Zentrum für Pflegeberufe in Scheinfeld: Arbeit fürs neue Schuljahr | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.08.2024 15:06

Zentrum für Pflegeberufe in Scheinfeld: Arbeit fürs neue Schuljahr

Andrea Hirsch (links) und Angela Khavvam besprechen die Ausbildungspläne. (Foto: Ute Niephaus)
Andrea Hirsch (links) und Angela Khavvam besprechen die Ausbildungspläne. (Foto: Ute Niephaus)
Andrea Hirsch (links) und Angela Khavvam besprechen die Ausbildungspläne. (Foto: Ute Niephaus)

Die Vorbereitungen für das neue Schuljahr im Zentrum für Pflegeberufe in Scheinfeld laufen auf Hochtouren. Von Ferienstimmung ist mit Blick auf die Lehrkräfte in der Schule wenig zu spüren. Jede Menge Arbeit wurde in den vergangenen Wochen geleistet, vieles steht noch an, bis die Klassenräume wieder besetzt sind. Und die erstrecken sich sogar bis ins benachbarte Gymnasium.

Im Büro von Schulleiterin Andrea Hirsch hängen bereits die fertigen Ausbildungspläne. Es bedarf eines geübten Auges, um dort den Überblick zu behalten – überall gelbe, grüne, rote und pinke Balken. In diese Tabellen hat auch Pflegepädagogin Angela Khavvam viele, viele Stunden Arbeit investiert. Die Stundenplanerstellung verlangt den Zuständigen viel ab, für jeden Block bedarf es eines neuen Plans – das kostet Zeit und Nerven. Für die dreijährige generalistische Ausbildung gilt es, 2100 Stunden zu verplanen.

Verwaltungsprogramm erfordert viel Arbeit

Was derzeit jede Menge Zeit frisst, ist die Eingabe der Schülerdaten ins neue Schulverwaltungsprogramm. Um die beiden Sekretärinnen, die noch diverse andere Aufgaben zu stemmen haben, zu entlasten, unterstützen sie die Lehrkräfte. Zum Ende der Ferien soll diese Arbeit abgeschlossen sein, so das Ziel. Vorbereitet werden zudem Praxisordner für jeden Auszubildenden. Am 2. September werden alle Neuen von den Klassenleitungen in der Klinik für einen Tag unterrichtet – unabhängig vom späteren Einsatzgebiet.

Auf Hochtouren läuft zudem die Unterrichtsvorbereitung. Der Kopierer ist im Dauereinsatz, Unterrichtsmaterialien müssen zusammengestellt werden. Mit Blick auf die Jahresplanung muss der Stoff immer wieder aktualisiert werden. „Bei uns in der Pflege ändert sich viel, wir arbeiten immer wissenschaftlicher“, erklärt Khavvam. Die Lehrkräfte kommen wie sie aus der Praxis und haben sich über Bachelor- und Masterstudiengänge weiterqualifiziert. Die Arbeit umfasst neben der Theorie immer auch praktische Anteile.

Bei den jungen Leuten, die derzeit im Zentrum für Pflegeberufe zugange sind, handelt es sich um ausgebildete Pflegekräfte aus dem Ausland, die eine Anerkennungsprüfung absolvieren müssen. Vor dem mündliche Teil, auf den gerade Lehrkraft Gisela Krug drei junge Frauen und einen jungen Mann aus Bosnien vorbereitet, und vor dem praktischen Teil gilt es, sechs Module zu durchlaufen.

„Diese umfassen jeweils eine Woche und finden in der Schule statt“, erläutert Khavvam. Wie richte ich eine Infusion? Wie erhebe ich den Pflegebedarf? Dies sind nur zwei der vielen Aufgaben, denen sich die ausländischen Kräfte stellen. Eine Voraussetzung müssen alle neben einer Pflegeausbildung vor Beginn vorweisen: Sie müssen über das B2-Sprachzertifikat verfügen. Die Frauen und Männer wurden teilweise für die Arbeit in Deutschland rekrutiert, meldeten sich aber auch selbst.

Aktiv sind derzeit nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Schülerinnen und Schüler. Sie absolvieren ihre praktischen Leistungsnachweise. Neben diesen Azubi werden ab September zahlreiche weitere Frauen und Männer das Zentrum für Pflegeberufe besuchen. „Dieses Mal haben wir drei Klassen – und somit eine mehr als sonst – mit je 25 Schülern in der generalistischen Ausbildung“, sagt Khavvam. Dies umfasst die Ausbildung zur Pflegefachkraft. „Wir haben sogar eine Warteliste. Wir konnten gar nicht alle Bewerber nehmen“, merkt Andrea Hirsch an. Die Pflegefachhelferklasse wird von 32 Personen besucht werden.

Bereits Raum im Gymnasium angemietet

Die wachsende Schülerzahl, deren Alter zwischen 16 und 59 Jahren liegt und von denen knapp die Hälfte Männer sind, stellt für das Kollegium eine große Herausforderung dar. Da der Raumbedarf stetig wächst, greift man inzwischen schon aufs benachbarte Gymnasium zurück. Das entzerrt.

Noch ist einiges zu tun, bevor man die neuen und schon aktiven Schüler begrüßt. Alle haben, wenn sie die Ausbildung erfolgreich abschließen, super Aussichten. „Wer bleiben will, wird übernommen“, unterstreicht Andrea Hirsch. Denn die Chancen in der ambulanten Akut- und Langzeitpflege, in der stationären Akutpflege (etwa Klinken) oder der stationären Langzeitpflege (wie Seniorenheime) sind bestens.

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