Atelier in der alten Molkerei Bad Windsheim öffnet | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 12.12.2024 11:00

Atelier in der alten Molkerei Bad Windsheim öffnet

Armin Höhn liebt die abstrakte Malerei und verliert sich gerne darin. (Foto: Nina Daebel)
Armin Höhn liebt die abstrakte Malerei und verliert sich gerne darin. (Foto: Nina Daebel)
Armin Höhn liebt die abstrakte Malerei und verliert sich gerne darin. (Foto: Nina Daebel)

Seit nunmehr einem Jahr hat Armin Höhn ein Atelier in der alten Molkerei in Bad Windsheim. Was er dort auf großformatigen Leinwänden erarbeitet, will er Interessierten nun endlich mal zeigen. Deswegen öffnet er seine kreative Werkstätte am Sonntag, 15. Dezember, von 12 bis 16 Uhr.

Auf den ersten Blick hat das Atelier von Armin Höhn ein bisschen was von einer Schlachterei. Mit diesen Wänden, die mannshoch gefliest sind. Er liebt es. Weil er hier den Raum hat, sich kreativ auszuleben. Dafür erträgt Höhn im Winter auch die etwas schattigeren Temperaturen, denn eine Heizung gibt es nicht. Nur einen elektrischen Heizlüfter. Den schaltet der 58-Jährige an und stellt sich davor. Wenn er während des Winters malt, zieht er sich warm an, einen Overall drüber und los geht’s. „Nach dem Malen friert es mich nie. Da geht es mir richtig gut.“

Malerei als Ausgleich zum Berufsalltag

Höhn braucht die Malerei, diesen kreativen Schaffensprozess, bei dem er einfach seinem Gefühl folgt. Er braucht ihn vor allem als Ausgleich zu seinem Berufsalltag als Diplom-Designer mit eigener Werbeagentur. Denn in der Funktion muss er mitunter Scheinwelten verkaufen. Er muss Kundenwünsche erfüllen, die seinem Verständnis von grafischer Gestaltung widersprechen und ist letztlich kein kreativer Kopf, sondern schnöder Dienstleister. Ihm widerstrebt dieser Zustand zunehmend und er merkt, wie sein dickes Fell löchrig wird. „Ich bin nicht mehr so willfährig und sage öfter mal deutlich meine Meinung.“

So ist sein Atelier auch zu einem Zufluchtsort geworden. Am liebsten tobt er sich mit abstrakter Acrylmalerei aus. Im Fokus steht die Landschaftsmalerei. Bäume hat er gerade sehr gerne. „Die Formen sind stark“, sagt er und beschreibt, wie beispielsweise bei Gegenlicht aus Bäumen Linien und Balken werden. Was er bei Waldspaziergängen entdeckt, versucht er später auf der Leinwand umzusetzen. Und zwar „ohne Plan“.

Ickelheimer Wald dient oft als Inspiration

Im Ickelheimer Wald ist er am liebsten unterwegs. Dort war er schon als Kind mit seinen Eltern zum Pilzesammeln. Der Kurpark indes ist ihm „viel zu gepflegt“. Höhn mag es „morsch und marode“. Gerne darf etwas kaputt sein. „Das Durchdesignte mache ich in meiner Werbeagentur ja den ganzen Tag.“

Höhn liebt Farben. Die dürfen gerne „laut“ sein. Aktuell favorisiert er Grün und Orange. Und er greift gerne zu großen Pinseln. Die können durchaus einen Durchmesser von rund fünf Zentimetern haben. Was Höhn nicht mag: Wenn die Malerei zum Gefummel wird. Wenn er nicht in großen Dimensionen denken kann, sondern Details penibel beachtet werden wollen. Das sei beim Malen von Menschen beispielsweise der Fall, so der 58-Jährige. Vor allem Hände seien eine enorme Herausforderung, mit der er bereits als Student gekämpft habe. Deswegen hat er damals die Figuren beim Aktzeichnen auch immer mit Handschuhen anstatt Händen abgebildet. Und deswegen konzentriert er sich heute lieber auf Landschaften.

Wer das Atelier von Höhn am Sonntag besucht, wird rund 80 Bilder betrachten können. Er hofft auf Interessierte und darauf, dass man ins Gespräch kommt. Dass ein „kreativer Punkt“ im Landkreis als Anlaufstelle für Kunstinteressierte und Kunstschaffende fehlt, bedauert er. Zwar bemühe man sich seitens der Kreativen immer wieder, alles zu bündeln, aber letztlich scheitere es an vielen Punkten. Trotzdem will er seine Kunst nicht in einem Schuhgeschäft ausstellen. Ein Angebot dazu hat er dankend abgelehnt.

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