Wenn am Donnerstag die Nürnberger Symphoniker einen Abend in der Konzertplatzmiete des Ansbacher Theaters gestalten, haben sie eine Solistin dabei, die in der Region gut bekannt ist: Martina Trumpp. Es wird ihr Debüt bei den Nürnberger Symphonikern.
Angebahnt hat Susanne Hoch das Symphoniker-Debüt. Die Konzertdramaturgin des Theaters hörte Martina Trumpp, die 1986 in Ansbach geboren wurde, im vergangenen Jahr beim Jubiläumskonzert der Erwin-Fricke-Stiftung, war begeistert und schlug sie den Nürnberger Symphonikern als Solistin für ein Ansbacher Konzert vor.
Ein Violinkonzert wie das von Bruch oder Mendelssohn, Standardrepertoire, liegt in einem solchen Fall nahe. Martina Trumpp hatte eine andere Idee. Sie wünschte sich etwas Besonderes, das Violinkonzert von Erich Wolfgang Korngold. „Wenn ich schon eine solch besondere Gelegenheit habe, mit so einem tollen Orchester aufzutreten”, sagt sie.
Erich Wolfgang Korngold (1897 bis 1957) galt als Wunderkind und hatte bereits als 23-Jähriger mit seiner Oper „Die tote Stadt” einen riesigen Erfolg. Seit 1934 arbeitete der Wiener Komponist, der aus einer jüdischen Familie stammte, regelmäßig in die USA. Er setzte in Hollywood Maßstäbe für Filmmusik, gewann zwei Oscars. 1938, nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, kehrte er nicht mehr nach Österreich zurück. Sein Violinkonzert wurde 1947 mit Jascha Heifetz als Solisten in St. Louis uraufgeführt.
Die Hollywood-Erfahrung hört man dem Violinkonzert D-Dur, op. 35, an. Korngold hat melodiöse Themen aus mehreren Filmen verwendet. Martina Trumpp mag die Klangsprache des Stücks, seine schillernden Farben, seinen Glitzer: „Es macht einfach große Freude, dem zuzuhören und sich in den Klang reinzulegen.“
Eine besondere technische Herausforderung sind die weiten Intervallsprünge, findet die Geigerin. Korngold unterläuft Erwartungen gerade in gesanglichen Passagen: „Man denkt, in der Melodie käme jetzt ein normaler Terzsprung, Korngold packt dann noch eine Oktave mit rein.” Das verleiht dem Violinkonzert seinen Charakter. „Technisch ist das machbar”, sagt Martina Trumpp, „aber ungewohnt.”
Für Martina Trumpp schließt sich an diesem Abend auf der Bühne des Onoldiasaals auch ein Kreis. Sie kennt den Dirigenten des Konzertes: „Martijn Dendievel hat tatsächlich mit mir zusammen in Brüssel studiert”, erzählt sie, „wir haben im Hochschulorchester zusammen gespielt.”
Das Konzert findet am Donnerstag, 16. Oktober, im Ansbacher Onoldiasaal statt. Auf dem Programm stehen außerdem Giuseppe Verdis Nabucco-Ouvertüre und Ludwig van Beethovens siebte Symphonie. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Bereits um 19 Uhr führt Konzertdramaturgin Susanne Hoch ins Programm ein.