Seit Jahrzehnten gehört das Kirchweihschießen in Gollhofen zur örtlichen Tradition. Doch wie lange diese noch aufrechterhalten werden kann, ist ungewiss. Der Grund: Die Schießstände des Bürgerschützenvereins Gollhofen müssen umfangreich saniert werden, um aktuellen gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen.
Die beiden Schießanlagen befinden sich im Keller des Gasthauses „Stern“. Dort seien laut Schützenmeister Bastian Krafft umfassende bauliche Veränderungen notwendig. Krafft erklärte im Gemeinderat, dass die gesetzlichen Auflagen enorme Belastungen darstellten. Eine Überprüfung durch einen Sachverständigen habe bestätigt, dass Anpassungen unumgänglich seien.
Die Gollhöfer Schützen hatten sich im Vorfeld den modernisierten Kleinkaliberstand des benachbarten Schützenvereins in Marktbergel angesehen. Damit war klar, was auf den Bürgerschützenverein zukommt. Wie Krafft im Gemeinderat erläuterte, spiele es dabei keine Rolle, wie oft geschossen werde. Kriterium sei: Feuerwaffenstand und Innenraum.
Auch wenn in Gollhofen nur zweimal Kleinkaliber geschossen werden, eine Lüftungsanlage müsse installiert werden. Vorgeschrieben sei mittlerweile eine Anlage, die keine kontrollierte Zuluft und eine kontrollierte Abluft gewährleiste. Des Weiteren müsse ein Staubsauger für Bereiche mit Explosions- und Staubexplosionsgefahr angeschafft werden, um Pulverrückstände fachgerecht entfernen zu können.
Die Kosten allein für die Lüftung veranschlagte Krafft auf rund 36.000 Euro. Hinzu komme das Alter der Anlage. Hier rede man von gut 40 Jahren. Neben der Lüftung seien auch weitere bauliche Maßnahmen erforderlich: Der Boden müsse komplett betoniert und so beschichtet werden, dass er leicht gereinigt werden kann.
Holzbauteile seien zu entfernen, Türen und Beleuchtung müssten ersetzt und Fluchtwege angepasst werden. Auch eine Stahlverkleidung sowie zusätzlicher Schallschutz wären nötig. Da komme einiges zusammen. Wenn man dann auch noch in neue Schießstände investierten würde, ergäben sich so Kosten von rund 125.000 Euro.
„Völlig unrealistisch, dass wir uns das leisten können“, sagte Krafft. Selbst wenn man sich auf das absolut Notwendige beschränken würde, liege man noch bei etwa 60.000 Euro. Ein Rückbau oder die Aufgabe der Kleinkaliberanlage sei ebenfalls problematisch: Eine Wiederinbetriebnahme wäre später kaum mehr genehmigungsfähig, da dann Neuanlagen-Regelungen greifen würden.
Auch der Luftgewehrstand entspricht nicht mehr dem aktuellen Standard. Die vorhandenen Schallschutzteppiche an Wänden und Böden seien nicht mehr zulässig und müssten entfernt werden. Der Boden müsse neu versiegelt und die Beleuchtung angepasst werden. Auch hier belaufen sich die geschätzten Kosten auf rund 40.000 Euro.
Hinzu kommt: Die elektronische Trefferanzeige, eine der ersten ihrer Art in der Region, ist inzwischen rund zwölf Jahre alt – die Genehmigung laufe jetzt aus. Dennoch ist der Luftgewehrstand für den Verein unverzichtbar, er werde wöchentlich genutzt, besonders seit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Bezirksoberliga.
Der Bürgerschützenverein habe noch einige Jahre Zeit, alles auf den neuesten Stand zu bringen. Trotzdem müsse man insgesamt mit rund 100.000 Euro rechnen – selbst unter Einbeziehung möglicher Fördermittel. Wobei die Priorität beim Luftgewehrstand liegt.
Weniger aufwendig, aber ebenfalls kostspielig ist das geplante Bewässerungsprojekt des FC Gollhofen. Der Verein will seine beiden Rasenplätze weiterhin mit Grundwasser versorgen und benötigt dafür eine modernisierte Pumpanlage. Zudem müssten Schläuche ersetzt und mindestens ein zusätzlicher Beregnungswagen angeschafft werden. Vorteil der neuen Technik: ein um etwa ein Drittel reduzierter Wasserverbrauch.
Die Gemeinde Gollhofen zeigte sich in beiden Fällen offen für eine finanzielle Unterstützung. Zwar wurden keine konkreten Beträge genannt, doch der Gemeinderat stellte Zuschüsse in Aussicht.