Bayerns Exporte legen leicht zu - trotz Trump und Xi | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.02.2026 15:33

Bayerns Exporte legen leicht zu - trotz Trump und Xi

Bayerns Autoindustrie kämpft in ihren wichtigsten Exportmärkten China und USA mit großen Schwierigkeiten. (Symbolbild)   (Foto: Carsten Rehder/dpa)
Bayerns Autoindustrie kämpft in ihren wichtigsten Exportmärkten China und USA mit großen Schwierigkeiten. (Symbolbild) (Foto: Carsten Rehder/dpa)
Bayerns Autoindustrie kämpft in ihren wichtigsten Exportmärkten China und USA mit großen Schwierigkeiten. (Symbolbild) (Foto: Carsten Rehder/dpa)

Bayerns exportabhängige Industrie hat sich 2025 trotz großen Gegenwinds in den USA und China wacker geschlagen: Die weltweiten Ausfuhren sind im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro gestiegen, wie das Statistische Landesamt mitteilte. 

Bayerns zwei wichtigste Industriezweige - Auto- und Maschinenbau - allerdings erlitten im Saldo Einbußen. Abgesehen davon blieb es bei dem seit einigen Jahren gewohnten Handelsdefizit, auch wenn dieses vergleichsweise klein ist: Auch die Importe legten um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu.

Bayerns Industrie auf Kundensuche außerhalb der USA und Chinas

Die Handelsbilanz des vergangenen Jahres offenbart eine großenteils politisch bedingte Verschiebung der Handels- und Warenströme: Die Exporte in die USA brachen um knapp 10 Prozent auf 26 Milliarden Euro ein, die Ausfuhren nach China um knapp 11 Prozent auf etwa 14 Milliarden Euro.

Dafür legten die Ausfuhren in die restliche EU, Großbritannien, die Türkei und einige andere Länder zu. Die Exportwirtschaft brauche dringend neue Ausgleichsmärkte, resümierte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Das Landesamt veröffentlichte wie üblich nur die nackten Zahlen ohne Analyse der Ursachen, doch bei den schlechten Geschäften mit den beiden größten Volkswirtschaften spielt die Politik eine maßgebliche Rolle: Im Falle der USA sind es die Zollerhöhungen der Trump-Regierung, im Falle Chinas die langjährige Strategie der Pekinger Führung unter Staatschef Xi Jinping, Importe durch heimische Produkte ersetzen. 

„Sowohl in den USA als auch in China machen Protektionismus und wettbewerbsverzerrende Maßnahmen unseren Unternehmen das Leben schwer“, kommentierte Brossardt. Viele Unternehmen reagieren darauf, indem sie ihre Vertriebsmanager vermehrt auf Kundensuche in anderen Ländern schicken.

Einst erfolgreiches Chinageschäft zur Belastung geworden

Im Außenhandel mit China jedoch wächst das Handelsdefizit von Jahr zu Jahr: Während die bayerischen Unternehmen 2025 nur noch Waren für knapp 14 Milliarden Euro in die Volksrepublik ausführten, stiegen auf der anderen Seite die Importe aus China auf über 33 Milliarden Euro. 

Im vergangenen Jahrzehnt war das Chinageschäft ein Pfeiler des bayerischen Exporterfolgs, inzwischen hat sich dies umgekehrt: China reduziert die Importe, erhöht aber die Ausfuhren. Auch dabei spielen mittelbar die USA eine Rolle: Da Präsident Trump chinesische Exporte in die Vereinigten Staaten erschwert, dringen chinesische Firmen vermehrt nach Europa und andere Märkte vor.

© dpa-infocom, dpa:260223-930-724984/1


Von dpa
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