Seit dem 6. August geht auf der Bahnlinie Neustadt–Fürth nichts mehr. Dort werden Gleise erneuert.Deshalb können seitdem und noch bis zum 11. September auch keine Züge der Regionalbahnlinie RB12 zwischen Markt Erlbach und Nürnberg fahren.
Doch auch nach fast der Hälfte der Sperrzeit gibt es massive Probleme mit den Ersatzbussen, die zwischen Markt Erlbach und Fürth pendeln. Oder besser: pendeln sollten. So fuhr gestern am Morgen offenkundig um 6.20 Uhr kein Bus vom Markt Erlbacher Bahnhof los. Jedenfalls war bis 7.05 Uhr keiner an der Haltestelle „Wilhermsdorf-Bahnhof“ angekommen. Ein großes Problem.
Denn diese Verbindung Richtung Fürth ersetzt die außerhalb der Ferienzeit normalerweise aus drei Zugteilen bestehende Bahnfahrt der RB12. Momentan wollen zwar meist „nur“ Arbeitnehmer mit dem Ersatzbus ihre Arbeitsstelle in Fürth oder Nürnberg erreichen. Doch einige Arbeitgeber werden langsam sauer, weil ihre Mitarbeitenden schon mehrfach zu spät gekommen sind. Wenn sie denn überhaupt eine andere Mitfahrgelegenheit fanden.
Neben Komplett-Ausfällen wie dem „6.20er“ fallen aber auch die Verspätungen auf. So verzog sich am Mittwoch kurz nach 8.45 Uhr eine Frau frustriert von der Haltestelle Raindorf zwischen Langenzenn und Veitsbronn. Eigentlich hätte ihr RB12-Ersatzbus hier um 8.32 Uhr vorbeikommen sollen. Tatsächlich aber kam er erst um 8.53 Uhr, also 21 Minuten zu spät, wie eine Vor-Ort-Recherche ergab.
Fahrgäste berichten, dass in den vergangenen Wochen auch schon Busse auf halber Strecke wieder nach Fürth umgekehrt seien: Die Fahrer hätten einfach den Streckenverlauf nicht gefunden. Auch dass einzelne Haltestellen nicht angefahren werden, wurde uns mehrfach berichtet. Die Telefonauskunft der DB-Regio Bayern gebe ganz offen zu: „Wir haben zu wenige Fahrer. Kennen Sie keine?“
Was ist die Lösung? Ist eine Besserung in Sicht? Konkrete Fragen, die von der Pressestelle der Bahn in München bis Redaktionsschluss unbeantwortet blieben. Dabei hatte die Deutsche Bahn bereits vor fast einem Jahr erstmals über die Umbaupläne an der Strecke Nürnberg–Würzburg informiert. Und auch versprochen, für die Linie RB12 einen Busersatzverkehr einzurichten. Zugegeben: von „funktionierend“ war schon damals von Bahnseite nicht die Rede.