häufig mit Schuldgefühlen und Versagensängsten einher und kann die Beziehung zwischen Mutter und Kind spürbar belasten, erklärt die Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau.
Zwar sei „nicht jede schwierige Phase“ gleich eine Depression, so die Ärztin. Hält das Tief jedoch über Wochen an, fällt der Alltag zunehmend schwer oder werden selbst kleine Aufgaben zur Herausforderung, sollte genauer hingeschaut werden.
Oft dauert es nämlich lange, bis Betroffene über ihre Lage sprechen. Viele halten ihre Beschwerden zunächst für eine normale Reaktion auf Schlafmangel und Wochenbettstress. Häufig glaubten Mütter, „sie müssten da einfach durch“, beschreibt Beschoner typische Denkmuster. Nach außen wirken Betroffene oft unauffällig, weil sie „einfach funktionieren“.
Wichtig ist daher, Warnsignale früh zu erkennen und seelische Belastungen im Wochenbett offen anzusprechen. Eine Wochenbettdepression kann sich nach Informationen der Stiftung Gesundheitswissen ganz unterschiedlich äußern.
Es gibt jedoch Anzeichen, auf die man achten kann. Betroffene fühlen sich häufig:
Typisch können außerdem sein:
Als weitere mögliche Merkmale nennt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe unter anderem übermäßige Angst und Sorge um das Wohlergehen des Kindes, starke Zweifel an den eigenen Fähigkeiten als Mutter sowie Versagensängste. Auch Zwangsgedanken (zum Beispiel, dem Kind zu schaden) und Stillprobleme können auftreten.
Wichtige Anlaufstellen für Betroffene sind Hebammen sowie Frauen- oder Hausärztinnen und -ärzte. Sie können einschätzen, wie stark die Beschwerden sind und passende Unterstützung vermitteln.
Bei anhaltenden Symptomen kann den Angaben der Fachärztin zufolge eine Psychotherapie sinnvoll sein, manchmal auch eine medikamentöse Behandlung. Entscheidend ist zudem emotionale und praktische Unterstützung sowie Entlastung durch Partner, Freunde oder Angehörige.
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