Bildschirmzeit in den Ferien: Wie geplante Zeitslots helfen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.07.2026 15:18

Bildschirmzeit in den Ferien: Wie geplante Zeitslots helfen

Struktur statt Chaos: Feste Zeitslots für Mediennutzung helfen Familien, die Ferienzeit ohne ständige Diskussionen zu verbringen. (Foto: Annette Riedl/dpa/dpa-tmn)
Struktur statt Chaos: Feste Zeitslots für Mediennutzung helfen Familien, die Ferienzeit ohne ständige Diskussionen zu verbringen. (Foto: Annette Riedl/dpa/dpa-tmn)
Struktur statt Chaos: Feste Zeitslots für Mediennutzung helfen Familien, die Ferienzeit ohne ständige Diskussionen zu verbringen. (Foto: Annette Riedl/dpa/dpa-tmn)

„Es gibt Eltern, den graut es regelrecht vor der Ferienzeit“, sagt Florian Buschmann. Sie suchen bei dem Berater für Mediensucht Hilfe, weil sie Angst vor dem Dauerscrollen ihrer Kinder während der schulfreien Zeit haben. Und die sei nicht unbegründet, so der Experte für Medienkompetenz

Buschmann hat dazu mal hochgerechnet: „An Tagen ohne Schule verbringen Schüler durchschnittlich 8 Stunden am Bildschirm - das wären dann 340 Stunden während der sechswöchigen Ferienzeit.“

Nichts einreißen lassen: Zeitslots und Aktivitäten-Gerüst helfen

Ist dieses ausufernde Dauerscrollen und -zocken erst einmal eingerissen, sei es schwer, das nach Ferienende im August und September zu reparieren, so der Psychologe. Er rät Familien, schon zu Beginn der Ferien feste Zeitslots für Mediennutzung zu vereinbaren.

Andernfalls ständen täglich aufreibende Diskussionen an. Ohne jetzt jeden einzelnen Ferientag bis ins letzte Detail durchzutakten, empfiehlt Buschmann aber schon, dass Eltern mit ihren Kindern ein Grundgerüst mit einzelnen Aktivitäten aufstellen. „In dem Plan soll festgelegt werden, wann welche Aktivität ansteht. Das schafft eine gewisse Struktur“, so der Experte.

Dopamin- statt Display-Aktivitäten einplanen

Er würde dem Kind zur Planerstellung auch Onlinezeit zum Recherchieren von Unternehmungen einräumen. Natürlich könnten auch Eltern Anregungen gäben. Dabei sollten sie auf Dopamin-Aktivitäten setzen, also Beschäftigungen, die ähnlich wie die Display-Daddelei Glücksgefühle auslösen.

Buschmann schlägt etwa Ausflüge in einen Kletterwald, Hochseilgarten oder andere Parcours vor. Aufregend könnten auch sogenannte Mikroabenteuer werden, wie im Freien zu übernachten, Lagerfeuer oder Nachtwanderungen mit Taschenlampe. „Oder wie wär's mit einem Baumhaus-Projekt? Oder die Neugestaltung des Kinderzimmers? Einem Volkshochschul-Ferienkurs? Freunde einladen?“, zählt Buschmann mögliche Aktivitäten für die Ferienplanung auf.

Zeitslots für Medienzeit um die Ferienplanung herum einbauen 

Stehe das Grundgerüst, baue man dann einfach Zeitslots für Mediennutzung drumherum und setze so Leitplanken. „Ich würde das konkret im Vorfeld mit dem Kind durchgehen: „Wann willst du an dem und dem Tag spielen?” Dann trägt man etwa ein: 14 bis 17 Uhr Bildschirmzeit“, so Buschmann. 

Und wenn das Kind nach einem aufregenden Tag im Phantasialand noch ein paar Stunden am Abend bis in die Nacht am Bildschirm verbringen will? „Bildschirmzeit nach einer Dopamin-Aktivität on top würde ich auf keinen Fall einplanen und auch nicht spontan erlauben. Äußert das Kind solche ein Anliegen, sollte man sich gar nicht erst auf Diskussionen einlassen und darauf verweisen: Das war nicht vereinbart!“, rät Florian Buschmann.

© dpa-infocom, dpa:260710-930-365870/1


Von dpa
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