Der Verwaltungsrat von ANregiomed hat den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr beschlossen. Das erwartete Defizit wird mit erwarteten 31,6 Millionen Euro wieder extrem hoch sein, dabei ist es im Jahr 2025 deutlich besser gelaufen als prognostiziert.
Die Prognose, die dem Verwaltungsrat in der nichtöffentlichen Sitzung vorgelegt worden ist, beläuft sich auf 22 Millionen Euro für das laufende Jahr. Die Zahl basiert auf den Daten bis einschließlich Oktober, wie ANregiomed auf FLZ-Anfrage mitteilte. Bevor der umfangreiche Jahresabschluss erstellt ist, kann es sich dabei nach Unternehmensangaben jedoch nur um eine grobe Größenordnung handeln. Es sei von einer „Genauigkeit von etwa plus/minus 4 Millionen Euro auszugehen”.
Bleibt es bei den 22 Millionen Euro fällt das Ergebnis rund zehn Millionen Euro besser aus als im Wirtschaftsplan für 2025 veranschlagt. Laut ANregiomed gibt es vier Gründe für die positive Entwicklung. Es konnten mehr Einnahmen erzielt werden. Die Tarifsteigerungen sind geringer ausgefallen als eingepreist. Es blieben teilweise offene Stellen unbesetzt, was Personalkosten gesenkt hat. Und zu guter Letzt liegen die Aufwendungen für Investitionen niedriger, da geplante Baumaßnahmen in Dinkelsbühl und Rothenburg zur Integration der MVZ-Praxen noch nicht komplett umgesetzt wurden.
„In Summe erklären diese Effekte die Abweichungen ziemlich genau, was für die Qualität unserer Planung spricht”, stellt das Unternehmen in der Antwort auf die Fragen der Redaktion fest. In den vergangenen Jahren sah das Ergebnis am Ende fast immer besser aus als die Prognosen, weshalb einige Mitglieder des Verwaltungsrates die Zahlen im Wirtschaftsplan schon seit einiger Zeit nicht mehr ganz so ernst nehmen.
Der vor wenigen Tagen verabschiedete Wirtschaftsplan für das Jahr 2026 sieht einen Fehlbetrag in Höhe von 31,63 Millionen Euro vor. Im Plan für 2025 standen 32,44 Millionen. ANregiomed erklärt, dass die nicht getätigten Investitionen des Jahres 2025 ins neue Jahr verschoben werden. Auch sollen offene Stellen besetzt werden. Es müsse sogar mit Blick auf die künftigen Leistungsgruppen für die Abrechnung Personal aufgebaut werden, um die jeweiligen Vorgaben erfüllen zu können.
„Die Gesamterträge werden aufgrund der zunehmenden Ambulantisierung aber sinken”, prognostiziert der Klinikverbund. Aus dem Fallpauschalenvolumen werden demnach bundesweit eine Million Fälle pauschal ausgegliedert und als „Hybrid-DRGs“ vergütet. Dabei ist es nicht relevant, ob eine ambulante Versorgung überhaupt möglich ist. „Die Vergütung sinkt deshalb für diese Fälle um etwa ein Drittel”, erklärt ANregiomed. „Im Übrigen geht es uns auch im Jahr 2026 wie praktisch fast allen Kliniken in Deutschland: Die Materialkosten und die Gehälter steigen schneller als die Erlöse”, klagt der Klinikverbund.
Die erste Vorstellung des Wirtschaftsplans im Verwaltungsrat fand am 27. November statt. Das Gremium forderte die Geschäftsleitung mit Dr. Gerhard Sontheimer an der Spitze dazu auf, nachzubessern. Nach Informationen der FLZ lag das erwartete Defizit im ersten Entwurf noch um etwa 1,8 Millionen Euro höher. Es seien „Stellenpläne leicht nach unten korrigiert” und „weitere Anpassungen” vorgenommen worden, teilte ANregiomed auf Anfrage mit
Das Jahr 2026 wird bei ANregiomed geprägt sein von der Umsetzung der neuen Strukturen, die der Verwaltungsrat im September beschlossen hat. Das hat zum einen mit dem dauerhaft extrem hohen Defizit im Klinikverbund zu tun, aber auch mit der Krankenhausreform des Bundes. Diese ersetzt die bisherigen Fallpauschalen durch ein neues Abrechnungssystem, das auf Leistungsgruppen basiert. Die Leistungsgruppen, die ANregiomed in Zukunft noch anbieten will, sind beantragt.
Die erforderlichen Veränderungen an den Standorten sollen im Jahr 2026 passieren. „Eine unternehmensinterne Lenkungsgruppe hat die Arbeit dazu bereits aufgenommen und Maßnahmen und Zeitpläne definiert”, erklärt ANregiomed. „Die Öffentlichkeit, die niedergelassenen Ärzte und die Rettungsdienste werden wir diesbezüglich rechtzeitig und ausführlich informieren.”