Zwei Weltschriftsteller des 20. Jahrhunderts, Franz Kafka und Thomas Mann, rahmen in diesem Jahr die zeitgenössischen Autorinnen und Autoren der 28. LesArt ein. Bettina Baumann, die Leiterin der Ansbacher Literaturtage, hat ein facettenreiches Programm zusammengestellt. Es bietet zwischen 3. und 10. November zehn Lesungen.
Nadja Wilhelm, Ansbachs Kulturreferentin, freut sich auf die „wunderbare Vielfalt“ des Programms und ist froh, dass Bettina Baumann vom Kulturforum Ansbach mit ihrem „versierten Wissen“ und „so viel Herzblut und Zeit“, die 28. LesArt konzipiert und organisiert hat.
Der Leiterin der Literaturtage war es wichtig, mit einem vielfältigen Programm viele verschiedene Publikumsinteressen anzusprechen, ohne das Angebot zu verflachen: „Dieses Jahr haben wir sehr viele Aspekte des Lebens.“ Das reicht von der Familiengeschichte bis hin zu einer schwierigen Liebesbeziehung. Ein altes Vorurteil, was Kafka angeht, soll es nebenbei auch zerstören.
Das passiert gleich zum Auftakt des LesArt. Reiner Stach, als Biograf die Kafka-Koryphäe überhaupt, lenkt den Blick auf die Komik in den vermeintlich düsteren Texten des Jahrhundertschriftstellers (3. November, 11 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3, Eintritt frei).
Festlich, aber nicht steif, sondern „mit Schwung“, so wünscht es sich Bettina Baumann, soll die Verleihung des Platen-Literaturpreises werden. Thomas Medicus erhält ihn für seine imposante Klaus-Mann-Biografie. Mit dem Platen-Förderpreis wird Lucas Fassnacht alias Lars Sommer für seinen Kriminalroman „Reichwald“ ausgezeichnet. Die musikalische Ausgestaltung übernehmen der Saxophonist Markus Rießbeck und der Pianist Wolfgang Lell (4. November, 19 Uhr, Karlshalle, Freikarten bei Ansbach Tourist Information ab 24. Oktober).
Die Münchener Autorin Dana von Suffrin stellt ihren Roman „Nochmal von vorne“ vor. Die deutsch-jüdische Familiengeschichte wurde für den Deutschen Buchpreis nominierten (5. November, 20 Uhr, Kunsthaus).
Gleich zwei Debüts präsentiert das LesArt-Studio mit einer Doppel-Lesung. Stephan Schäfer, Journalist und ehemaliger RTL-Chef, liest aus seinem Überraschungserfolg „25 letzte Sommer“. Ein halbes Jahr hält sich der Roman schon auf der Spiegel-Bestsellerliste. Alles dreht sich um die Frage: „Welcher Mensch will ich sein?“ Maria Bidian stellt an dem Abend ihren Roman „Das Pfauengemälde“ vor. „Ein mitreißendes und persönliches Debüt über ein Familienerbstück und rumänische Geschichte“, so Bettina Baumann (6. November, 20 Uhr, Kunsthaus).
Für einen der spannendsten Romane der Saison hält die LesArt-Leiterin „Glück“. Jackie Thomae schreibt darin über kinderlose Frauen in der Mitte des Lebens, die von der einer Frage unter Druck gesetzt werden: Doch noch ein Kind bekommen, bevor es zu spät ist? (7. November, 20 Uhr, Kunsthaus).
Als „warmherzigen Familienroman“ empfiehlt Bettina Baumann „Der längste Sommer ihres Lebens“, ein Bestseller der bekannten und beliebten Autorin und Moderatorin Amelie Fried (8. November, 20 Uhr, Kunsthaus). Wie Dana von Suffrin ist sie in den drei LesArt-Städte Ansbach, Lauf und Schwabach zu Gast, andere treten zumindest in zweien auf. Amelie Fried liest zudem eigens, wie auch der Jugendbuchautor Manfred Theisen, vor Schulklassen.
Die nächste Schriftstellerin hat in Ansbach viele Fans, ist sich die Ansbacher LesArt-Leiterin sicher. Katja Oskamp stellte im LesArt-Studio ihren Erzählband „Marzahn, mon amour“ schon vor, bevor der überall gefeiert wurde. Jetzt kommt sie mit „Die vorletzte Frau“. Sie verarbeitet darin sehr offen ihre 19-jährige Beziehung zu dem Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann, der zum Pflegefall wurde. „Ein ehrliches und erschütterndes Buch“, so Bettina Baumann (9. November, 20 Uhr, Stadtbücherei).
Zu Ende geht die 28. LesArt mit einer Literarischen Matinee. Die Germanisten Professor Dr. Gunnar Och und Dr. Christoph Grube beschließen ihre Reihe „Sternstunden der Literaturgeschichte und feiern „100 Jahre Thomas Manns ,Zauberberg‘“ (10. November, 11 Uhr, Kunsthaus).
Das detaillierte LesArt-Programmheft und Karten für die Lesungen sind ab sofort unter anderem bei der Ansbach Tourist Information erhältlich.