Ein kurzes Stück Literatur verrät viel über Leben und Tod. Die „Gschicht von Brandner Kaspar” von 1871, geschrieben von Franz von Kobell, beschäftigt Menschen noch heute. Dies gilt auch für den Neuendettelsauer Theologen Dr. Karl-Heinz Röhlin. Für eine szenische Lesung bearbeitete er den Text allerdings sprachlich.
Der listige Brandner Kaspar nimmt es mit dem „Boandlkramer” auf, dem personifizierten Tod. Zum Zweck weiterer Jahre auf Erden setzt er auf Alkohol und nicht ganz ehrliches Kartenspiel. Im Original spielt sich das in einem „gscherten Oberbairisch” ab, wie Karl-Heinz Röhlin bemerkt. Doch er stammt ja aus Neuendettelsau und wohnt wieder hier.
Der 74-Jährige kam in Neuendettelsau zur Welt, wurde evangelischer Pfarrer und unter anderem Regionalbischof in Nürnberg. Außerdem ist er als Mundartautor bekannt. „Wäre der Brandner Kaspar nicht etwas, um es ins Fränkische zu übertragen?”, meinte er.
„An am Oomd hoggd der Brandner derhamm in seiner Schdumm”, heißt es jetzt zum Beispiel spannungsreich. Die Figur ist für Karl-Heinz Röhlin ein Inbegriff der Heiterkeit – auch wenn sie verwitwet ist und die Söhne als Soldaten fielen. Brandner hänge am Leben, sei heiter, gewitzt und humorvoll und verhandle mit dem „Sensenmoo”, wie der fränkische Tod heißt.
Was spricht den Theologen im Ruhestand an der Geschichte an? Sie wirft Grundfragen nach Krieg und Frieden sowie Tod und ewigem Leben auf, wie er sagt. Die „können fränkisch, hochdeutsch, oberbairisch gestellt werden”. Premiere feiern soll die szenische Lesung mit Musik im Oktober im Bürgertreff Neuendettelsau. Wenn die Geschichte beim Publikum ankommt, kann er sich vorstellen, noch eine Bühnenfassung zu schreiben.