In Ansbach ist am Montagabend der Platen-Literaturpreis 2024 verliehen worden. Dr. Thomas Medicus bekam ihn für die Biographie „Klaus Mann. Ein Leben“. Den Förderpreis erhielt Lucas Fassnacht für seinen Kriminalroman „Reichswald“.
Mit dem Lied „Beautiful Love“ eröffneten Markus Rießbeck am Saxophon und Wolfgang Lell am Flügel die Veranstaltung in der Karlshalle. Den Songtitel griff Dr. Gerhard Walther, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Mittelfranken Mitte, in seiner Begrüßung auf. Nach „Beautiful Love“ wünschte er allen Anwesenden einen „beautiful Abend“.
Oberbürgermeister Thomas Deffner dankte in seinem Grußwort vor allem der LesArt-Kuratorin Bettina Baumann: „Was Sie hier leisten, bei der LesArt Ansbach, ist schon einzigartig.“ Auch Elisabeth Meisel, Vorsitzende des Kulturforum Ansbach, würdigte die Arbeit der Organisatorin in ihrer Ansprache.
Dann ging es im Programm über zu den eigentlichen Stars des Abends: den beiden Preisträgern.
Dr. Thomas Medicus erhielt den Platen-Literaturpreis für seine Biographie über den Schriftsteller Klaus Mann. Die Laudatio hielt der Platen-Experte Professor Dr. Gunnar Och. Gleich zu Beginn forderte er eine Korrektur zu einem Artikel von 2023 aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein Autor hatte Thomas Medicus zum 70. Geburtstag gratuliert und ihm dabei fälschlicherweise den Platen-Literaturpreis des Jahres 2017 für sein Buch „Heimat: Eine Suche“ zugeschrieben.
Richtig wäre jedoch, dass Medicus damals den Sonderpreis und nicht den Hauptpreis bekommen hatte. Doch inzwischen sei die gewünschte Korrektur „auch hinfällig“, so Gunnar Och, „da Medicus eben hier und heute diesen Hauptpreis erhält“. Und den habe er sich verdient.
„Bedürfte es noch eines Beweises, dass Thomas Medicus den langen Atem für große epische Strecken besitzt, so wird dieser durch sein jüngstes Buch, die Biographie Klaus Manns, vollends erbracht“, so Gunnar Och.
Seine Laudatio beendete er mit dem Wunsch, Medicus möge auch in Zukunft „uns Leser mit weiteren Lebensgeschichten aus seiner produktiven Werkstatt beschenken“. Thomas Medicus selbst bedankte sich. Gunnar Och habe „schon das letzte Mal so schön gesprochen“. Und auch der Preisträger hob die Arbeit von LesArt-Kuratorin Bettina Baumann hervor. „Sie sind ein Original“, sagte Thomas Medicus zu ihr und lobte ihre Energie, Kompetenz und gute Laune.
Nach einer kurzen Lesung aus dem prämierten Buch ging es über zur Verleihung des Förderpreises, den Lucas Fassnacht erhielt. Seinen Kriminalroman „Reichswald“ schrieb er unter einem Pseudonym: Lars Sommer.
Bettina Baumann erzählte in ihrer Laudatio, dass sie seit der LeseLust 2016 mit Fassnacht in Kontakt sei. Im Austausch mit ihm komme selbst bei „all den organisatorischen Themen“ nicht der Humor abhanden. Zum Abschluss formulierte sie eine Bitte an ihn: „Sprechen, schreiben, träumen, hoffen, lesen, lehren, performen Sie weiter.“
Lucas Fassnacht bedankte sich zunächst bei seiner Mutter, die ihm „bis heute nachsieht, dass ich keinen richtigen Beruf habe“. Statt „Reichswald“, dem prämierten Buch, las er spontan aus einer noch nicht veröffentlichten Geschichte vor. Anschließend bewies der Förderpreisträger mit seinem humorvoll vorgetragenen „Spoken Word“ ein weiteres Mal, dass er mit Sprache umgehen kann.
In seinen abschließenden Worten gab Friedrich Hilterhaus bekannt, dass er selbst nun mit der Verleihung des Förderpreises aufhöre. Zum siebten Mal wurde dieser nun prämiert, der Hauptpreis zum zehnten Mal. „Sieben ist eine Glückszahl“, sagte er zu Fassnacht und überreichte ihm zusätzlich zum Förderpreis auch eine Attrappe des Hauptpreises. Als „Ansporn“, damit er diesen vielleicht in ein paar Jahren erhält.
Der Platen-Literaturpreis ist nämlich deutlich größer als der Förderpreis; beide sind aus Messing und zeigen den Kopf Platens. Der Hauptpreis ist mit 5000 Euro dotiert, der Förderpreis mit 1500 Euro.
Mit dem Lied „You don't know what love is“ rundeten die Musiker Rießbeck und Lell den Abend ab. Insgesamt spielten sie vier Songs bei der Preisverleihung.