Aus für Thomas Nicol: Neuanfang für die Aischgründer Tafel? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.12.2024 14:41

Aus für Thomas Nicol: Neuanfang für die Aischgründer Tafel?

Brigitte Stuckert, bislang Stellvertreterin von Thomas Nicol, ist neue Vorsitzende der Aischgründer Tafel (Foto: Nicole Gunkel)
Brigitte Stuckert, bislang Stellvertreterin von Thomas Nicol, ist neue Vorsitzende der Aischgründer Tafel (Foto: Nicole Gunkel)
Brigitte Stuckert, bislang Stellvertreterin von Thomas Nicol, ist neue Vorsitzende der Aischgründer Tafel (Foto: Nicole Gunkel)

Thomas Nicol ist nicht mehr Vorsitzender der Aischgründer Tafel „Iss was“. Auf der Hauptversammlung des Vereins am Donnerstagabend war er schon nicht mehr anwesend und hatte nach Angaben der neuen Vorsitzenden bereits zuvor seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt. Besagte neue Vorsitzende ist seine bisherige Stellvertreterin Brigitte Stuckert.

Wie die Uffenheimerin gegenüber der Redaktion am Freitag erklärte, sei die Versammlung im Bad Windsheimer Bonifatiushaus sehr friedlich abgelaufen. Da die Öffentlichkeit – und auch die Presse – nicht zugelassen war, habe man geschützt, ruhig und konstruktiv reden können. Thomas Nicol, so Stuckert, sei entschuldigt gewesen. „Er war krank.“

Wieder auf die eigentlichen Aufgaben konzentrieren

Anwesend seien 50 stimmberechtigte Mitglieder gewesen, darunter auch etliche aus Bad Windsheim, nicht jedoch diejenigen, die im Vorfeld aus dem Verein ausgeschlossen worden waren. „Diese Ausschlüsse waren ja nicht grundlos“, erklärte Stuckert, bekräftigte aber gleichzeitig, dass sie die Absicht habe, auf die Bad Windsheimer Helfer und Vereinsmitglieder zuzugehen und sie – sofern die Bereitschaft vorhanden ist – wieder in die Reihen der Tafel-Helfer zu integrieren. Es gehe nun darum nach den Streitigkeiten und Querelen der vergangenen Monate, „dass wir uns wieder auf unseren Auftrag konzentrieren. Und der heißt: Lebensmittel retten und unsere Kunden versorgen.“

Rund um den Streit bei der Aischgründer Tafel gibt es unterschiedliche Reaktionen. (Foto: Nina Daebel)
Rund um den Streit bei der Aischgründer Tafel gibt es unterschiedliche Reaktionen. (Foto: Nina Daebel)

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Wie mehrfach berichtet, waren die angesprochenen Streitigkeiten zwischen dem ehemaligen Vorsitzenden Thomas Nicol und einer Bad Windsheimer Gruppe um seine ehemalige Stellvertreterin Anja Böhringer im Frühjahr offen zu Tage getreten. Nicols Gegner warfen diesem vor allem einen rüden Umgangston, selbstherrliches Gebaren und diverse Grenzüberschreitungen vor – Nicol selbst sprach von haltlosen Vorwürfen, gezielten Provokationen und dem Versuch, den Verein zu spalten.

Beleidigungen und Hausverbote in Chatgruppen

In Gruppen-Chats kam es zu wechselseitigen Vorwürfen und zahlreichen Beleidigungen, es wurden diverse Vereinsmitglieder ausgeschlossen und mit einem Hausverbot für die Bad Windsheimer Ausgabestelle belegt und diese musste wegen Helfermangels sogar für einen Samstag geschlossen bleiben. Von der Wiedereröffnung in der darauffolgenden Woche wurden Provokationen und gar ein Polizeieinsatz gemeldet.

All dies soll jetzt Vergangenheit sein. Stuckert, die bis dato als Nicol-Vertraute galt, sprach davon, man wolle und müsse jetzt „die Kuh vom Eis bekommen“ und alle Ausgabenstellen wieder für das gemeinsame Ziel begeistern.

Harmonische Wahl ohne Gegenstimmen

Wie von Gesprächspartnern der Redaktion zu erfahren war, habe es im Vorfeld zur Versammlung bereits einige klärende Aktivitäten gegeben, die zu Nicols Abwesenheit beigetragen haben könnten. So habe dieser in den einzelnen Ausgabestellen über soziale Medien die Vertrauensfrage gestellt und dabei viel Gegenwind erhalten. Dies könne, so die Vermutung eines Tafelmitglieds, das nicht genannt werden will, durchaus zu Nicols Verzicht geführt haben.

Wie Kurt Wening, kurzfristig zum Öffentlichkeitsbeauftragten ernannt, im Nachgang der Sitzung berichtete, sei Heinz Leicht (Ausgabestelle Bad Windsheim) zum zweiten Vorsitzenden gewählt worden. Neuer Schriftführer sei Fridolin Börner (Neustadt), Beisitzer seien Elfriede Trapp (Neustadt), Klaus Markert (Uffenheim), Kathrin Bauer (Scheinfeld) und Kurt Wening (Bad Windsheim). Die Finanzen wird zukünftig ein Steuerberatungsbüro betreuen, als Revisoren wurden Renate Schatz und Jürgen Betzold eingesetzt.

Bei keiner einzigen Wahl sei Laut Wening nur eine Gegenstimme verzeichnet worden – „es verlief sehr harmonisch“. Mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit angenommen wurde auch die neu erarbeitete Satzung, die beim Befriedungsversuch mit Bad Windsheims Bürgermeister Jürgen Heckel im Sommer vereinbart und danach in Auftrag gegeben worden war.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
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